Der An­fang vom En­de Ma­du­ros

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Die Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung – oder bes­ser: der Rea­li­täts­ver­lust – ist be­acht­lich: Da pro­tes­tie­ren Hun­dert­tau­sen­de Men­schen seit Wo­chen ge­gen das sich im­mer dik­ta­to­ri­scher ge­bär­den­de Re­gime, gut die Hälf­te der Be­völ­ke­rung wünscht die auf Ab­schaf­fung der de­mo­kra­ti­schen In­sti­tu­tio­nen ge­münz­te neue ver­fas­sung­ge­ben­de Ver­samm­lung zum Teu­fel, und auch das Aus­land ist nicht be­reit, Ma­du­ros Marsch in die Will­kür­her­schaft mit­zu­ma­chen. Doch der Staats­prä­si­dent lässt je­de Op­po­si­ti­on nie­der­knüp­peln.

Das Gu­te dar­an: Es ist der An­fang vom En­de Ma­du­ros. Der Prä­si­dent wird für die Miss­wirt­schaft ver­gan­ge­ner Jah­re und die ak­tu­el­le Igno­ranz zah­len, wie so vie­le De­s­po­ten wo­an­ders vor ihm. Das Trau­ri­ge: Auch die Ve­ne­zo­la­ner wer­den die Rech­nung be­glei­chen müs­sen. Denn es ist of­fen, wie lan­ge es dau­ert, bis das Re­gime kol­la­biert, und wie blu­tig der Weg dort­hin wird. Die jüngs­te Es­ka­la­ti­on der Ge­walt lässt Schlim­mes be­fürch­ten. Ma­du­ro zer­stört die De­mo­kra­tie, treibt das Land in die Iso­la­ti­on; Bür­ger­krieg wahr­schein­lich. Auf­ga­be der Nach­bar­län­der und in­ter­na­tio­na­len Staa­ten­ge­mein­schaft ist es, den Druck auf Ma­du­ro hoch zu hal­ten, die Op­po­si­ti­on im Land zu stär­ken und den Prä­si­den­ten so zu Ge­sprä­chen zu zwin­gen, die in ei­nen Ver­zicht auf die Macht mün­den. Nur mit per­so­nel­lem Neu­an­fang hat Ve­ne­zue­la ei­ne Chan­ce.

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