In Hasbergen geht ei­ne Ära zu En­de

Gast­stät­te Zur Holz­hei­de schließt nach die­sem Wo­che­n­en­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region - Von Michael Pohl

In die­sen Ta­gen geht in Hasbergen ei­ne gas­tro­no­mi­sche Ära zu En­de. Die Tra­di­ti­ons­gast­stät­te „Zur Holz­hei­de“schließt. Die Ent­schei­dung ist In­ha­ber Lud­ger Ba­ven­diek nicht leicht­ge­fal­len.

„Vor al­lem der Saal­be­trieb steht bis et­wa zur Hälf­te still“, führt Ba­ven­diek auf Nach­fra­ge ein Ar­gu­ment für die Schlie­ßung ins Feld. Be­reits mit Be­ginn der Pla­nun­gen zur Neu­en Mit­te ha­be es im­mer wie­der Ge­rüch­te um das Aus für „die Holz­hei­de“ge­ge­ben. Letzt­lich ha­ben die­se nach sei­ner Auf­fas­sung zu ei­ner Ve­r­un­si­che­rung in der Kund­schaft ge­führt. Dar­auf­hin sei es zu den ge­nann­ten Ein­brü­chen im Ge­schäft ge­kom­men.

Weil von der Schlie­ßung der Gast­stät­te auch sei­ne Mit­ar­bei­ter be­trof­fen sei­en, sei Ba­ven­diek die Ent­schei­dung be­son­ders schwer­ge­fal­len. Ger­ne er­in­nert sich der im Mai 1953 in St­ein­feld ge­bo­re­ne Gas­tro­nom an vie­le ge­mein­sa­me Jah­re mit sei­nem Team und den Gäs­ten zu­rück. Be­son­ders die wäh­rend des Be­trie­bes prä­sen­tier­ten Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten sind Ba­ven­diek da­bei in Er­in­ne­rung ge­blie­ben. Vie­le sei­ner Gäs­te hät­ten sich mit dem be­ken­nen­den Fan des FC Bay­ern Mün­chen bei ei­nem Glas Bier an sei­ner The­ke über Fuß­ball­fra­gen aus­ge­tauscht. Ba­ven­diek selbst kün­dig­te an, der Gas­tro­no­mie treu blei­ben zu wol­len, je­doch in ver­klei­ner­ter Form. So sei es ab An­fang Au­gust mög­lich, un­ter sei­ner Num­mer ein Ca­te­ring zu be­stel­len. Auch ha­be er be­reits An­ge­bo­te an­de­rer gas­tro­no­mi­scher Be­trie­be er­hal­ten. Nä­her äu­ßer­te er sich zu die­ser Ent­wick­lung nicht.

Be­reits zu Be­ginn sei­ner be­ruf­li­chen Kar­rie­re sei ihm klar ge­we­sen, dass er Koch wer­den wol­le, ver­riet Ba­ven­diek auf Nach­fra­ge. Durch Zu­fall ha­be ihn ein Be­kann­ter auf ei­ne freie Lehr­stel­le in Bad Iburg auf­merk­sam ge­macht. So kam es, dass der an­ge­hen­de Koch von 1969 bis 72 ei­ne Leh­re im be­kann­ten Ho­tel Fel­sen­kel­ler ab­sol­vier­te. Im An­schluss zog es Ba­ven­diek mit sei­ner Koch­schür­ze in die wei­te Welt. Ne­ben di­ver­sen Sta­tio­nen in Deutsch­land be­koch­te er auch Gäs­te im Aus­land, et­wa in der Schweiz in In­ter­la­ken.

Dem Has­ber­ger Pu­bli­kum wur­de der heu­ti­ge Gas­tro­nom erst 1981 be­kannt. Hier über­nahm er im Re­stau­rant „Zur Ten­ne“das Kom­man­do am Herd. Erst im Jahr 1995 kam bei Ba­ven­diek der Wunsch nach ei­nem ei­ge­nen Be­trieb auf. Als sich die Ge­le­gen­heit im Fol­ge­jahr bot, griff der heu­ti­ge 63-jäh­ri­ge Koch zu und er­öff­ne­te die Gast­stät­te „Zur Holz­hei­de“. In der Fol­ge be­such­ten vie­le Gäs­te aus der Um­ge­bung des Hüg­gels die neue Gas­tro­no­mie. Auch über die Gren­zen des Os­na­brü­cker Lan­des hin­aus war „die Holz­hei­de“be­kannt. So er­in­ner­te sich Ba­ven­diek noch an ei­nen Be­such des Alt­bun­des­prä­si­den­ten Chris­ti­an Wul­ff.

Bald Ge­schich­te: Of­fi­zi­ell en­det die Ära „Zur Holz­hei­de“am Wo­che­n­en­de. Holz­hei­de-In­ha­ber und FC Bay­ern-Fan Lud­ger Ba­ven­diek (klei­nes Foto) ver­spricht, sich nicht ganz aus der Gas­tro­no­mie zu ver­ab­schie­den. Ar­chiv­fo­tos: Par­ton/Mar­tens

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.