Neue Ver­ord­nun­gen zu Heiz­öl­tanks und Ge­wer­be­müll

Zum Mo­nats­be­ginn tre­ten Ge­set­zes­än­de­run­gen wie über­ar­bei­te­tes EU-Ener­giela­bel in Kraft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen - Von Wal­traud Mess­mann

Ne­ben der mo­di­fi­zier­ten 9/10-Re­ge­lung tre­ten am heu­ti­gen 1. Au­gust auch noch an­de­re Ge­set­zes­än­de­run­gen und Neu­re­ge­lun­gen in Kraft: Die wich­tigs­ten be­tref­fen die Be­sit­zer von Heiz­öl­tanks. Aber auch für den Um­gang mit Ge­wer­be­müll gibt es neue Vor­schrif­ten.

Heiz­öl­tanks: Ab heu­te gilt die neue Ver­ord­nung über An­la­gen zum Um­gang mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen – kurz AwSV. Aus 16 Län­der­ver­ord­nun­gen wird ei­ne Bun­des­ver­ord­nung. Sie re­gelt al­le An­la­gen, in de­nen mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen um­ge­gan­gen wird: vom pri­va­ten Heiz­öl­be­häl­ter über Tank­stel­len, Raf­fi­ne­ri­en bis zu Bio­gas­an­la­gen. So­wohl für Ge­wer­be als auch für Pri­vat­leu­te er­ge­ben sich Än­de­run­gen. Der Ei­gen­tü­mer ist und bleibt für den ord­nungs­ge­mä­ßen Zu­stand sei­ner Tank­an­la­ge ver­ant­wort­lich. Ge­ne­rell müs­sen nach der neu­en Ver­ord­nung nun bun­des­ein­heit­lich al­le un­ter­ir­di­schen Heiz­öl­ver­brau­cher­an­la­gen so­wie al­le ober­ir­di­schen Heiz­öl­ver­brau­cher­an­la­gen über 1000 Li­ter vor In­be­trieb­nah­me durch ei­nen Sach­ver­stän­di­gen nach AwSV über­prüft wer­den. Der Hand­lungs­be­darf fällt je nach Bun­des­land un­ter­schied­lich aus.

Ge­wer­be­ab­fall­ver­ord­nung: Am 1. Au­gust tritt auch die neue Ge­wer­be­ab­fall­ver­ord­nung in Kraft. Für Ge­wer­be­ab­fall gilt jetzt ei­ne noch stren­ge­re Müll­tren­nung. Die Neu­re­ge­lung be­trifft un­ter an­de­rem al­le Hand­werks­be­trie­be, die Er­zeu­ger und Be­sit­zer von ge­werb­li­chen Sied­lungs­ab­fäl­len und/oder von be­stimm­ten Bau- und Ab­bruch­ab­fäl­len sind. Die wich­tigs­ten Än­de­run­gen:

Ge­trennt­hal­tung: Um die stoff­li­che Ver­wer­tungs­quo­te zu er­hö­hen, müs­sen ab dem 1. Au­gust Ab­fäl­le di­rekt an der An­fall­stel­le ge­trennt ge­sam­melt wer­den.

Do­ku­men­ta­ti­on: Die Men­gen der ge­trennt ge­sam­mel­ten Ab­fäl­le sind zu do­ku­men­tie­ren. Mi­sch­ab­fäl­le sind ei­ner Vor­be­hand­lungs- oder Auf­be­rei­tungs­an­la­ge zu­zu­füh­ren.

West­fa­len­ta­rif: Ab dem 1. Au­gust wird in wei­ten Tei­len von NRW im re­gio­na­len Bu­sund Bahn­ver­kehr der West­fa­len­ta­rif ein­ge­führt. Da­für ha­ben sich die fünf ein­zel­nen Ta­rif­räu­me Müns­ter­land, Ruhr-Lip­pe, West­fa­len-Süd, Hoch­stift und „Sech­ser“zu ei­nem gro­ßen ge­mein­sa­men Ta­rif zu­sam­men­ge­schlos­sen.

Ener­giela­bel: Die im Früh­jahr auf EU-Ebe­ne ver­ab­schie­de­te neue Ener­giela­belVer­ord­nung tritt eben­falls am 1. Au­gust in Kraft. Nach An­ga­ben des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums wird da­mit der Rechts­rah­men für die schritt­wei­se Um­stel­lung des EU-La­bels mit den „A+++“-Klas­sen zum Ener­gie­ver­brauch auf ei­ne leicht ver­ständ­li­che und kla­re Abis G-Ska­la zu­rück­ge­führt. Bis Herbst 2018 wür­den zu­nächst die Ver­ord­nun­gen zu Wasch­ma­schi­nen, Kühl­schrän­ken, Ge­schirr­spü­lern, TV und Mo­ni­to­ren so­wie Be­leuch­tung über­ar­bei­tet. Nach ei­ner Um­stel­lungs­zeit für die Her­stel­ler sei­en die neu­en Ener­giela­bel mit der Ska­la A bis G für die Ver­brau­cher ab En­de 2019/An­fang 2020 in den Ge­schäf­ten sicht­bar.

Le­gio­nel­len: Ei­ne neue Ver­ord­nung zum Bun­des-Im­mis­si­ons­schutz­ge­setz re­gelt den hy­gie­nisch ein­wand­frei­en Be­trieb von Kühl­an­la­gen und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen. Das dient dem Schutz vor Le­gio­nel­len: Das Ziel der neu­en Ver­ord­nung ist es, die Bil­dung ho­her Le­gio­nel­lenKon­zen­tra­tio­nen in die­sen An­la­gen zu ver­hin­dern und ge­sund­heit­li­che Ri­si­ken in de­ren Um­ge­bung zu ver­mei­den. Die Bak­te­ri­en könn­ten sich an­dern­falls aus die­sen An­la­gen über Was­ser­trop­fen ver­brei­ten und Lun­gen­ent­zün­dun­gen ver­ur­sa­chen. Da­zu wird ei­ne An­zei­ge­pflicht für neue und be­ste­hen­de An­la­gen ein­ge­führt. Die 42. Ver­ord­nung zum Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz tritt am 19. Au­gust in Kraft.

Be­rufs­krank­hei­ten: Zum 5. Au­gust wer­den fünf wei­te­re Er­kran­kun­gen in die Lis­te der Be­rufs­krank­hei­ten auf­ge­nom­men – dar­un­ter Fo­ka­le Dys­to­nie (Mus­kel­krämp­fe) bei In­stru­men­tal­mu­si­kern, Eier­stock­krebs durch As­best oder Leuk­ämie durch das Gas 1,3-Bu­ta­di­en.

Vor­aus­set­zung für die Auf­nah­me ist, dass die Er­kran­kun­gen nach wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft durch be­son­de­re Ein­wir­kun­gen ver­ur­sacht sind, de­nen be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen durch ih­re Ar­beit in er­heb­lich hö­he­rem Gra­de als die üb­ri­ge Be­völ­ke­rung aus­ge­setzt sind. Be­trof­fe­ne soll­ten sich an ih­ren Arzt oder die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung wen­den.

Recht und Pflich­ten neu­er Azu­bis: Mehr da­zu le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/gzw

Den hy­gie­nisch ein­wand­frei­en Be­trieb von Kühl­an­la­gen re­gelt ei­ne neue Ver­ord­nung. Foto: imago/Jo­chen Ta­cke

Foto: imago/Jo­ker

Für An­la­gen wie zum Bei­spiel Heiz­öl­tanks gibt es neue Be­stim­mun­gen.

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