Her­aus­for­de­rung Zu­wan­de­rung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Thomas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

In Deutsch­land le­ben so vie­le Bür­ger mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund wie nie zu­vor. Ei­ne bun­te Re­pu­blik, ge­prägt von Zu­sam­men­halt und Re­spekt für die Viel­falt. Das ist die ei­ne Sei­te. Doch auch die Sor­ge vie­ler Bür­ger, ih­re Stadt, ihr Land bald kul­tu­rell und at­mo­sphä­risch nicht mehr wie­der­zu­er­ken­nen, ist re­al. Denn nicht je­der Zu­wan­de­rer iden­ti­fi­ziert sich mit hie­si­gen Ge­pflo­gen­hei­ten und mag sich in­teg-

rie­ren. Ei­ne Po­li­tik, die das heu­te nicht ernst nimmt, droht mor­gen ab­ge­straft zu wer­den. Wenn Nie­der­sach­sens SPD-In­nen­mi­nis­ter Pis­to­ri­us zur Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings- und Mi­gra­ti­ons­be­we­gun­gen nach Eu­ro­pa nun auf die christ­de­mo­kra­ti­sche Li­nie um­schwenkt und sich für Auf­fang­la­ger jen­seits des Mit­tel­mee­res auch in Li­by­en aus­spricht, ist das kon­se­quent. Schutz­su­chen­de müs­sen die Chan­ce er­hal­ten, un­ter men­schen­wür­di­gen Be­din­gun­gen ei­nen Asyl­an­trag zu stel­len, be­vor sie sich aufs Meer wa­gen.

Wer sagt, das ge­he nicht we­gen ju­ris­ti­scher Fall­stri­cke und weil Li­by­en kein funk­tio­nie­ren­der Staat sei, dem sei ent­geg­net: Mit ent­spre­chen­dem po­li­ti­schen Wil­len lässt sich Recht an­pas­sen und Ko­ope­ra­ti­on mit schwie­ri­gen Part­nern er­kau­fen. Mit Asyl-Hots­pots jen­seits des Mit­tel­mee­res beug­te die EU ei­ner Ent­wick­lung vor, die sich in den nächs­ten Jah­ren frag­los ver­stär­ken wird. Eu­ro­pas Auf­nah­meund In­te­gra­ti­ons­ka­pa­zi­tät ist nicht gren­zen­los.

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