Tak­tie­ren, Pla­nen und Bluf­fen

Kar­ten­spiel San­to Do­m­in­go bie­tet net­te Fa­mi­li­en­un­ter­hal­tung

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Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur 30,4 Grad, sie­ben­ein­halb Son­nen­stun­den täg­lich und den karibischen Sand un­ter den Fü­ßen: Die Do­mi­ni­ka­ni­sche Re­pu­blik und ih­re Haupt­stadt San­to Do­m­in­go sind auf­grund der äu­ße­ren Be­din­gun­gen ei­ne Rei­se wert. Mit dem Spiel „San­to Do­m­in­go“von Ste­fan Rist­haus (Ver­lag: Pe­ga­sus) hat das aber rein gar nichts zu tun.

Die­ses spielt näm­lich im 16. Jahr­hun­dert. Da­mals, so ler­nen wir in der An­lei­tung, war die Stadt ei­ner der wich­tigs­ten Han­dels­pos­ten in der Ka­ri­bik. