Ehe ge­schei­tert, Haus ge­ret­tet

Fi­nanz­tipp: Re­ge­lung von Im­mo­bi­li­en­ver­mö­gen bei Scheidung – Ehe­ver­trag sorgt für kla­re Ver­hält­nis­se

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen - Von Fritz Him­mel Nächs­te Wo­che: Gi­ro­kon­to für Schü­ler und Stu­den­ten

Meist geht es nach ei­ner Tren­nung nicht nur dar­um, wie hoch die Schul­den, ge­leis­te­te Zah­lun­gen und der Wert­zu­wachs der Im­mo­bi­lie wäh­rend der ge­mein­sa­men Jah­re wa­ren. „Zu klä­ren ist dann meist auch, ob und wel­cher der Part­ner das Ei­gen­heim wei­ter be­wohnt, wer Kre­dit­ra­ten, Steu­er, Ver­si­che­rung und die üb­ri­gen Ne­ben­kos­ten zahlt, ob die Grund­buch­ein­tra­gung ge­än­dert oder die Im­mo­bi­lie im Zu­ge des Zu­ge­winn­aus­gleichs doch ver­kauft wer­den muss“, sagt Rechts­an­walt Tim Schauss.

Die Mehr­heit der Ehe­paa­re lebt im Sta­tus der so­ge­nann­ten Zu­ge­winn­ge­mein­schaft. Bei ei­ner Scheidung wird durch ei­nen Ver­gleich des An­fangs- und End­ver­mö­gens bei je­dem Ehe­part­ner er­mit­telt, wel­cher den hö­he­ren Zu­ge­winn wäh­rend der Ehe er­wirt­schaf­tet hat. „Der­je­ni­ge mit dem hö­he­ren Ver­mö­gens­zu­ge­winn muss dann die Hälf­te der Dif­fe­renz an den an­de­ren aus­zah­len“, sagt Do­mi­nik Hü­ren von der Bun­des­no­tar­kam­mer.

Ha­ben die Ehe­part­ner ge­mein­sam die Im­mo­bi­lie wäh­rend der Ehe an­ge­schafft und sind bei­de im Grund­buch als Ei­gen­tü­mer ein­ge­tra­gen, ge­hört je­dem die Hälf­te. Wie wird nun ge­teilt?

Im­mo­bi­lie ver­kau­fen: Der ein­fachs­te und sau­bers­te Weg wä­re, bei­de ent­schlie­ßen sich zum Ver­kauf und tei­len dann den Er­lös glei­cher­ma­ßen. Gleich­zei­tig las­sen sich Ver­bind­lich­kei­ten,

et­wa ein Im­mo­bi­li­en­kre­dit, da­mit til­gen.

Im­mo­bi­li­en-An­teil an den Ehe­part­ner über­tra­gen: Will ei­ner die Im­mo­bi­lie al­lei­ne be­hal­ten und wei­ter­hin be­woh­nen, so muss er dem an­de­ren ei­ne Ab­fin­dung zah­len, die sich am Markt­wert des Ob­jekts und an dem be­ur­kun­de­ten Ei­gen­tums­an­teil be­misst. In die­sem Fall soll­te der ab­ge­ben­de Part­ner dar­auf ach­ten, dass er aus al­len Ver­trä­gen und dem Grund­buch ge­stri­chen wird. So kann er nicht in Haf­tung ge­nom­men wer­den, soll­te der Ex-Part­ner sei­nen künf­ti­gen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen nicht nach­kom­men. „Schei­dungs­paa­re soll­ten be­den­ken, dass bei Ei­gen­tums­über­tra­gun­gen auch Grund­er­werb­steu­er fäl­lig wird“, sagt An­walt Schauss. Die be­trägt 2017 in ei­ni­gen Bun­des­län­dern be­reits 6,5 Pro­zent des Ver­kehrs­wer­tes, so­dass schnell meh­re­re tau­send Eu­ro al­lein für die Grund­buch­ein­tra­gung fäl­lig wer­den.

Schei­dungs­ur­teil: Streit oh­ne En­de? Oh­ne ein­ver­nehm­li­che Ei­ni­gung ent­schei­den letzt­lich die Ge­rich­te. Dann droht so­gar die Ver­stei­ge­rung der Im­mo­bi­lie.

Ehe­ver­trag: Per Ehe­ver­trag lässt sich ei­ne völ­li­ge Gü­ter­tren­nung ver­ein­ba­ren oder auch der ge­setz­lich ge­re­gel­te Zu­ge­winn­aus­gleich da­hin ge­hend än­dern, dass man ihn be­schränkt oder be­stimm­te Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de aus­schließt. So ein Ehe­ver­trag kann wäh­rend ei­ner Ehe nach­träg­lich oder be­reits vor der Hoch­zeit ge­schlos­sen wer­den. Er ist für die Rechts­gül­tig­keit no­ta­ri­ell un­ter An­we­sen­heit bei­der Ehe­leu­te zu be­ur­kun­den. Ei­ne Lang­fas­sung die­ses Tex­tes fin­den Sie auf noz.de/fi­nanz­tipp.

Fo­to: dpa

Vie­le Schei­dun­gen brin­gen den Ver­kauf ei­ner ge­mein­sam an­ge­schaff­ten Im­mo­bi­lie mit sich. Doch wie wird fair ge­teilt?

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