Sport­freun­de Lot­te rich­ten neu­en Ra­sen her

Man­fred Wil­ke: „In drei Wo­chen ist das Ding fer­tig“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Um ei­nes gleich klar­zu­stel­len: Die Sport­freun­de Lot­te ha­ben kei­ne Wahl. Da­mit die Mann­schaft auch in der kom­men­den Sai­son in der Drit­ten Li­ga spie­len kann, muss ein neu­er Ra­sen her. Die be­an­trag­te fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung von der Ge­mein­de gibt es zwar nicht, aber es geht auch so.

Von Vol­ker Po­ersch­ke

Seit Mon­tag do­mi­nie­ren die Bau­ma­schi­nen das Ge­sche­hen auf dem Platz im Fri­mo Sta­di­on am Lot­ter Kreuz. Rund 3500 Ku­bik­me­ter Er­de wer­den raus und wie­der rein be­wegt. Bis Mit­te Ju­ni ha­ben die Sport­freun­de Zeit, dann be­ginnt nach Aus­kunft von SFL-Ob­mann Man­fred Wil­ke das Trai­ning für die neue Sai­son in der Drit­ten Li­ga, die am 21. Ju­li star­tet. Bis da­hin muss der Ra­sen be­spiel­bar sein. Be­spiel­bar, das heißt in die­sem Fal­le: Der al­te Ra­sen muss raus, der Platz kom­plett neu auf­ge­baut, ei­ne neue Drä­na­ge so­wie ei­ne Ra­sen­hei­zung ein­ge­zo­gen und neu­es, sat­tes Grün aus Hol­land aus­ge­rollt wer­den.

„Die­ser Platz war so schlecht, die reins­te Bu­ckel­pis­te“, sagt Wil­ke und ver­weist noch­mals auf die Ab­sa­ge der DFB-Po­kal-Be­geg­nung ge­gen Dort­mund im März. Der Ra­sen sei zwar schön grün, aber kom­plett am Schwim­men ge­we­sen. „Der gan­ze Platz schwank­te un­ter den Fü­ßen“, ver­deut­licht Man­fred Wil­ke. Die An­fang der 80er-Jah­re ver­leg­te Drä­na­ge sei ein­fach ver­stopft ge­we­sen, das Was­ser stand un­ter der Ra­sen­ober­flä­che. Da­her hat Wil­ke volls­tes Ver­ständ­nis für die da­ma­li­ge Ent­schei­dung des DFB und ver­deut­licht noch­mals den Hand­lungs­be­darf: „Da hät­te auch kein SV Bü­ren oder SC Ha­len drauf ge­spielt, al­lei­ne schon, weil der Pfle­ge­auf­wand nach je­dem Spiel enorm ist.“

Po­kern um För­de­rung

Die In­stal­la­ti­on der Ra­sen­hei­zung ist ei­ne Li­zenz­auf­la­ge des Deut­schen Fuß­ball­bun­des (DFB). Und wenn man schon da­bei ist, die­se Auf­la­ge zu er­fül­len, soll­te gleich der gan­ze Platz ge­macht wer­den. Das stand mit dem Auf­stieg der Sport­freun­de in die Drit­te Li­ga, spä­tes­tens mit dem Li­ga­er­halt, fest. Die Kos­ten ver­mut­lich eben­so schnell: 250 000 Eu­ro al­lei­ne für die er­for­der­li­che Ra­sen­hei­zung, fi­nan­ziert aus den Ein­nah­men des DFB-Po­kals. Auch für die auf Ge­mein­de­kre­dit ge­bau­te neue Ost­tri­bü­ne soll­te et­was üb­rig sein. Für den neu­en Platz stell­ten die Sport­freun­de hin­ge­gen ei­nen An­trag auf Kos­ten­über­nah­me (380 000 Eu­ro) an die Ge­mein­de – schließ­lich ge­hört ihr das schad­haf­te Grün, und da­mit ist sie in den Au­gen von Man­fred Wil­ke, wie bei al­len an­de­ren Ver­ei­nen auch, zu­stän­dig für die Fi­nan­zie­rung.

