Neue Cop­pen­rath-Stif­tung för­dert Exis­tenz­grün­der

Mit zehn Mil­lio­nen Eu­ro Stamm­ka­pi­tal ei­ne der größ­ten Stif­tun­gen in der Re­gi­on

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Noz.de/wirt­schaft­re­gio­nal

Die Os­na­brü­cker Un­ter­neh­me­rin Bri­git­te Cop­pen­rath hat ei­ne Stif­tung ge­grün­det, die mit ei­nem Ka­pi­tal­stock von zehn Mil­lio­nen Eu­ro zu den größ­ten in der Re­gi­on ge­hört.

Die „Aloys und Bri­git­te Cop­pen­rath Stif­tung“will pfif­fi­gen Grün­dern vor al­lem aus dem Hand­werk in der Start­pha­se helfen, sie will in Ko­ope­ra­ti­on mit Uni­ver­si­tät und Hoch­schu­le Os­na­brück ver­hei­ßungs­vol­le Start-upPro­jek­te mit­fi­nan­zie­ren und das the­ra­peu­ti­sche Rei­ten för­dern. Die­ser Stif­tungs­zweck liegt der Stif­te­rin am Her­zen, weil sie das Reit­an­ge­bot nach ei­ge­nen Wor­ten in ih­rer Fa­mi­lie als „se­gens­reich und för­de­rungs­wür­dig“er­lebt hat. In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us dank­te der Un­ter­neh­me­rin wäh­rend der Grün­dungs­ver­an­stal­tung für ih­re Be­reit­schaft, ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Die Os­na­brü­cker Un­ter­neh­me­rin Bri­git­te Cop­pen­rath hat ei­ne Stif­tung ins ewi­ge Le­ben ge­ru­fen, die Ex­per­ten des Stif­tungs­we­sens als au­ßer­ge­wöhn­lich ein­ord­nen. Das gilt für die Stif­tungs­zwe­cke und für das Stamm­ka­pi­tal: zehn Mil­lio­nen Eu­ro.

Von Wil­fried Hin­richs

OS­NA­BRÜCK. „Das Le­bens­werk mei­nes Man­nes be­kommt ein An­den­ken, das kein An­den­ken ist, son­dern ei­ne höchst le­ben­di­ge Stif­tung“, sag­te Bri­git­te Cop­pen­rath wäh­rend der Grün­dungs­ver­an­stal­tung der „Aloys & Bri­git­te Cop­pen­rath Stif­tung“am Mitt­woch in Os­na­brück. Mit die­ser Stif­tung, die mit ei­nem Stamm­ka­pi­tal von zehn Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­stat­tet ist, wol­le sie „jun­gen Men­schen ei­ne För­de­rung zu­kom­men las­sen, die sich in un­se­rer Re­gi­on selbst­stän­dig ma­chen wol­len, de­nen aber et­was fehlt: die fi­nan­zi­el­le Start­hil­fe, die ein wa­ge­mu­ti­ger Grün­der braucht“. Sie wis­se aus der ei­ge­nen Ge­schich­te sehr ge­nau, was das be­deu­te, sag­te Bri­git­te Cop­pen­rath: „Der un­ter­neh­me­ri­sche Er­folg mei­nes Man­nes mit sei­nem Team wä­re nicht mög­lich ge­we­sen, hät­ten wir nicht vor lan­gen Jah­ren ge­mein­sam den Sprung ins kal­te Was­ser ge­wagt. Wir ha­ben sein­er­zeit un­ser Haus ver­kauft und al­les auf ei­ne Kar­te ge­setzt.“

Die­se Kar­te hat ge­sto­chen. Aloys Cop­pen­rath und sein Vet­ter Jo­sef Wie­se grün­de­ten

1975 Cop­pen­rath & Wie­se. Ih­re Idee, tief­ge­kühl­te Back­wa­ren auf den Markt zu brin­gen, war so er­folg­reich, dass dar­aus ein Groß­un­ter­neh­men mit 1700 Be­schäf­tig­ten in Os­na­brück und Met­tin­gen wur­de. Das Un­ter­neh­men ge­hört seit 2015 zur Oet­kerG­rup­pe.

