Steu­er­zah­ler­bund lobt Fi­nanz­äm­ter

„Or­dent­li­che Leis­tung“bei Be­ar­bei­tungs­zeit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Von Bea­te Ten­fel­de

BER­LIN. Zwar sind Bre­mens Fi­nanz­äm­ter bun­des­weit die lang­sams­ten, wenn es um die Be­ar­bei­tung von Ein­kom­men­steu­er­er­klä­run­gen geht. Al­ler­dings ge­hört der Stadt­staat an der We­ser laut ak­tu­el­ler Er­he­bung des Steu­er­zah­ler­bunds auch zu den­je­ni­gen, die sich im Ver­gleich zum Vor­jahr am stärks­ten ver­bes­sern konn­ten. Ins­ge­samt neun Ta­ge we­ni­ger brauch­ten die Fi­nanz­be­am­ten dort für die Be­ar­bei­tung der Er­klä­run­gen.

Stark ver­bes­sert ha­ben sich auch Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit 53 Ta­gen Be­ar­bei­tungs­zeit (–13 Ta­ge) und Nie­der­sach­sen mit 57,9 Ta­gen (–12 Ta­ge). Schles­wi­gHol­stein liegt mit fast 50 Ta­gen gleich­auf mit frü­he­ren Wer­ten. Auf ähn­li­chem Ni­veau ar­bei­ten die Fi­nanz­be­am­ten in Bay­ern, Hes­sen und dem Saar­land. Le­dig­lich Bran­den­burg und Sach­sen wa­ren ge­gen­über dem Vor­jahr et­was schwä­cher. Kei­ne An­ga­ben mach­te das Land Nord­rhein-West­fa­len.

Selbst­stän­di­ge und Un­ter­neh­mer müs­sen noch et­was län­ger war­ten, da ih­re Fäl­le meist kom­ple­xer sind. In Ber­lin er­hal­ten sie den Steu­er­be­scheid in 39 Ta­gen. Das ist laut Steu­er­zah­ler­bund spit­ze. Auch Ham­burg kann sei­nen Platz aus dem Vor­jahr be­haup­ten und lan­det auf Platz 2. Da­hin­ter rei­hen sich die üb­ri­gen Bun­des­län­der ein. Über 60 Ta­ge be­nö­tig­ten im Schnitt Schles­wig-Hol­stein, Saar­land und Hes­sen.

„Ins­ge­samt ist das ei­ne or­dent­li­che Leis­tung. Vie­le Bun­des­län­der konn­ten die War­te­zei­ten bis zum Steu­er­be­scheid wie­der ver­kür­zen“, so Prä­si­dent Rei­ner Holz­na­gel. Es dür­fe aber nicht sein, „dass die Be­ar­bei­tungs­span­ne zwi­schen dem schnells­ten und dem lang­sams­ten Bun­des­land rund 30 Ta­ge be­trägt“. Der Ser­vice für die Steu­er­zah­ler müs­se wei­ter ver­bes­sert wer­den. „Noch im­mer herrscht in vie­len Äm­tern ein Ob­rig­keits­den­ken“, be­klagt Holz­na­gel.

Wei­te­res Er­geb­nis im „Fak­ten­check“des Steu­er­zah­ler­bun­des: Wer frü­her ab­gibt, be­kommt im Re­gel­fall auch frü­her sei­nen Be­scheid. Sehr schnell geht es mit der Be­ar­bei­tung, wenn die Er­klä­run­gen im ers­ten Drit­tel des Jah­res ab­ge­ge­ben wer­den. Wer im Ju­ni oder spä­ter ab­gibt, muss län­ger war­ten, weil in den Äm­tern mehr Er­klä­run­gen ein­ge­hen. Laut „Fak­ten­check“stimmt es zu­dem nicht, dass elek­tro­nisch über­mit­tel­te Steu­er­er­klä­run­gen be­vor­zugt be­han­delt wer­den. In ei­ni­gen Län­dern ver­kür­ze sich die Be­ar­bei­tungs­zeit al­ler­dings um we­ni­ge Ta­ge, da die Da­ten be­reits vor­lä­gen und nicht erst im Fi­nanz­amt er­fasst wer­den müss­ten.

Rei­ner Holz­na­gel Fo­to: dpa

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