Dem moch­ten die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker nicht so ganz fol­gen. Das Ar­gu­ment: Wirt­schafts­be­trie­be, und nichts an­de­res sei die Pro­fi-Mann­schaft der Sport­freun­de, sei­en recht­lich nicht för­der­fä­hig. Der Sta­di­on­ra­sen wer­de nur in Tei­len vom Brei­ten­sport ge­nutzt und da­her auch nur zu ei­nem Teil fi­nan­ziert. 152 000 Eu­ro wur­den schließ­lich be­wil­ligt. Das dürf­te SFL-Ma­cher Wil­ke nicht all­zu sehr über­rascht ha­ben, zu­mal der neue Ra­sen (oh­ne Hei­zung) le­dig­lich 300 000 und da­mit 80 000 Eu­ro we­ni­ger als be­an­tragt kos­tet. Von Ent­täu­schung oder gar Wut auf die Po­li­ti­ker ist bei Man­fred Wil­ke je­den­falls nichts zu spü­ren, auch wenn er be­tont, dass die 152 000 Eu­ro ein­deu­tig zu we­nig sei­en im Ver­gleich zur För­de­rung der an­de­ren orts­an­säs­si­gen Sport­ver­ei­ne. Ab­stri­che hat man halt im­mer. „Das ist eben De­mo­kra­tie“, sagt Wil­ke selbst.

Auch von der War­nung ei­ner mög­li­chen wirt­schaft­li­chen Schief­la­ge des Ver­eins, die Wil­ke sei­ner­zeit dem Bür­ger­meis­ter für die Ent­schei­dungs­fin­dung im Haupt- und Fi­nanz­aus­schuss mit auf den Weg ge­ge­ben hat­te, kei­ne Spur. Auf eins kön­ne man das na­tür­lich nicht fi­nan­zie­ren, räumt Wil­ke ein. „Das muss über Jah­re ver­teilt wer­den“, sagt der Sport­freun­de-Mä­zen und be­stä­tigt, dass man ei­nen Kre­dit auf­ge­nom­men ha­be – auf Nach­fra­gen aber aus­drück­lich kei­nen Bank­kre­dit.

Voll im Plan

Die Fi­nan­zie­rung steht, die Bau­ar­bei­ten ha­ben be­gon­nen. An­ders als sonst, le­gen Spie­ler und Ver­eins­mit­glie­der da­bei nicht selbst Hand an. „Das muss 100 Pro­zent or­dent­lich wer­den, des­halb über­las­sen wir das ganz den Pro­fis“, sagt Wil­ke. Pro­fi für Sta­di­on­ra­sen ist die Fir­ma Heiler Sport­platz­bau aus Bielefeld. Zu de­ren Kun­den zäh­len die Gro­ßen der Fuß­bal­lbun­des­li­ga wie der FC Bay­ern Mün­chen, Bo­rus­sia Dort­mund und Schal­ke 04 ge­nau­so wie Hun­der­te Ama­teu­rund Ju­gend­ver­ei­ne bun­des­weit. Die Ar­bei­ten sei­en im Plan, sagt Wil­ke. „In drei Wo­chen, dann ist das Ding fer­tig.“Haupt­sa­che, das Wet­ter spielt mit und die Sta­di­on­bau­stel­le wird nicht über­flu­tet. Dann kön­nen die Sport­freun­de-Pro­fis in ei­ne hof­fent­lich er­folg­rei­che zwei­te Dritt­li­ga­sai­son star­ten.

Or­dent­lich ge­ris­sen wird der­zeit im Fri­mo Sta­di­on: Die Spiel­flä­che wird kom­plett sa­niert. Fo­tos: Mru­gal­la

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