Bes­se­re Luft für al­le

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Rll@noz.de

Seit zwei Jah­ren wis­sen wir, dass die Ge­schich­te vom sau­be­ren Die­sel ein Mär­chen ist. Stick­oxi­de ver­kür­zen Le­ben. Den Preis zah­len die Men­schen, die an den Haupt­ver­kehrs­stra­ßen le­ben – Men­schen, die es nicht ge­wohnt sind, für ih­re Rech­te vor das Ver­wal­tungs­ge­richt zu zie­hen. Kla­gen ist eher ei­ne Spe­zia­li­tät von Ei­gen­heim­be­sit­zern aus den ru­hi­gen Wohn­vier­teln. Aber sie sind nicht be­trof­fen, und sie nut­zen mit grö­ße­rer Wahr­schein­lich­keit das Au­to für die Fahrt in die Stadt. Die vom VCD an­ge­droh­te Kla­ge auf sau­be­re Luft ist al­so auch ein Ver­such, Chan­cen­gleich­heit her­zu­stel­len.

Scha­de nur, dass sich so ei­ne Kla­ge nur ge­gen die Stadt rich­ten kann und nicht et­wa ge­gen die Ver­ant­wort­li­chen der Au­to­in­dus­trie, de­ren be­trü­ge­ri­sche Ma­chen­schaf­ten zu Von Rai­ner Lah­man­nLam­mert

den mas­si­ven Grenz­wert­über­schrei­tun­gen ge­führt ha­ben. Auch die Be­hör­den, die ih­re Kon­troll­pflich­ten ver­nach­läs­sigt ha­ben, wä­ren ein gu­ter Adres­sat für die Kla­ge.

Bei der Fra­ge, wer für die Stick­oxi­de in der Os­na­brü­cker Luft ver­ant­wort­lich ist, kön­nen die Au­to­fah­rer je­doch nicht aus­ge­klam­mert wer­den. Wer mit dem Die­sel in die Stadt fährt, ist ein Teil des Pro­blems. Aber wer sein Au­to ste­hen lässt, leis­tet ei­nen Bei­trag, die Luft zu ver­bes­sern. Die meis­ten zu­rück­ge­leg­ten We­ge sind kür­zer als fünf Ki­lo­me­ter. Da kann das doch nicht so schwer sein!

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