GEW greift CDU-Kan­di­dat an

Al­t­hus­mann soll zu­rück­ru­dern

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Im Streit um die Leh­rer­ar­beits­zeit in Nie­der­sach­sen droht die Bil­dungs­ge­werk­schaft GEW dem CDU-Spit­zen­kan­di­da­ten Bernd Al­t­hus­mann mit „mas­si­ven Aus­ein­an­der­set­zun­gen“. So­wohl der schei­den­de GEW-Vor­sit­zen­de Eber­hard Brandt als auch sei­ne de­si­gnier­te Nach­fol­ge­rin Lau­ra Pooth kri­ti­sier­ten das Wahl­pro­gramm der Lan­des­CDU.

Die Par­tei strebt im Fal­le ei­nes Wahl­siegs im Ja­nu­ar ei­ne un­ab­hän­gi­ge Ar­beits­zeit­un­ter­su­chung an. Für Pooth ist das ei­ne „Pro­vo­ka­ti­on auf gan­zer Li­nie“, da die GEW selbst vor ei­nem Jahr ei­ne ei­ge­ne Ar­beits­zeit­stu­die in Auf­trag ge­ge­ben hat­te. De­ren Er­geb­nis: Nie­der­sach­sens Lehr­kräf­te ar­bei­ten mehr­heit­lich deut­lich mehr als die be­am­ten­üb­li­chen 40 St­un­den in der Wo­che. Dass die

CDU die­se Er­geb­nis­se nun nicht an­er­ken­ne, sei „an Dreis­tig­keit und Igno­ranz“kaum zu über­bie­ten, pol­ter­te Pooth. Mit der am­tie­ren­den Kul­tus­mi­nis­te­rin Frau­ke Hei­li­gen­stadt (SPD) war die GEW hin­ge­gen we­ni­ger streng: Die­se ha­be die Stu­di­en­ma­cher so­gar in die ak­tu­el­le Kom­mis­si­on zur Leh­rer­ar­beits­zeit auf­ge­nom­men. Ge­werk­schafts­chef Brandt er­klär­te den Um­gang mit der GEW-Stu­die zur „Schlüs­sel­fra­ge“für den Land­tags­wahl­kampf. Kan­di­da­ten, die die Stu­die igno­rier­ten oder ab­lehn­ten, dürf­ten bei Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen „leb­haf­te Auf­trit­te von Leh­rern er­le­ben“. 2018 müs­se es zu ei­ner Ent­las­tung bei den Pflicht­stun­den kom­men.

Zwangs­ver­setz­te Leh­rer

Ein kurz­fris­ti­ges Re­zept ge­gen den Lehrer­man­gel an Nie­der­sach­sens Schu­len hat die GEW nicht. Sie for­dert das Gym­na­si­al­leh­rer­ge­halt (Be­sol­dungs­stu­fe A 13) für al­le. Das dürf­te aber nur lang­fris­tig viel nut­zen, da Leh­rer der­zeit in al­len Bun­des­län­dern Man­gel­wa­re sind.

Um den Man­gel in den un­te­ren Jahr­gän­gen ab­zu­mil­dern, hat das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um kurz vor Schul­jah­res­start zahl­rei­che Gym­na­si­al­leh­rer be­fris­tet an die Grund­schu­len ab­ge­ord­net. Vie­le Päd­ago­gen er­fuh­ren da­von per Mail im Ur­laub. Der Vor­sit­zen­de des Phi­lo­lo­gen­ver­ban­des, Horst Au­dritz, sprach von ei­nem „un­er­träg­li­chen Zu­stand, der ein­deu­tig zu­las­ten der Bil­dung un­se­rer Schü­le­rin­nen und Schü­ler geht“. In Sa­chen Un­ter­richts­ver­sor­gung dümp­le das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um plan- und ziel­los da­hin.

Al­les zum Schul­an­fang fin­den Sie im In­ter­net auf noz.de/ein­schu­lung

Lau­ra Pooth Foto: dpa

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