Vier­mast­bark wird re­stau­riert

„Pe­king“wird re­stau­riert – „Mir­cea“er­setzt „Gorch Fock“– „Uni­on“nach Ham­burg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Mehr Bil­der auf noz.de

Nach 85 Jah­ren in der Frem­de ist die Vier­mast­bark „Pe­king“zu­rück in Deutsch­land, wo sie re­stau­riert wer­den soll. Auch das Se­gel­schul­schiff „Gorch Fock“wird gera­de in­stand ge­setzt, der Er­satz traf ges­tern ein.

Das Mu­se­ums­schiff „Pe­king“hat das Schwim­men nicht ver­lernt. Die his­to­ri­sche Vier­mast­bark ist am Mitt­woch er­folg­reich im El­be­ha­fen aus­ge­dockt wor­den. Das so­ge­nann­te Auf­schwim­men dau­er­te meh­re­re St­un­den. „Nach vie­len Jahr­zehn­ten hat der Tra­di­ti­ons­seg­ler bei uns im El­be­ha­fen zum ers­ten Mal wie­der hei­mi­sche Ge­wäs­ser un­ter dem Kiel“, sag­te Frank Schna­bel, Ge­schäfts­füh­rer der Bruns­büt­tel Ports.

Die „Pe­king“hat­te vor zwei Wo­chen New York im Bauch ei­nes Dock­schif­fes ver­las­sen. Der von Rost zer­fres­se­ne Fracht­seg­ler war nicht in der La­ge, auf ei­ge­nem Kiel den At­lan­tik zu über­que­ren.

In der Pe­ters-Werft in We­wels­fleth soll das Schiff in den Zu­stand von 1927 ver­setzt wer­den. Die Ar­bei­ten sol­len bis 2020 dau­ern. Dann soll die „Pe­king“zum Wahr­zei­chen des Deut­schen Ha­fen­mu­se­ums in Ham­burg wer­den. Die „Pe­king“ge­hört zu den letz­ten gro­ßen Fracht­seg­lern, die es zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts we­gen ih­rer Ge­schwin­dig­keit und Si­cher­heit mit Damp­fund Mo­tor­schif­fen auf­neh­men konn­ten.

In Wil­helms­ha­ven ist un­ter­des­sen das Schwes­ter­schiff des deut­schen Se­gel­schul­schif­fes „Gorch Fock“, der ru­mä­ni­sche Groß­seg­ler „Mir­cea“, ein­ge­trof­fen. Der 82 Me­ter lan­ge Drei­mas­ter wur­de ges­tern vor dem Ja­de-We­ser-Port von zwei Ma­ri­ne-Schlep­pern in Emp­fang ge­nom­men. Die „Mir­cea“springt für die „Gorch Fock“ein, die we­gen In­stand­set­zungs­ar­bei­ten im Dock liegt.

Am Frei­tag ge­hen 55 deut­sche Of­fi­ziers­an­wär­ter an Bord des Schif­fes. Ge­mein­sam mit ru­mä­ni­schen, bul­ga­ri­schen und chi­ne­si­schen Ka­det­ten ste­chen sie am 11. Au­gust zur ers­ten Etap­pe ei­ner Aus­bil­dungs­fahrt nach Lis­s­a­bon in See. Un­ter­stützt wird die ru­mä­ni­sche Stamm­be­sat­zung der „Mir­cea“von zehn Aus­bil­dern der „Gorch Fock“. Bei­de Seg­ler sind Schwes­ter­schif­fe und wur­den bei Blohm&Voss in Ham­burg ge­baut.

Die „Gorch Fock“wird der­zeit auf der Bre­do Werft in Bre­mer­ha­ven für rund 75 Mil­lio­nen Eu­ro kom­plett sa­niert und ist erst 2018 wie­der ein­satz­klar. Vor al­lem die Rumpf­be­plan­kung muss er­neu­ert wer­den. Die See­rei­se der un­ter ru­mä­ni­scher Flag­ge fah­ren­den „Mir­cea“teilt sich in zwei Ab­schnit­te. In Pal­ma de Mallor­ca steht ein Mann­schafts­wech­sel an. Dann kom­men 55 neue deut­sche Ka­det­ten an Bord.

Das Pe­rua­ni­sche Se­gel­schul­schiff „Uni­on“hat der­weil plan­mä­ßig an der Über­see­brü­cke im Ham­bur­ger Ha­fen an­ge­legt. Der Vier­mas­ter gilt mit knapp 116 Me­ter Län­ge und 13,5 Me­ter Brei­te als ei­nes der größ­ten mi­li­tä­ri­schen Se­gel­schul­schif­fe der Welt, teil­te die Bun­des­wehr in der Han­se­stadt mit.

Groß­seg­ler „Mir­cea“:

Zu­schau­er­ma­gnet: Schau­lus­ti­ge be­ob­ach­ten, wie das Mu­se­ums­schiff „Pe­king“zur Pe­ters-Werft ge­schleppt wird. Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.