Er­leich­te­run­gen für Han­dy-Nut­zer

Zwei Neu­re­ge­lun­gen im Ju­ni: Roa­ming-Aus und Trans­pa­renz bei Ver­trä­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen - Von Wal­traud Mess­mann

Im Ju­ni tre­ten wie­der neue Ge­set­ze und Re­ge­lun­gen in Kraft. Ei­ni­ge da­von wer­den vor al­lem Spar­füch­sen ge­fal­len.

OS­NA­BRÜCK. Vor al­lem Han­dy­nut­zer kön­nen von den Ge­set­zen und Re­ge­lun­gen pro­fi­tie­ren, die im Ju­ni in Kraft tre­ten. Da­zu ge­hö­ren die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­markt-Trans­pa­renz­ver­ord­nung und das Aus für Roa­ming­ge­büh­ren im EU-Raum.

Trans­pa­renz­ver­ord­nung: Am 1. Ju­ni tritt die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­markt-Trans­pa­renz­ver­ord­nung in Kraft. Ab dann müs­sen An­bie­ter ih­ren Neu­kun­den Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blät­ter für die von ih­nen ver­mark­te­ten Pro­duk­te aus­hän­di­gen. Ver­brau­cher, die ei­nen neu­en In­ter­net-, Fest­netz- oder Han­dy­ver­trag ab­schlie­ßen, sol­len so die Mög­lich­keit ha­ben, sich über De­tails ih­rer Ver­trä­ge um­fas­send zu in­for­mie­ren.

Die In­for­ma­ti­ons­blät­ter sol­len un­ter an­de­rem fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten: • mi­ni­ma­le, ma­xi­ma­le und nor­ma­ler­wei­se ver­füg­ba­re Da­ten­über­tra­gungs­ra­te

• ab wel­chem Ver­brauch des Da­ten­vo­lu­mens die Ge­schwin­dig­keit ge­dros­selt wird

• Ver­trags­lauf­zeit • Ver­län­ge­rungs­op­ti­on und Kün­di­gungs­frist

• Kos­ten

Elek­tro­ge­setz ver­schärft: Händ­ler, die die Rück­nah­me von Elek­tro­klein­ge­rä­ten ver­wei­gern, ob­wohl die­se un­ter die Rück­nah­me­pflicht fal­len, müs­sen ab dem 1. Ju­ni mit Buß­gel­dern von bis zu 100 000 Eu­ro rech­nen. Das sieht nach An­ga­ben des In­ter­net­por­tals Light­cy­cle ei­ne Än­de­rung des Elek­tro­ge­set­zes (Elek­troG) vor. Ei­ne wei­te­re Neue­rung ist, dass die Rück­nah­me­pflicht auf fünf Alt­ge­rä­te je Ge­rä­teart pro

Rück­ge­ber be­schränkt wird. Die Rück­nah­me­pflicht gilt nicht nur für den sta­tio­nä­ren Han­del. Auch On­li­ne-Händ­ler ste­hen ab ei­ner La­ger­flä­che von mehr als 400 Qua­drat­me­tern in der Pflicht.

Uni­ty­me­dia: Uni­ty­me­dia läu­tet ab dem 1. Ju­ni das En­de des ana­lo­gen Ka­bel­fern­se­hens ein. Los geht es An­fang des Mo­nats im süd­li­chen Ba­den-Würt­tem­berg, der Nor­den des Lan­des folgt am 6. Ju­ni. Hes­sen wird ab dem 13. Ju­ni ab­ge­schal­tet. In Nord­rhein-West­fa­len wird der Sü­den ab dem 20. Ju­ni, der Nor­den ab dem 27. Ju­ni vom Netz ge­nom­men. Nach An­ga­ben von Uni­ty­me­dia schau­en noch rund 640 000 meist äl­te­re Kun­den ana­lo­ges Pro­gramm.

Glei­cher Lohn für glei­che Ar­beit: Im Ju­ni wird al­ler Vor­aus­sicht nach auch das Ent­gelt­trans­pa­renz­ge­setz in Kraft tre­ten. Die­ses soll für gleich­be­rech­tig­te Be­zah­lung am Ar­beits­platz sor­gen: Män­ner und Frau­en sol­len bei glei­cher oder gleich­wer­ti­ger Ar­beit das Glei­che ver­die­nen. Be­schäf­tig­te kön­nen von ih­rem Ar­beit­ge­ber in be­stimm­ten Fäl­len ver­lan­gen, das durch­schnitt­li­che Brut­to­ge­halt ei­nes ver­gleich­ba­ren Mit­ar­bei­ters des an­de­ren Ge­schlechts of­fen­zu­le­gen. Die Re­ge­lun­gen wer­den am Tag nach ih­rer Ver­kün­dung im Bun­des­ge­setz­blatt gül­tig.

Min­dest­lohn in der Zeit­ar­beit: Be­reits seit 1. März die­ses Jah­res gilt für Zeit­ar­bei­ter bei den Ta­rif­wer­ken ein

Min­dest­lohn von 9,23 Eu­ro im Wes­ten und 8,91 Eu­ro im Os­ten. Der Min­dest­lohn­aus­schuss hat zu­ge­stimmt, die­sen Lohn für Zeit­ar­bei­ter ab 1. Ju­ni als all­ge­mein ver­bind­lich zu er­klä­ren. Da­mit soll ver­hin­dert wer­den, dass aus­län­di­sche Di­enst­leis­ter die­sen mi­ni­ma­len Be­trag un­ter­lau­fen. Der Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­band der Per­so­nal­dienst­leis­ter hat­te die Lohn­er­hö­hung be­an­tragt.

Roa­ming-Ge­büh­ren: Ab dem 15. Ju­ni 2017 wer­den die „Roa­ming-Auf­schlä­ge“fürs Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen im EU-Raum ab­ge­schafft. EUBür­ger müs­sen dann bei Rei­sen in EU-Län­dern kei­ne zu­sätz­li­chen Ge­büh­ren mehr zah­len. Es wird aber auch künf­tig nicht mög­lich sein,

ei­nen bil­li­ge­ren Han­dy-Ver­trag im Aus­land ab­zu­schlie­ßen. Denn ei­ne so­ge­nann­te „Fair-Use-Gren­ze“be­grenzt die Nut­zung des Gra­tis-Roa­ming­an­ge­bots. Nut­zer, die sich in­ner­halb ei­nes Be­ob­ach­tungs­zeit­raums von vier Mo­na­ten mehr als zwei Mo­na­te im EU-Aus­land auf­hal­ten und dort über­wie­gend Roa­ming­diens­te nut­zen, dür­fen vom An­bie­ter ver­warnt wer­den und müs­sen in­ner­halb von zwei Wo­chen ei­ne „fai­re Nut­zung“– al­so ei­nen über­wie­gen­den Auf­ent­halt und ei­ne über­wie­gen­de Nut­zung im In­land – nach­wei­sen. Sonst kön­nen zu­sätz­li­che Kos­ten ver­rech­net wer­den. Ei­ni­ge Han­dy­an­bie­ter re­agie­ren schon mit „In­lands­ta­ri­fen“, die die Aus­lands­nut­zung kom­plett aus­schlie­ßen.

Fo­to: dpa

Gu­te Nach­rich­ten für Ur­lau­ber und Leu­te, die viel im Aus­land un­ter­wegs sind: Ab dem 15. Ju­ni wer­den die Roa­ming-Auf­schlä­ge fürs Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen im EU-Raum ge­stri­chen.

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