Weils Spre­che­rin gibt Pro­jekt­cha­os zu

Staats­se­kre­tä­rin räumt Feh­ler bei lan­ger Su­che nach Nie­der­sach­sen-Wer­be­spruch ein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Re­gie­rungs­spre­che­rin Pörk­sen (SPD) war mit der Su­che nach ei­nem neu­en Wer­be­slo­gan für Nie­der­sach­sen of­fen­bar über­for­dert. Die Staats­se­kre­tä­rin von Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil räum­te Feh­ler ein. Die Op­po­si­ti­on hält sie für ei­ne Fehl­be­set­zung.

Von Klaus Wie­sche­mey­er

HAN­NO­VER. Nie­der­sach­sen Re­gie­rungs­spre­che­rin An­ke Pörk­sen (SPD) hat mas­si­ve Ver­säum­nis­se bei der mehr als drei Jah­re dau­ern­den Su­che nach ei­nem Wer­be­spruch für das Land Nie­der­sach­sen ein­ge­räumt. „Rück­wir­kend be­trach­tet“sei es zu „di­ver­sen Feh­lern bei Ver­ga­ben“ge­kom­men, räum­te die Staats­se­kre­tä­rin am Di­ens­tag im par­la­men­ta­ri­schen Un­ter­su­chungs­aus­schuss zur Ver­ga­be­af­fä­re ein.

„Das be­daue­re ich sehr“, sag­te die als Zeu­gin vor­ge­la­de­ne Pörk­sen. Sie be­grün­de­te die Feh­ler so­wohl mit ih­rer Be­las­tung durch VW- und Flücht­lings­kri­se als auch mit feh­len­der Ex­per­ti­se: „Ich hat­te kei­ne Ah­nung und kei­ne Er­fah­rung“, sag­te Pörk­sen. Rück­bli­ckend wä­ren bes­se­res Pro­jekt­ma­nage­ment, ord­nungs­ge­mä­ße Ak­ten­füh­rung und Rück­spra­che mit den Haus­ju­ris­ten gut ge­we­sen.

Aus 2013 wur­de 2016

Die Pres­se­stel­le der Staats­kanz­lei soll­te ur­sprüng­lich bis En­de 2013 ei­nen Nach­fol­ger zum Slo­gan „Sie ken­nen un­se­re Pfer­de. Er­le­ben Sie un­se­re Stär­ken“fin­den. Der ak­tu­el­le Spruch „Nie­der­sach­sen. Klar.“wur­de aber erst im Herbst 2016 vor­ge­stellt. „Ich hat­te kei­ne Ah­nung und kei­ne Er­fah­rung“,

Die Op­po­si­ti­on be­klagt mas­si­ve Ver­ga­be­feh­ler. CDU und FDP wit­tern zu­dem vor al­lem in der Be­treu­ung der Staats­kanz­lei durch den SPD-na­hen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter Michael Kro­nach­er Ge­nos­sen­filz. Pörk­sen wi­der­sprach die­ser Darstel­lung. Sie ha­be gar nicht ge­wusst, dass Kro­nach­er ein Ver­trau­ter des frü­he­ren Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Ger­hard Schröder (SPD) ge­we­sen sei.

Die von Pörk­sens Pres­se­stel­le im Jahr 2013 be­gon­ne­ne Su­che nach dem Wer­be­spruch litt aber nach Aus­sa­ge der Spre­che­rin von Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) un­ter zahl­rei­chen Pro­ble­men und Feh­lern. In­ter­ne Work­shops en­de­ten in un­taug­li­chen Vor­schlä­gen („Nie­der­sach­sen. Nicht lang schna­cken“oder „Nie­der­sach­sen Wir le­ben“). Zwi­schen­zeit­lich blieb das Pro­jekt im­mer wie­der mo­na­te­lang lie­gen. Bei zahl­rei­chen Nach­fra­gen der Op­po­si­ti­on be­rief sich Pörk­sen auf Er­in­ne­rungs­lü­cken.

So konn­te sich die Staats­se­kre­tä­rin auch nicht er­klä­ren, wie es im ver­gan­ge­nen Jahr zu ei­nem von Kro­nach­er ge­lei­te­ten Pitch ge­nann­ten Wett­be­werb von Wer­be­agen­tu­ren ge­kom­men war. Aus die­sem ging nach meh­re­ren er­folg­lo­sen Ver­su­chen letzt­lich der ak­tu­el­le Spruch „Nie­der­sach­sen. Klar“her­vor. Al­ler­dings wis­se in der Pres­se­stel­le der Staats­kanz­lei nie­mand, wer den Wett­be­werb be­auf­tragt ha­be. „Wir sind in den Pitch ir­gend­wie so rein­ge­rutscht“, gab Pörk­sen zu.

„Ver­hee­ren­der Ein­druck“

Die Op­po­si­ti­on sprach von ei­nem „ver­hee­ren­den Ein­druck über die Or­ga­ni­sa­ti­on der Staats­kanz­lei“. Pörk­sen ha­be War­nun­gen igno­riert und Auf­trä­ge un­ter­schrie­ben, über de­ren Her­kunft sie nichts ge­wusst ha­be, sag­te der CDU-Ob­mann Uwe Schü­ne­mann. FDP-Mann Chris­ti­an Gra­scha sprach von ei­ner im Amt über­for­der­ten Staats­se­kre­tä­rin.

Ganz an­ders ver­lief zu­vor die Ver­neh­mung von Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD). Lies lob­te nach der Sit­zung die „sach­li­chen Fra­gen“der Op­po­si­ti­on, Schü­ne­mann das „kon­zi­li­an­te Auf­tre­ten“des Mi­nis­ters. Lies räum­te zwar ei­ne Ge­samt­ver­ant­wor­tung für sein Haus ein. Feh­ler bei der Auf­trags­ver­ga­be las­te­te er aber na­ment­lich sei­nem frü­he­ren Pres­se­spre­cher an.

Ver­ga­be­af­fä­re:

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sag­te Re­gie­rungs­spre­che­rin An­ke Pörk­sen aus. Foto: dpa

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