„Das wa­ren 17 Jah­re, die ich nie ver­ges­sen wer­de“

Nie­der­sach­sen­rund­fahrt-Di­rek­tor Pät­zold blickt mit Weh­mut auf die Zeit in Wal­len­horst zu­rück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Sven Hall­mann-Schüer

Die In­ter­na­tio­na­le Nie­der­sach­sen­Rund­fahrt der Ju­nio­ren be­geis­ter­te bei ih­rer 17. Auf­la­ge in Wal­len­horst wie­der ein­mal auf gan­zer Li­nie. Nun soll al­ler­dings Schluss sein, der ver­an­stal­ten­de Ver­ein INR löst sich auf. Im In­ter­view blickt Ge­schäfts­füh­rer Ot­to Pät­zold mit viel Weh­mut zu­rück, hat die Hoff­nung auf ei­ne Wei­ter­füh­rung der Rund­fahrt aber noch nicht ganz auf­ge­ge­ben.

Herr Pät­zold, 23 Auf­la­gen der Nie­der­sach­sen-Rund­fahrt sind nun be­en­det, 17 da­von fan­den in Wal­len­horst statt. Die Zu­kunft des Ren­nens ist un­ge­wiss. Bli­cken Sie mit Stolz oder Weh­mut auf die ver­gan­ge­nen Jah­re zu­rück? Mit Weh­mut. Das tut mir schon weh. Hier fließt viel Herz­blut rein, und wir ha­ben tol­le Er­fah­run­gen in Wal­len­horst ge­macht und vie­le Freun­de ge­fun­den. Das wa­ren 17 Jah­re, die ich nie ver­ges­sen wer­de. Es macht trau­rig. Ir­gend­wie hof­fe ich aber, dass es wei­ter­geht. Für den Ort, die Ge­mein­de und die tol­len Zu­schau­er. Es muss aber ein Be­klopp­ter ge­fun­den wer­den, der be­reit ist, wie ich 1000 Ar­beits­stun­den im Jahr ein­zu­brin­gen. Wie sieht es mit der Zu­kunft der Rund­fahrt aus? Es gibt zwei oder drei In­ter­es­sen­ten, die die Ver­an­stal­tung wei­ter­füh­ren wol­len. Die wa­ren zum Teil auch heu­te hier. Man braucht für die­se Rund­fahrt min­des­tens 50 000 Eu­ro plus die Gel­der für die Be­gleit­fahr­zeu­ge. Da kön­nen Sie auch noch ein­mal 10 000 Eu­ro drauf­pa­cken.

Wie lau­tet Ihr Fa­zit der dies­jäh­ri­gen Rund­fahrt? Ei­ne su­per Ver­an­stal­tung. Das Zu­schau­er­inter­es­se war her­vor­ra­gend. Das hat kei­ne an­de­re Ju­nio­ren­rund­fahrt eu­ro­pa­weit zu bie­ten. Nicht nur im Start-und-Ziel-Be­reich, son­dern auch rund um die Stre­cke. Sport­lich war es ei­ne to­ta­le Do­mi­nanz der Nor­we­ger – wie er­war­tet. Das war ei­ne sen­sa­tio­nel­le Vor­stel­lung. Ge­freut ha­be ich mich, dass am letz­ten Tag ein Deut­scher mit Ni­k­las Märkl auf dem Trepp­chen stand.

Sind Sie mit dem Ablauf und der Or­ga­ni­sa­ti­on zu­frie­den? Wir hat­ten gar kei­ne Pro­ble­me. Die Feu­er­weh­ren ha­ben her­vor­ra­gend ge­ar­bei­tet. Ich ha­be mir die Stre­cke an­ge­schaut, al­le Ge­fah­ren­punk­te wa­ren ab­ge­si­chert. Die Rund­fahrt gilt als Sprung­brett für ta­len­tier­te Fah­rer. Wen wer­den wir Ih­rer Mei­nung nach bald im Pro­fi­ge­schäft se­hen? Von den Nor­we­gern ha­ben Sö­ren Wae­rensk­jold, Le­knes­sund und Idar An­der­sen in­ter­na­tio­na­les For­mat. Die Na­men muss man sich mer­ken. An­de­re Fah­rer mit viel Po­ten­zi­al sind Ar­ne Ma­rit, Jo­han Tie­de­ma Lang­bal­le oder Lud­vig An­ton Wa­cker, die aber nicht so ein gu­tes Team hat­ten. Die gan­ze Rund­fahrt war, ins­ge­samt be­trach­tet, auf ei­nem ho­hen Ni­veau.

Blickt zu­rück: Ot­to Pät­zold. Foto: Hel­mut Kem­me

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