Ha­se­stra­ße wei­ter im Auf­wind

Ein Leer­stand we­ni­ger: Im­mo­bi­li­en­mak­ler sa­niert denk­mal­ge­schütz­tes Haus Num­mer 2

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Vin­cent Buß Mehr aus Os­na­brück und sei­nen Stadt­tei­len auf www.noz.de/os

Ein neu­er An­blick bie­tet sich Pas­san­ten in der Ha­se­stra­ße: Das Haus Num­mer 2 wur­de jüngst frisch sa­niert. Das passt zum Auf­wärts­trend, den die Wer­be- und In­ter­es­sen­ge­mein­schaft für den Kiez sieht, der lan­ge von Leer­stän­den ge­prägt war.

Im ver­gan­ge­nen Jahr kauf­te das Un­ter­neh­men MAZ Im­mo­bi­li­en das denk­mal­ge­schütz­te Haus und sa­nier­te es neun Mo­na­te lang. Da­mit will es ei­nen „wei­te­ren Bei­trag zur At­trak­ti­vi­täts­stei­ge­rung der Stra­ße“leis­ten. „Lei­der wur­de das Ge­bäu­de in der Ver­gan­gen­heit stets nur halb­her­zig in­stand ge­setzt“, wie Ge­schäfts­füh­re­rin Ja­na Hirschfeld er­zählt.

Ihr Un­ter­neh­men ließ das Haus nun wie­der alt­bau­ty­pisch her­rich­ten: Die Kunst­stoff­fens­ter wur­den durch Holz­mo­del­le aus­ge­tauscht und der Die­len­bo­den vom Tep­pich be­freit. Auch die Fas­sa­de wur­de neu ge­stri­chen. Das Ge­bäu­de nutzt MAZ Im­mo­bi­li­en als neu­es Bü­ro, nach­dem die Mak­ler fünf Jah­re lang in der Loh­stra­ße un­ter­ge­bracht wa­ren.

Das Haus Num­mer 2 hat ei­ne fast 150-jäh­ri­ge Ge­schich­te. Nach dem Ers­ten Welt­krieg be­fand sich dort laut Hirschfeld jahr­zehn­te­lang das Putz­ma­cher­ge­schäft von Me­ta Fie­sel­mann. Zu­letzt

nutz­te ein An­walt das Ge­bäu­de, be­vor die Im­mo­bi­li­en­fir­ma es nach kur­zem Leer­stand kauf­te.

Die Wer­be- und In­ter­es­sen­ge­mein­schaft Ha­se­stra­ße be­grüßt die Sa­nie­rung. „Wir sind froh, dass die Leer­stän­de zu­rück­ge­gan­gen sind“, er­klärt Mit­glied Bert Kar­rasch. Lan­ge Zeit war der Kiez von Pro­ble­men ge­prägt. Mo­men­tan ste­hen laut Kar­rasch

noch drei Ge­schäfts­räu­me leer. Und das ha­be nicht un­be­dingt et­was mit der Struk­tur der Ha­se­stra­ße zu tun.

Hirschfeld, ge­lern­te Stadt­pla­ne­rin, sieht zwar struk­tu­rel­le Pro­ble­me, je­doch wür­den sich die­se all­mäh­lich lö­sen. Ih­re Er­klä­rung: „Die Ha­se­stra­ße wur­de teil­wei­se al­lein­ge­las­sen, und es fehl­te mei­nes Erach­tens Un­ter­stüt­zung von au­ßen.“Mitt­ler­wei­le

sieht sie das aber als Vor­teil: „Die Lö­sun­gen fin­den da­her nicht auf­ge­setzt und nicht ein­zig mit Fo­kus auf ei­ne Image­ver­bes­se­rung statt, son­dern ent­ste­hen von in­nen her­aus.“Und das sei ei­ne Chan­ce, denn „die Stra­ße hat ih­re Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le und ist au­then­tisch“.

Pu­bli­kum gibt laut Hirschfeld reich­lich: Ei­ne grö­ßer wer­den­de krea­ti­ve Sze­ne, jun­ge Men­schen, die sich am Wo­che­n­en­de vom Alt­stadt­bahn­hof in die In­nen­stadt be­we­gen, und An­ge­stell­te, die wo­chen­tags in den Re­stau­rants zu Mit­tag es­sen. „Die Nach­fra­ge nach der Stra­ße ist nun da“, sagt auch Kar­rasch. Er ver­weist auf das Ha­se­stra­ßen­fest, das mitt­ler­wei­le ge­nau­so be­liebt sei wie der Rest der Os­na­brü­cker Mai­wo­che.

Droht mit zu­neh­men­der At­trak­ti­vi­tät nicht auch Gen­tri­fi­zie­rung – al­so ei­ne sich im­mer schnel­ler dre­hen­de Auf­wärts­spi­ra­le bei den Mie­ten? „Die Mie­ten sind leicht ge­stie­gen“, be­rich­tet Kar­rasch. Für Ge­schäf­te sei der Stand­ort aber im­mer noch güns­ti­ger als bei­spiels­wei­se die Krahn­stra­ße oder die Gro­ße Stra­ße. „Wir ha­ben un­se­ren Be­reich ge­fun­den, näm­lich spe­zi­fi­sche An­sprech­part­ner“, sagt Kar­rasch und nennt Es­pres­sound Ska­ter­fach­ge­schäf­te. Die Wer­be- und In­ter­es­sen­ge­mein­schaft will ihm zu­fol­ge nicht, dass die Mie­ten so weit stei­gen, dass die­ses Pu­bli­kum ver­drängt wird.

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de die Ha­se­stra­ße fünf Mo­na­te lang sa­niert und be­kam da­bei un­ter an­de­rem ei­ne neue Be­leuch­tung. Der schwie­ri­ge Pla­nungs­pro­zess hat­te sich über fast zehn Jah­re er­streckt.

In Zu­kunft könn­ten laut Kar­rasch in­tel­li­gen­te Müll­ei­mer aus­pro­biert wer­den. Auch wer­de über­legt, die Ha­se­stra­ße an Wo­chen­mark­tSams­ta­gen im Som­mer als tem­po­rä­re Fuß­gän­ger­zo­ne zu tes­ten. Al­ler­dings nur, wenn das tat­säch­lich Vor­tei­le für Be­su­cher und Markt­be­schi­cker ha­be. Die Os­na­brü­cker Grü­nen hat­ten so ei­ne Durch­fahrts­be­schrän­kung in der Ver­gan­gen­heit ins Spiel ge­bracht.

Das denk­mal­ge­schütz­te Haus mit der Adres­se Ha­se­stra­ße 2 ist frisch sa­niert wor­den. Fo­to: Gert West­dörp

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.