Bei Ver­mö­gens­kon­zen­tra­ti­on an­set­zen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Ar­ti­kel „So­zi­al­aus­ga­ben na­he Bil­lio­nen­gren­ze“und dem Kom­men­tar von Uwe West­dörp „Ri­si­ko So­zi­al­ver­si­che­rung“(Aus­ga­be vom 27. Ju­li).

„Es soll­te kein ,Hor­ror­sze­na­rio‘ auf­ge­führt wer­den. Un­se­ren So­zi­al­staat kann sich un­se­re Ge­sell­schaft ,lo­cker‘ leis­ten, aber nicht, wenn al­les so bleibt, wie es ist. Auch müs­sen die Ar­beit­ge­ber – be­son­ders die­je­ni­gen, die ein klei­nes oder mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men lei­ten – nicht mehr ein­zah­len, denn die Ab­ga­ben­last ist wirk­lich schon hoch ge­nug.

Die­se könn­te man eher ver­rin­gern, wenn die Po­li­tik das wirk­lich woll­te. Die Lö­sung des Pro­blems liegt bei der Ver­mö­gens­kon­zen­tra­ti­on in un­se­rem Lan­de. Hier wä­re der rich­ti­ge An­satz­punkt, den die Po­li­tik, aus wel­chen Grün­den auch im­mer, nicht ein­mal in Er­wä­gung zieht. [. . .] Ex­tre­me Un­gleich­heit von Ver­mö­gen und Ein­kom­men ist nicht zu­fäl­lig ent­stan­den. Sie ist die Fol­ge ei­nes ein­sei­ti­gen Markt­glau­bens, ei­ner ver­fehl­ten Un­ter­neh­mens­po­li­tik so­wie die Er­mög­li­chung von Steu­er­flucht für Kon­zer­ne und Be­sit­zer gro­ßer Ver­mö­gen. Mit ei­ner ver­nünf­ti­gen so­li­da­risch und so­zi­al ori­en­tier­ten Steu­er­po­li­tik, die dar­um be­müht ist, die­se Miss­ver­hält­nis­se ernst­haft ein­schrän­ken zu wol­len, lie­ßen sich oh­ne Wei­te­res und oh­ne Not un­se­re So­zi­al­leis­tun­gen fi­nan­zie­ren. Ir­gend­wann wird die Po­li­tik hier ein­len­ken müs­sen, wenn sie den so­zia­len Frie­den auf Dau­er nicht ernst­haft ge­fähr­den will. [. . .]

Ein gang­ba­rer Weg wä­re et­wa ei­ne Pro­gres­si­ons­steu­er (oh­ne Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze) auf die­se Ver­mö­gen, die al­lein durch die Tat­sa­che ex­tre­mer Ver­mö­gens­kon­zen­tra­tio­nen zu recht­fer­ti­gen sei. Dann hät­ten wir kein ,Ri­si­ko So­zi­al­ver­si­che­rung‘ , da die­se Gel­der als Steu­er­mit­tel in die So­zi­al­ver­si­che­rung ein­flie­ßen kön­nen. Das hier ist nur ein Bei­spiel, um Steu­er­ein­nah­men für die So­li­dar­ge­mein­schaft zu ge­ne­rie­ren.

Wenn die SPD, die ja ger­ne im Sep­tem­ber die Bun­des­tags­wahl ge­win­nen möch­te, ih­re Auf­merk­sam­keit hier­auf rich­ten wür­de, dann hät­te sie ei­ne ech­te Chan­ce, das Ru­der noch her­um­zu­rei­ßen. Die CDU wird nach ei­ge­nen Äu­ße­run­gen an den Ver­hält­nis­sen im So­zi­al­staat zum Woh­le der Bür­ger nichts ver­än­dern wol­len.“

Georg Qued­now Mep­pen

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