Ro­nal­do: Nie­mals et­was ver­bor­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Cris­tia­no Ro­nal­do muss­te erst­mals of­fi­zi­ell zum Vor­wurf des Steu­er­be­trugs in Mil­lio­nen­hö­he Stel­lung be­zie­hen. Nach der An­hö­rung wird die Un­ter­su­chungs­rich­te­rin ent­schei­den, ob der Welt­fuß­bal­ler auf die An­kla­ge­bank muss.

An sei­nem wo­mög­lich „här­tes­ten Tag“wähl­te Cris­tia­no Ro­nal­do den Hin­ter­ein­gang durch die Ga­ra­ge des Ge­richts­ge­bäu­des in Po­zue­lo de Al­ar­cón. Nur die Rich­te­rin Mó­ni­ca Gó­mez Fer­rer be­kam den Fuß­ball­star für ein­ein­halb St­un­den zu Ge­sicht.

Ro­nal­do wies vor Ge­richt al­le An­schul­di­gun­gen von sich, hieß es in ei­nem am Mon­tag ver­brei­te­ten Kom­mu­ni­qué des Ge­richts. „Ich ha­be nie­mals et­was ver­bor­gen und auch nie­mals die Ab­sicht ge­habt, Steu­ern zu hin­ter­zie­hen“, sag­te der Pro­fi von Re­al Ma­drid. Er ha­be be­tont, dass die Fi­nanz­be­hör­den „al­le mei­ne Ein­nah­men im De­tail ken­nen, da ich sie im­mer an­ge­ge­ben ha­be.“

Es geht um den Vor­wurf der Steu­er­hin­ter­zie­hung in Hö­he von 14,7 Mil­lio­nen Eu­ro. Nach dem Ter­min hat die Un­ter­su­chungs­rich­te­rin bis zu 18 Mo­na­te Zeit, um über die Er­öff­nung ei­nes Straf­pro­zes­ses ge­gen den 32 Jah­re al­ten Eu­ro­pa­meis­ter zu ent­schei­den. Im Fal­le ei­ner Ver­ur­tei­lung droht „CR7“ei­ne mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fe.

Ro­nal­do gab sich als Sau­ber­mann. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich mei­ne Be­ra­ter dar­um bit­te, dass sie im­mer al­les pünkt­lich er­le­di­gen und kor­rekt zah­len, weil ich kei­ne Pro­ble­me ha­ben möch­te“, sag­te er in der Mit­tei­lung des Ge­richts.

„Als ich bei Re­al Ma­drid un­ter­schrie­ben ha­be, ha­be ich kei­ne spe­zi­el­le Struk­tur kre­iert, um mei­ne Bild­rech­te zu ver­wal­ten. Ich ha­be viel­mehr je­ne Struk­tur bei­be­hal­ten, die ich schon in En­g­land hat­te.“Die­se ha­be er schon seit 2004, sie sei in En­g­land von den zu­stän­di­gen Be­hör­den als „le­gal und le­gi­tim“an­er­kannt wor­den, be­haup­te­te der Por­tu­gie­se.

Vie­le Fuß­ball­stars muss­ten in Spa­ni­en we­gen Steu­er­be­trugs auf die An­kla­ge­bank. Be­rühm­tes­tes Ziel der Fahn­der war Lio­nel Mes­si. Der Pro­fi des FC Barcelona wur­de we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung von 4,1 Mil­lio­nen Eu­ro zu 21 Mo­na­ten Haft ver­ur­teilt. Sein Glück: Bei Stra­fen von bis zu zwei Jah­ren müs­sen nicht vor­be­straf­te An­ge­klag­te in Spa­ni­en in der Re­gel nicht ins Ge­fäng­nis.

Nach der Anzeige der Staats­an­walt­schaft soll Ro­nal­do zwi­schen 2011 und 2014 Mil­lio­nen­ein­nah­men aus Bild­rech­ten „be­wusst“am Fis­kus vor­bei­ge­schleust ha­ben. Da­für ha­be er auf den Bri­ti­schen Jung­fern­in­seln und in Ir­land ein Un­ter­neh­mens­ge­flecht ge­schaf­fen. Sei­ne An­wäl­te ha­ben die­sen Vor­wurf zu­rück­ge­wie­sen.

Cris­tia­no Ro­nal­do wird Steu­er­hin­ter­zie­hung vor­ge­wor­fen.

Ar­chiv­fo­to: imago/Ac­tionPic­tu­re

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