„Preis­kampf auf Kos­ten der Bau­ern“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Der Vor­wurf ist nicht neu, er­hält durch das Aldi-An­ge­bot neue Nah­rung: Der Ein­zel­han­del drückt auf Kos­ten der Bau­ern die Fleisch­prei­se. Tat­säch­lich ver­die­nen Schwei­ne­bau­ern seit Jah­ren schlecht. Laut In­ter­es­sen­ge­mein­schaft der Schwei­ne­hal­ter (ISN) be­lie­fen sich 2016 die Kos­ten für ei­nen durch­schnitt­li­chen Mast­be­trieb auf 150 Eu­ro pro Schwein. Bei ei­nem Schlacht­ge­wicht von et­wa 95 Ki­lo macht das 1,58 Eu­ro pro Ki­lo, da­mit der Bau­er über die Run­den kommt. Laut ISN lag der Schlacht­schwei­ne­preis in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren im Schnitt aber nur bei et­wa 1,50 Eu­ro. Das lässt den Rück­schluss zu: Nicht das ein­zel­ne Son­der­an­ge­bot ist schuld dar­an, dass Bau­ern we­nig ver­die­nen, son­dern ein ein­ge­spiel­tes Nied­rig­preis-Sys­tem. Po­si­tiv wirk­te sich laut ISN der wach­sen­de Ex­port aus, der Prei­se in Deutsch­land sta­bi­li­siert. Ob nun das Aldi-Steak mehr als üb­lich auf Kos­ten der Bau­ern ging, lässt sich schwer sa­gen. Die Ein­kaufs­po­li­tik der Händ­ler ist Ge­heim­sa­che. Markt­be­ob­ach­ter ge­hen da­von aus, dass es sich um ein Lock­an­ge­bot ge­han­delt hat, bei dem ge­rin­ge­re Mar­gen ein­kal­ku­liert wer­den. Das Agrar­ma­ga­zin To­pa­grar ver­öf­fent­licht un­ter Be­ru­fung auf ei­ge­ne Re­cher­chen Ver­kaufs­prei­se für ein­zel­ne Schwei­ne­tei­le, die Schlacht­hö­fe bei Ver­ar­bei­tern und Han­del er­zie­len. Die Zahl könn­te gro­ber Richt­wert sein. Für das Ki­lo Na­cken rief das Ma­ga­zin Mit­te Mai ei­nen Preis von durch­schnitt­lich 3,50 Eu­ro auf. Hoch­ge­rech­net aufs Ki­lo, lä­ge der Preis der Al­diSteaks da­mit um mehr als zehn Cent dar­un­ter.

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