„Es gibt ei­ne Markt­lü­cke für ei­ne op­ti­mis­ti­sche Par­tei“

Ju­li-Bun­des­chef schwört FDP-Kreis­ver­band auf Wahl­kampf ein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Et­wa 30 FDP-Mit­glie­der und Gäs­te sind nun der Ein­la­dung des Kreis­ver­ban­des der Li­be­ra­len zum Spar­gel­es­sen ins Park­ho­tel ge­folgt. Dort sprach Kon­stan­tin Kuh­le, Bun­des­vor­sit­zen­der der Jun­gen Li­be­ra­len (Ju­lis) und zu­gleich Bun­des­vor­stands­mit­glied der FDP.

Das Tref­fen stand ganz im Zei­chen des Bun­des­tags­wahl­kamp­fes. Im An­griffs­mo­dus hol­te der 28-jäh­ri­ge Nach­wuchs­po­li­ti­ker ge­gen die po­li­ti­schen Geg­ner der Li­be­ra­len aus. „Ich se­he ei­ne Markt­lü­cke für ei­ne op­ti­mis­ti­sche Par­tei“, sag­te Kuh­le und mein­te da­mit na­tür­lich die FDP.

Im Üb­ri­gen kri­ti­sier­te er vor al­lem die SPD um Mar­tin Schulz. Die So­zi­al­de­mo­kra­ten könn­ten ei­gent­lich stolz auf die Re­for­men der Agen­da 2010 sein – statt­des­sen be­trie­ben sie „Re­tro­po­li­tik“, um das ei­ge­ne schlech­te Ge­wis­sen zu be­ru­hi­gen. Den Vor­stoß, Ger­hard Schrö­ders Re­for­men zu­min­dest teil­wei­se zu­rück­zu­dre­hen und un­ter an­de­rem ei­ne Ver­län­ge­rung des Ar­beits­lo­sen­gel­des I ein­zu­füh­ren, be­wer­tet Kuh­le kri­tisch: „Je län­ger das ALG I ver­ge­ben wird, des­to ge­rin­ger ist der An­reiz, wie­der in

den Ar­beits­markt zu­rück­zu­keh­ren.“

Aber auch die Uni­on be­kam ihr Fett weg. CDU/CSU tra­gen laut Kuh­le die vol­le Ver­ant­wor­tung für die der­zei­ti­ge Ein­wan­de­rungs­po­li­tik. Die Au­ßen­gren­zen der Eu­ro­päi­schen Uni­on müss­ten bes­ser ge­schützt wer­den, bei­spiels­wei­se durch die Agen­tur Fron­tex. Gleich­wohl be­ton­te der Jung­li­be­ra­le die Be­deu­tung von Zu­wan­de­rung für den deut­schen Ar­beits­markt und mach­te Vor­schlä­ge zur In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen. So sol­len Leh­rer ei­ne Son­der­aus­bil­dung er­hal­ten, um Flücht­lings­und Mi­gran­ten­kin­der bes­ser be­schu­len zu kön­nen. Au­ßer­dem ha­be es höchs­te Prio­ri­tät, ei­ne „Get­toi­sie­rung“der Ge­flüch­te­ten in deut­schen Städ­ten zu ver­hin­dern. „Es muss dar­an ge­ar­bei­tet wer­den, dass man Men­schen auf ei­ne grö­ße­re Flä­che ver­teilt.“

Bei der AfD und der Link­s­par­tei han­de­le sich um „ex­tre­mis­ti­sche Par­tei­en“– und mit sol­chen ko­alie­re die FDP nicht, so Kuh­le.

Bei den Grü­nen ha­be sich mit den Spit­zen­kan­di­da­ten Cem Öz­de­mir und Ka­trin Gö­ring-Eckardt zwar die „Rea­lo“-Frak­ti­on durch­ge­setzt – es sei al­ler­dings zu er­war­ten, dass die Par­tei dies mit ei­nem ex­pli­zit lin­ken Par­tei­pro­gramm kom­pen­sie­ren wer­de. „Im Be­reich der Wirt­schafts­po­li­tik sind sie der fal­sche An­sprech­part­ner.“

Zu­sam­men mit Mo­ritz Gal­len­kamp, dem Vor­sit­zen­den des FDP-Kreis­ver­ban­des, ver­lieh Kuh­le dann noch In­ge­burg Jes­sen-Klin­gen­berg die sil­ber­ne Eh­ren­na­del für 40-jäh­ri­ge Par­tei­mit­glied­schaft. Da­mit er­hielt sie die höchs­te Aus­zeich­nung der Nie­der­sach­sen-FDP.

Ein Sel­fie in Eh­ren . . . (von links): Mo­ritz Gal­len­kamp, Tan­ja Fig­lus, Tho­mas Thie­le und Ju­li-Chef Kon­stan­tin Kuh­le. Fo­to: Her­mann Pen­ter­mann

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