Ei­ne Fa­mi­lie im Fahr­rad­fie­ber

Mut­ter und drei Kin­der star­ten beim 24-St­un­den-Ren­nen am Alf­see

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Wenn am 10. und 11. Ju­ni wie­der mehr als 1000 Fah­rer beim 24-St­un­denMoun­tain­bike-Ren­nen in Ries­te am Alf­see teil­neh­men, ist wie im­mer auch Fa­mi­lie Esrom/Topp aus Bad Es­sen da­bei. Die Be­geis­te­rung für den Rad­sport ist seit dem ers­ten Tref­fen der El­tern Pro­gramm.

Von Lenn­art Al­bers

OS­NA­BRÜCK. Dass Ju­lia Esrom und ihr Mann Ja­son Topp spä­ter ein­mal mit ih­ren drei Kin­dern auf dem Fahr­rad ih­re Frei­zeit ver­brin­gen wer­den, war ei­gent­lich be­reits bei ih­rer ers­ten Be­geg­nung klar: Die bei­den lern­ten sich 2001 im ka­na­di­schen To­ron­to ken­nen, wo Ju­lia Esrom stu­dier­te. Dort kauf­te sie ein Fahr­rad bei ih­rem spä­te­ren Mann. „Und spä­ter noch eins und dann noch eins“, lacht sie. Seit 2006 sind die bei­den ver­hei­ra­tet und le­ben in Bad Es­sen.

Dass auch die Kin­der, Tris­tan (acht Jah­re alt), Le­an­der (sechs) und Phe­lan (vier) schon be­geis­ter­te Moun­tain­bike-Fah­rer sind, nimmt Topp auf sei­ne Kap­pe: „Als ich zwölf war, hat­te mein Va­ter ei­nen Fahr­rad­la­den, und ich hat­te dann im­mer ein Fahr­rad. In Ka­na­da bin ich vie­le Ren­nen ge­fah­ren und das ha­be ich dann an Ju­lia und die Kin­der wei­ter­ge­ge­ben“, er­zählt er. Seit er in Deutsch­land ist und die Kin­der da sind, fährt er aber nicht mehr re­gel­mä­ßig: „Da­für fehlt die Zeit, aber die drei Jungs hal­ten mich trotz­dem or­dent­lich auf Trab.“

Als kom­plet­te Fa­mi­lie grö­ße­re Tou­ren zu ma­chen, ist auf­grund der un­ter­schied­li­chen Leis­tungs­ni­veaus zwar noch schwie­rig, das Rad­fah­ren ist aber trotz­dem das ge­mein­sa­me Rad­sport ist Fa­mi­li­en­sa­che: Ju­lia Esrom (links), Ja­son Topp (hin­ten rechts) und die Kin­der Tris­tan, Le­an­der und Phe­lan (von links) sind schon heiß auf das 24-St­un­den-Ren­nen am Alf­see.

Hob­by der fünf. Wäh­rend Le­an­der noch Fuß­ball spielt und Tris­tan und Phe­lan als Schach­spie­ler ak­tiv sind, kom­men beim Moun­tain­bi­ken al­le auf ei­nen Nen­ner. „Ich fah­re dann eher im­mer mit Tris­tan und Le­an­der ei­ne Run­de. Ein­mal im Mo­nat schaf­fen wir es aber auch, leich­te­re Tou­ren mit al­len zu ma­chen“, er­klärt Esrom. Am meis­ten freu­en sie sich aber über die Renn­wo­chen­en­den wie am Alf­see. „Die Jungs sind schon ganz auf­ge­regt und fra­gen im­mer, wann es los­geht“, be­rich­tet Topp.

Dass die bei­den äl­te­ren Brü­der Tris­tan und Le­an­der

be­reits Rad­ren­nen fah­ren und dem­ent­spre­chend schon gro­ßen Ehr­geiz ent­wi­ckelt ha­ben, merkt man be­reits beim ge­mein­sa­men Fo­to­ter­min: Die bei­den Jungs spur­ten vor­an, las­sen ih­re Mut­ter und den klei­nen Bru­der im Schat­ten und freu­en sich, wenn sie als Ers­te am Fo­to­gra­fen vor­bei­fah­ren. „Dass wir nicht al­le in Reih und Glied fah­ren, passt gut zu un­se­rer Fa­mi­lie“, lacht die Ma­ma. Beim Kin­der­ren­nen am Alf­see wird Tris­tan be­reits zum vier­ten Mal an­tre­ten, wäh­rend Le­an­der das zwei­te Mal und Phe­lan das ers­te Mal da­bei ist.

Da­von wird Esrom selbst

aber nicht viel mit­be­kom­men, denn sie star­tet zeit­gleich als Ein­zel­fah­re­rin beim 24-St­un­den-Ren­nen. Er­fah­rung als „So­lo“hat sie im letz­ten Jahr be­reits ge­macht – da aber noch un­frei­wil­lig: Ih­re Part­ne­rin fiel kurz­fris­tig aus, so­dass sie un­vor­be­rei­tet erst­mals oh­ne Wech­sel­part­ner auf die Stre­cke ging. Die­ses Mal be­rei­tet sie sich di­rekt als Ein­zel­fah­re­rin vor, und zwar „be­son­ders men­tal, denn wer drei Kin­der hat, braucht kein gro­ßes Trai­ning“. Ein spe­zi­el­les Ziel hat sie sich nicht ge­setzt, sie möch­te aber bes­ser ab­schnei­den als im ver­gan­ge­nen Jahr: „Da konn­te ich

nachts auf­grund ei­ner feh­len­den Licht­ma­schi­ne kaum fah­ren und war nicht kom­plett er­schöpft am En­de des Ren­nens. Die­ses Jahr möch­te ich an die Leis­tungs­gren­ze ge­hen.“

Im gan­zen Fa­mi­li­en­spek­ta­kel bleibt Ja­son Topp nur die Be­treu­er­rol­le. Mit der Ver­pfle­gung und dem An­feu­ern sei­ner Fa­mi­lie ist der Va­ter aber auch völ­lig aus­ge­las­tet. „Er hat ei­gent­lich den wich­tigs­ten Job“, lobt Ju­lia Esrom ih­ren Mann. Topp selbst be­schreibt das Wo­che­n­en­de als „bunt“und „mal ein biss­chen stres­sig“. Aber da­für ist er ja auch selbst mit­ver­ant­wort­lich…

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