Macht­kampf im Wei­ßen Haus

Neu­er St­abs­chef Kel­ly soll für Dis­zi­plin sor­gen – Rol­len wei­te­re Köp­fe?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Im Wei­ßen Haus über­schla­gen sich die Er­eig­nis­se. Kaum be­ru­fen, muss Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Sca­ra­muc­ci wie­der ge­hen. Hin­ter den Ku­lis­sen tobt ein Macht­kampf.

WASHINGTON. Ge­feu­ert nach nur zehn Ta­gen: Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor Ant­ho­ny Sca­ra­muc­ci ist sei­nen Pos­ten in der US-Re­gie­rungs­zen­tra­le wie­der los. US-Me­di­en be­rich­te­ten, die Ent­las­sung des um­strit­te­nen Ex-In­vest­ment­ban­kers sei auf Drän­gen des ge­ra­de erst ver­ei­dig­ten St­abs­chefs John Kel­ly er­folgt.

Die Er­nen­nung des ehe­ma­li­gen Vier-Ster­ne-Ge­ne­rals Kel­ly wird all­ge­mein so in­ter­pre­tiert, dass der Ex-Ma­ri­ne nun Ord­nung im Wei­ßen Haus schaf­fen soll. US-Me­di­en zi­tier­ten Mit­ar­bei­ter des Wei­ßen Hau­ses, Kel­ly wer­de dort ei­ne neue Struk­tur ein­zie­hen, Dis­zi­plin und Stren­ge wal­ten las­sen. Kri­ti­ker ver­wie­sen aber dar­auf, dass Kel­ly bis auf sei­ne kur­ze Zeit als Mi­nis­ter kei­ner­lei Re­gie­rungs­er­fah­rung ha­be. Wer auf Sca­ra­muc­ci fol­gen soll­te, war zu­nächst nicht be­kannt. Kel­ly soll hier die letz­te Aus­wahl

tref­fen. Trumps Spre­che­rin Sa­rah San­ders sag­te, Sca­ra­muc­ci ha­be „zu die­sem Zeit­punkt“kei­ne Funk­ti­on in der Re­gie­rung.

Auf mehr­fa­che Nach­fra­ge sag­te San­ders, mit Aus­nah­me des Prä­si­den­ten berichte je­der im Wei­ßen Haus an Kel­ly. Vie­le be­zwei­feln al­ler­dings, dass es Kel­ly ge­lingt, den lau­nen­haft agie­ren­den

Prä­si­den­ten im Zaum zu hal­ten. In den Vor­gän­ger­re­gie­run­gen kam dem St­abs­chef die Rol­le ei­ner Art Ge­schäfts­füh­rung zu: Er war für das Per­so­nal zu­stän­dig, re­gel­te den Ter­min­plan des Prä­si­den­ten und ent­schied, wer wann Zu­gang zum Prä­si­den­ten er­hielt. Der Trump-Stab im Wei­ßen Haus da­ge­gen ist ge­prägt von Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen so­wie Be­ra­tern mit un­kla­ren Rol­len, die bis­lang of­fen­bar zu je­der Zeit Zu­gang zum Oval Of­fice hat­ten.

Die Ab­lö­sung von Kel­lys Vor­gän­ger Rein­ce Prie­bus, der frü­her Par­tei­vor­sit­zen­der der Re­pu­bli­ka­ner war, wur­de von US-Kom­men­ta­to­ren auch als Aus­druck der Frus­tra­ti­on des Prä­si­den­ten mit dem Esta­blish­ment der ei­ge­nen Par­tei ge­deu­tet. Die­ser Frust war zu­letzt durch das Schei­tern der Ge­sund­heits­re­form im Se­nat ver­stärkt wor­den.

Wei­te­re Per­so­nal­ro­cha­den oder -ab­gän­ge gal­ten als nicht aus­ge­schlos­sen. Spe­ku­la­tio­nen ran­ken sich um Jus­tiz­mi­nis­ter Jeff Ses­si­ons, Si­cher­heits­be­ra­ter Herbert Ray­mond („H.R.“) Mc­Mas­ter, Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son, FBI-Son­der­er­mitt­ler Robert Mu­el­ler und den Chef­stra­te­gen Ste­ve Ban­non.

Trump selbst gab sich am Mon­tag­abend auf Twit­ter de­mons­tra­tiv un­be­ein­druckt von den Per­so­nal­que­re­len: „Ein groß­ar­ti­ger Tag im Wei­ßen Haus!“, schrieb der Prä­si­dent.

Von Flynn bis Sca­ra­muc­ci –Trumps Per­so­nal­schwund: noz.de/ the­men/do­nald-trump

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