Neue He­bel in Be­we­gung set­zen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

An­ders als es Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal weis­ma­chen will, ist der Ein­satz der ita­lie­ni­schen Ma­ri­ne ge­gen Schlep­per in­ner­halb der li­by­schen Zwölf-Mei­len-Zo­ne kei­ne „be­schä­men­de Stra­te­gie“. Mit gro­ßer Ge­duld fi­schen die Ita­lie­ner seit Lan­gem Flücht­lin­ge aus dem Meer, um sie vor dem Er­trin­ken zu ret­ten, und brin­gen sie – zum ei­ge­nen Nach­teil – in ita­lie­ni­sche Hä­fen. Das ist aber nicht ziel­füh­rend.

Be­schä­mend ist die Tat­sa­che, dass die EU das Land über Jahre weit­ge­hend al­lein­lässt bei der Be-

wäl­ti­gung des Flücht­lings­an­sturms. Die fai­re Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen in der EU ist ge­schei­tert. Das wird sich trotz al­ler Ap­pel­le und Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren auch so bald nicht än­dern. Es sind al­so neue, dras­ti­sche­re We­ge zu be­schrei­ten. Des­halb ist es le­gi­tim, wenn Rom al­le He­bel in Be­we­gung setzt, um den Zustrom von Flücht­lin­gen re­spek­ti­ve Ein­wan­de­rern zu un­ter­bin­den und da­zu auch mit li­by­schen Si­cher­heits­kräf­ten ko­ope­riert.

Es ist nun an der EU, auch für eu­ro­päi­sche Ak­tio­nen ge­gen Schlep­per die „Ein­la­dung“der Li­by­er ein­zu­for­dern und da­für fi­nan­zi­el­le Hil­fe in an­de­ren Be­rei­chen zu ver­spre­chen, bei­spiels­wei­se bei der hu­ma­ni­tä­ren Ver­sor­gung je­ner Men­schen, die auf die „Über­fahrt“nach Eu­ro­pa war­ten, oder den Auf­bau des Lan­des. Ob all das die Wen­de in der Flücht­lings­kri­se bringt? Den Ver­such ist es wert.

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