Die Cop­pen­rath-Stif­tung wid­met sich meh­re­ren Zwe­cken, was die Grün­dung et­was kom­pli­ziert mach­te. Das sei „kei­ne Stif­tung von der Stan­ge“, wie aus dem zu­stän­di­gen

Amt für Lan­des­ent­wick­lung in Ol­den­burg ver­lau­te­te, das für das Stif­tungs­we­sen in We­ser-Ems zu­stän­dig ist. Die Cop­pen­rath-Stif­tung will pfif­fi­gen Grün­dern auch aus dem Hand­werk in der Start­pha­se helfen, sie will in Ko­ope­ra­ti­on mit der Uni­ver­si­tät und Hoch­schu­le Os­na­brück ver­hei­ßungs­vol­le Start-up-Pro­jek­te mit­fi­nan­zie­ren, und – an die­sem Punkt spreizt sich der Stif­tungs­zweck un­ge­wöhn­lich weit – sie will das the­ra­peu­ti­sche

Rei­ten in Ha­gen för­dern. Die­ser Stif­tungs­zweck liegt der Stif­te­rin am Her­zen, weil sie das Reit­an­ge­bot nach ei­ge­nen Wor­ten in ih­rer Fa­mi­lie als „se­gens­reich und för­de­rungs­wür­dig“er­lebt hat.

Den Vor­stand der Stif­tung bil­den Bri­git­te Cop­pen­rath und Andre­as Pa­che, der frü­he­re Spre­cher der Ge­schäfts­füh­rung von Cop­pen­rath & Wie­se. Dem Ku­ra­to­ri­um ge­hö­ren an: Man­fred Hüls­mann, ehe­ma­li­ger Chef der

Stadt­wer­ke Os­na­brück, Pe­ter Voß, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer Os­na­brückEms­land-Graf­schaft Bent­heim, und Fe­lix Os­ter­hei­der, Per­so­nal­vor­stand des Stahl­werks in Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te. Ei­ne Stif­tung ist auf Ewig­keit an­ge­legt. Aus­ge­schüt­tet wer­den die Er­trä­ge aus dem Stif­tungs­ka­pi­tal.

Mit ei­nem Ka­pi­tal von zehn Mil­lio­nen Eu­ro ge­hört die Cop­pen­rath-Stif­tung zu den größ­ten in Stadt und Land­kreis Os­na­brück. In Nie­der­sach­sen ver­fü­gen nach ei­ner Sta­tis­tik des Bun­des­ver­ban­des deut­scher Stif­tun­gen (Stand 2014) nur 2,3 Pro­zent der Stif­tun­gen über ei­ne Aus­stat­tung von zehn Mil­lio­nen Eu­ro. Bun­des­weit sind es vier Pro­zent.

In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us, in des­sen Zu­stän­dig­keit das Stif­tungs­we­sen fällt, dank­te der Stif­te­rin, die mit ei­nem „be­trächt­li­chen Teil ih­res Ver­mö­gens“ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­me. „Das wür­de ich

mir auch von an­de­ren und an an­de­rer Stel­le öf­ter wün­schen“, so Pis­to­ri­us. Die so­li­da­ri­sche Ge­sell­schaft wür­de nicht funk­tio­nie­ren, wenn es nicht en­ga­gier­te Men­schen wie Bri­git­te Cop­pen­rath gä­be. Nie­der­sach­sen ver­fü­ge über ei­nen Schatz von ak­tu­ell 2200 Stif­tun­gen, sag­te Pis­to­ri­us, „und je­des Jahr kom­men 50 da­zu“.

Ku­ra­tor Man­fred Hüls­mann, der an­stel­le des er­krank­ten Andre­as Pa­che sprach, dank­te al­len, die die Ge­burt der Stif­tung fach­lich oder mit Rat be­glei­tet hat­ten. Er ver­sprach, „schon im Au­gust“dem Stif­tungs­vor­stand die ers­ten För­der­pro­jek­te vor­zu­schla­gen. Denn wer am En­de Geld be­kommt, ent­schei­det die Stif­te­rin.

Star­ke Wirt­schaft:

Bri­git­te Cop­pen­rath, Stif­te­rin und Vor­stands­vor­sit­zen­de der „Aloys & Bri­git­te Cop­pen­rath Stif­tung“. Stif­tungs­zweck ist die För­de­rung von Exis­tenz­grün­dern vor al­lem auch im Hand­werk und des the­ra­peu­ti­schen Rei­tens. Fo­to: Gert West­dörp

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