Sa­lih­a­mid­zic: Bin kei­ne Not­lö­sung

FC Bay­ern stellt neu­en Sport­di­rek­tor vor – Ho­en­eß: Zu­rück zu den Wur­zeln

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport - Von Klaus Berg­mann

Rund um die Uhr will Ha­san Sa­lih­a­mid­zic für die Bay­ern da sein. Ge­gen Li­ver­pool darf er gleich los­le­gen. Rum­me­nig­ge und Ho­en­eß se­hen in dem ExPro­fi ei­ne To­plö­sung. Ein Drei­jah­res­ver­trag gilt als Ver­trau­ens­be­weis.

Ha­san Sa­lih­a­mid­zic war be­müht, gleich bei sei­ner über­ra­schen­den Vor­stel­lung als Sport­di­rek­tor Pro­fil zu ge­win­nen. „Ich ken­ne die DNA des FC Bay­ern ab­so­lut“, sag­te der 40 Jah­re al­te Ex-Pro­fi, der ein Ver­spre­chen ab­leg­te: „Ich wer­de 24 St­un­den sie­ben Ta­ge die Wo­che für die Spie­ler da sein.“Die Bos­se Karl-Heinz Rum­me­nig­ge und Uli Ho­en­eß ha­ben nach lan­ger Su­che ei­nen Nach­fol­ger für Mat­thi­as Sam­mer ge­fun­den, ei­nen, der vor al­lem die to­ta­le Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Ver­ein und sei­ner Auf­ga­be mit­bringt.

„Ich bin mit die­ser Lö­sung sehr, sehr zu­frie­den“, er­klär­te Prä­si­dent und Auf­sichts­rats­chef Ho­en­eß. Die Ent­schei­dung sei auch ein Si­gnal, das lau­te: „Zu­rück zu den Wur­zeln, das Mia-san-mi­aGe­fühl stär­ken. Wer kann das bes­ser als Ha­san Sa­lih­a­mid­zic, der das im­mer ge­lebt hat?“Vor­stands­chef Rum­me­nig­ge sprach von „to­ta­lem Ver­trau­en“in den lang­jäh­ri­gen Bay­ern-Pro­fi, der zu den Cham­pi­ons-Le­ague-Sie­gern 2001 zähl­te. Und Rum­me­nig­ge stell­te am Mon­tag­abend ei­nes ganz deut­lich her­aus: „Ha­san ist nicht der Platz­warm­hal­ter für Phil­ipp Lahm.“Für den lang­jäh­ri­gen Ka­pi­tän blei­be die Tü­re zum Ver­ein den­noch of­fen.

Bei der ein Jahr dau­ern­den Fahn­dung für ei­nen Nach­fol­ger von Sport­vor­stand Mat­thi­as Sam­mer wa­ren viel nam­haf­te­re Kan­di­da­ten ge­han­delt wor­den. Der aus­er­ko­re­ne Welt­meis­ter Lahm woll­te am En­de nicht, der da­nach um­wor­be­ne Max Eberl blieb bei Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach. „Not­lö­sung? Ich füh­le mich über­haupt nicht so“, er­klär­te Sa­lih­a­mid­zic. Der lang­fris­ti­ge Ver­trag bis 2020 ist ein Ver­trau­ens­be­weis der Club­füh­rung. Sa­mih­a­mid­zic ist Rum­me­nig­ge di­rekt un­ter­stellt. Er soll auch den Nach­wuchs­be­reich und das Scou­ting ver­ant­wor­ten.

In ers­ter Li­nie aber soll er das zu­letzt auch von den Bos­sen mehr und mehr ver­miss­te Bin­de­glied zwi­schen Mann­schaft und Trai­ner so­wie dem Ver­ein und Vor­stand sein. Ganz eng am Team lau­tet die Haupt­auf­ga­be. Stim­mun­gen spü­ren, Reiz­punk­te set­zen, Trans­fers mit­ver­ant­wor­ten. Dar­um wird „Braz­zo“bei den Spie­len auch wie Vor­gän­ger Sam­mer auf der Bank sit­zen; erst­mals am Di­ens­tag beim Au­di Cup ge­gen den FC Li­ver­pool.

„Er ist das Mo­sa­ik­stück­chen, das uns noch ge­fehlt hat“, be­merk­te Rum­me­nig­ge. Er schrieb Sa­lih­a­mid­zic vie­le po­si­ti­ve At­tri­bu­te zu wie in­te­ger, flei­ßig, se­ri­ös und da­zu als Mensch sehr aus­ge­schla­fen. Rum­me­nig­ge sieht in dem Bos­ni­er, der fünf Spra­chen spricht, „ei­nen Mann, der in Zu­kunft beim FC Bay­ern gro­ße Be­deu­tung ha­ben wird“.

Vor der Pres­se­kon­fe­renz wur­de Sa­lih­a­mid­zic der Mann­schaft in der Ka­bi­ne vor­ge­stellt. Laut Rum­me­nig­ge gab es Bei­fall. An­ce­lot­ti hieß den neu­en Sport­di­rek­tor „herz­lich will­kom­men“. Der Trai­ner sag­te aber auch: „Die letz­te Sai­son hat nichts ge­fehlt. Wir ha­ben ei­nen gu­ten Job ge­macht. Der Ver­ein mein­te, ein neu­er In­put wür­de uns hel­fen.“Rum­me­nig­ge stell­te klar: „Ha­san ist kein Auf­pas­ser für Car­lo An­ce­lot­ti.“

Sa­lih­a­mid­zic trug von 1998 bis 2007 das Re­kord­meis­ter­tri­kot. 234-mal lief er in der Bun­des­li­ga für die Münch­ner auf. Er ist da­mit der Aus­län­der mit den meis­ten Li­ga­par­ti­en für den FCB. Größ­ter Er­folg war der Cham­pi­ons­Le­ague-Gewinn 2001. Da­zu kom­men sechs Meis­ter­ti­tel und vier Er­fol­ge im DFB-Po­kal.

Gu­te ge­launt: Ha­san Sa­lih­a­mid­zic bei der Vor­stel­lung als neu­er Sport­di­rek­tor des FC Bay­ern Mün­chen. Foto: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.