Grü­ne for­dern Run­den Tisch Pro­sti­tu­ti­on

Land­kreis hält Ver­net­zung we­gen des neu­en Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes für sinn­voll

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land - Von Je­an-Charles Fays aus der Re­gi­on auf noz.de/os­nabru­eck

Die Kreis­tags­frak­ti­on der Grü­nen for­dert ei­nen Run­den Tisch Pro­sti­tu­ti­on, um die Ver­wal­tun­gen von Stadt und Land­kreis Os­na­brück so­wie Initia­ti­ven und Ver­bän­de zu ver­net­zen. Hin­ter­grund ist das neue Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz, das An­fang Ju­li in Kraft ge­tre­ten ist.

OS­NA­BRÜCK. Der Land­kreis-Spre­cher Burk­hard Rie­pen­hoff hält es auf­grund des neu­en Ge­set­zes zu­künf­tig für sinn­voll, Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen aus­zu­tau­schen – auch mit ex­ter­nen Be­ra­tungs­stel­len. „In­so­fern wird der Land­kreis Os­na­brück Ver­net­zung et­wa auch im Rah­men ei­nes Run­den Ti­sches för­dern“, si­gna­li­siert Rie­pen­hoff.

Pro­sti­tu­ier­te müs­sen sich dem Ge­setz zu­fol­ge nun beim Ord­nungs­amt der Stadt oder beim Fach­dienst Ord­nung des Land­krei­ses an­mel­den und ei­nen Licht­bild­aus­weis er­stel­len, den sie bei Kon­trol­len auf ih­rer Ar­beits­stät­te vor­zu­zei­gen ha­ben. Auf Wunsch kön­nen Pro­sti­tu­ier­te auch ei­ne Ali­as-Iden­ti­tät be­kom­men. Da die Aus­weis­for­mu­la­re der­zeit noch nicht ver­füg­bar sind, wer­den zu­nächst vor­läu­fi­ge An­mel­dungs­be­schei­ni­gun­gen aus­ge­stellt.

Zu­dem müs­sen sich Pro­sti­tu­ier­te beim Ge­sund­heits­dienst ge­sund­heit­lich be­ra­ten las­sen. Auch Bor­dell­be­trie­be müs­sen sich beim Ord­nungs­amt der Stadt oder beim Fach­dienst Ord­nung des Land­krei­ses an­mel­den, Bor­dell­be­trei­ber wer­den auf ih­re Zu­ver­läs­sig­keit hin über­prüft, müs­sen ein Be­triebs­kon­zept vor­le­gen, Si­cher­heits­und Hy­gie­ne­stan­dards ga­ran­tie­ren und ei­ne Kon­dom­pf­licht durch­set­zen. Das neue Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz ist An­fang Ju­li in Kraft ge­tre­ten. Pro­sti­tu­ier­te müs­sen sich nun bei Land­kreis oder Stadt an­mel­den.

Das Ord­nungs­amt der Stadt Os­na­brück mach­te aber be­reits deut­lich, dass ei­ne Über­prü­fung sich wohl nur dar­auf be­schrän­ken kön­ne, ob in dem Be­trieb aus­rei­chend Prä­ser­va­ti­ve und ob Hin­weis­schil­der auf die Kon­dom­pf­licht vor­han­den sei­en.

In­fo zur Steu­er­pflicht

Bei der An­mel­dung wer­den Pro­sti­tu­ier­te über die neue Rechts­la­ge nach dem Pro­sti­tu­ier­ten­ge­setz, die Ab­si­che­rung im Krank­heits­fall,

die Hil­fe in Not­si­tua­tio­nen und die Steu­er­pflicht in­for­miert.

Die Grü­nen for­dern nun, dass Pro­sti­tu­ier­ten auch ei­ne Aus­stiegs­be­ra­tung ge­bo­ten wird und dass der Land­kreis Maß­nah­men er­greift, die Frau­en ins­be­son­de­re vor Zwangs­pro­sti­tu­ti­on zu schüt­zen. Auf die Fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on, wie der Land­kreis das si­cher­stel­len kann, ant­wor­tet Rie­pen­hoff: „Die Be­ra­tun­gen er­fol­gen ver­trau­lich und in­di­vi­du­ell an die je­wei­li­ge Per­son an­ge­passt.

In­so­fern wird da­bei auch das The­ma Aus­stieg aus der Pro­sti­tu­ti­on an­ge­spro­chen.“

Dar­über hin­aus wer­de auf ent­spre­chen­de Hil­fe­mög­lich­kei­ten hin­ge­wie­sen. Die Fra­ge, wel­che Maß­nah­men der Land­kreis er­greift, um vor Zwangs­pro­sti­tu­ti­on zu schüt­zen, be­ant­wor­tet Rie­pen­hoff: „Es ist sehr frag­lich, ob Per­so­nen, die zur Pro­sti­tu­ti­on ge­zwun­gen wer­den, über­haupt zu ei­ner An­mel­dung im Land­kreis er­schei­nen.“Soll­ten sich im Rah­men

ei­ner Be­ra­tung aber Hin­wei­se dar­auf er­ge­ben, wür­den laut Rie­pen­hoff un­ver­züg­lich wei­te­re Schrit­te wie et­wa das Ein­schal­ten der Po­li­zei ein­ge­lei­tet.

Noch kein Über­blick

Ei­nen Über­blick über die An­zahl und La­ge von Bor­del­len und Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten hat der Land­kreis noch nicht, ver­weist aber dar­auf, dass es ei­ne Über­gangs­re­ge­lung bis zum 1. Ok­to­ber ge­be. „Bis da­hin müs­sen sich al­le Bor­dell­be­trei­ber beim Land­kreis an­ge­mel­det

ha­ben“, er­läu­tert Rie­pen­hoff. Auf Nach­fra­ge, wie der Land­kreis prü­fe, ob al­le Bor­del­le und Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten den An­for­de­run­gen des neu­en Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes ent­sprä­chen, ver­weist er dar­auf, dass die Bun­des­mi­nis­te­ri­en die Min­dest­an­for­de­run­gen erst kon­kre­ti­sie­ren müss­ten, be­vor Prü­fun­gen durch­ge­führt wer­den könn­ten.

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Sym­bol­fo­to: dpa

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