Opel-Über­nah­me per­fekt

Fran­zö­si­scher PSA-Kon­zern am Ziel – „Eu­ro­päi­scher Cham­pi­on“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Der welt­wei­te Au­to­markt: mehr auf noz.de/wirt­schaft

Der Au­to­bau­er Opel ge­hört nun schnel­ler als vor­her­ge­se­hen zum fran­zö­si­schen PSA-Kon­zern. Mit der Über­nah­me ent­steht, ge­mes­sen an den Ab­satz­zah­len, der nach VW zweit­größ­te Au­to­kon­zern Eu­ro­pas.

PA­RIS/RÜSSELSHEIM. Frü­her als er­war­tet hat der fran­zö­si­sche PSAKon­zern die Über­nah­me von Opel ab­ge­schlos­sen und ist da­mit zur Num­mer zwei auf dem eu­ro­päi­schen Markt hin­ter Volks­wa­gen auf­ge­stie­gen. PSA und Opel ver­kün­de­ten am Di­ens­tag die Ge­burt ei­nes „eu­ro­päi­schen Cham­pi­ons“im Au­to­mo­bil­sek­tor.

Opel hat­te seit 1929 zu Ge­ne­ral Mo­tors ge­hört und war zeit­wei­se der größ­te Au­to­bau­er in Deutsch­land. Seit 1999 hat­ten die Rüs­sels­hei­mer mit ih­rer bri­ti­schen Schwes­ter­mar­ke Vaux­hall al­ler­dings kei­nen ope­ra­ti­ven Jah­res­ge­winn mehr ab­ge­lie­fert.

Bei Opel steht jetzt ei­ne Sa­nie­rung an, die PSA-Chef Car­los Ta­va­res dem deut­schen Ma­nage­ment über­las­sen will. Die Neu­auf­stel­lung wer­de nicht von Pa­ris aus ge­steu­ert, hat­te er stets be­tont. Der Sa­nie­rungs­plan wer­de un­ter Auf­sicht des neu­en Opel-Chefs Michael Loh­schel­ler er­stellt und soll in­ner­halb von 100 Ta­gen vor­lie­gen. Ab 2020 soll ei­ne Ge­winn­span­ne von zwei Pro­zent er­reicht wer­den, die bis 2026 auf sechs Pro­zent an­stei­gen soll. Der bis­he­ri­ge Vor­stands­chef Karl-Thomas Ne­u­mann ver­lässt das Un­ter­neh­men. Für sei­nen Nach­fol­ger Loh­schel­ler kommt der bis­he­ri­ge PSA-Con­trol­ler Phil­ip­pe de Ro­vi­ra als Fi­nanz­chef in den Vor­stand. Auch drei neue Be­reichs­vor­stän­de wur­den be­ru­fen.

„Opel bleibt deutsch und Vaux­hall bleibt bri­tisch. Sie er­gän­zen un­ser be­ste­hen­des Port­fo­lio aus den fran­zö­si­schen Mar­ken Peu­geot, Ci­tro­ën und DS Au­to­mo­bi­les per­fekt“,

er­klär­te Ta­va­res. Es ent­ste­he ein „eu­ro­päi­scher Cham­pi­on“. Die EU-Kom­mis­si­on hat der seit März ver­han­del­ten Über­nah­me kar­tell­recht­lich zu­ge­stimmt.

PSA zahlt für das GM-Eu­ro­pa-Ge­schäft in­klu­si­ve Opel und Vaux­hall so­wie der Fi­nanz­spar­te rund 2,2 Mil­li­ar­den Eu­ro. GM-Fi­nanz­vor­stand Chuck Ste­vens hat die Kos­ten für den Ver­kauf auf 5,5 Mil­li­ar­den Dol­lar (4,7

Mrd. Eu­ro) be­zif­fert, weil GM noch Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen für die Mit­ar­bei­ter über­nimmt. Opel/Vaux­hall be­schäf­tigt et­wa 38000 Mit­ar­bei­ter in sie­ben eu­ro­päi­schen Län­dern, die Hälf­te da­von in Deutsch­land. Zu­sam­men mit der fran­zö­si­schen Bank BNP Pa­ri­bas über­nimmt PSA zu­dem für wei­te­re 900 Mil­lio­nen Eu­ro die eu­ro­päi­schen Ge­schäf­te von GM Fi­nan­ci­al. Die­ser De­al muss aber noch

von den Re­gu­lie­rungs­be­hör­den ge­neh­migt wer­den.

PSA-Chef Car­los Ta­va­res will mit Opel in die Cham­pi­ons Le­ague der Au­to­her­stel­ler auf­stei­gen. PSA er­hofft sich Grö­ßen­ef­fek­te und Ein­spa­run­gen bei Ein­kauf, Fer­ti­gung so­wie For­schung und Ent­wick­lung. Bis 2026 wer­den Sy­ner­gie­ef­fek­te in Hö­he von jähr­lich 1,7 Mil­li­ar­den Eu­ro er­war­tet. Au­ßer­dem ist PSA im Eu­ro­pa­ge­schäft bis­lang vor al­lem in Frank­reich, Spa­ni­en und Ita­li­en stark und ge­winnt nun in Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en da­zu. Auf die­ser Ba­sis will PSA wei­ter wach­sen, denn welt­weit ist der Kon­zern deut­lich schwä­cher auf­ge­stellt als gro­ße Kon­kur­ren­ten wie VW und To­yo­ta.

Per Hand­schlag be­sie­gel­ten ges­tern Opel-Chef Michael Loh­schel­ler (links) und PSA-Vor­stands­chef Car­los Ta­va­res die Über­nah­me des Rüs­sels­hei­mer Au­to­her­stel­lers. Foto: Opel Au­to­mo­bi­le Gm­bH

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