Mit­rei­ßend

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen - Von Frank Jür­gens

Am Abend al­ler Ta­ge 20.15 Uhr

Der im Jahr 2013 be­kannt ge­wor­de­ne Schwa­bin­ger Kunst­fund aus dem Be­sitz des bald dar­auf ver­stor­be­nen Cor­ne­li­us Gur­litt wirft im­mer noch Fra­gen auf. Ins­be­son­de­re die Klä­rung der Ei­gen­tums­rech­te, Stich­wort „Raub­kunst“, wird wohl nie zu­frie­den­stel­lend ab­ge­schlos­sen wer­den kön­nen.

In sei­nem ak­tu­el­len Fern­seh­film „Am Abend al­ler Ta­ge“wan­delt nun Aus­nah­me­re­gis­seur Do­mi­nik Graf auf den fik­tio­na­li­sier­ten Pfa­den des Fal­les Gur­litt, wo­bei die Dreh­buch­vor­la­ge von Mar­kus Busch auch Spu­ren von Hen­ry Ja­mes’ „The Aspern Pa­pers“aus dem Jahr 1888 ent­hält. Die sind in der Rah­men­hand­lung er­ahn­bar, in der ein Ju­rist und Kunst­ken­ner (Friedrich Mü­cke) ei­nem ver­schol­le­nen Ge­mäl­de nach­ja­gen soll, das es mög­li­cher­wei­se gar nicht gibt.

Graf ent­wi­ckelt dar­aus ei­ne span­nen­de Mi­schung aus Thril­ler und Dra­ma um den skru­pel­lo­sen wie schein­hei­lig agie­ren­den Kunst­jä­ger, der sich im Stru­del sei­ner Re­cher­chen zu ver­lie­ren droht. Hin­ter­grün­dig geht es Graf da­bei auch um die Fra­ge, ob auf Kunst­wer­ke über­haupt Be­sitz­an­sprü­che er­ho­ben wer­den kön­nen. Ge­schickt ver­mischt er die­se Fra­ge mit ei­ner Amour fou, die den Film auf ein et­was ei­gen­tüm­li­ches En­de zu­steu­ern lässt. Se­hens­wert – al­lein schon we­gen Grafs mit­rei­ßen­der Film­spra­che.

Wer­tung: ★★★★★✩

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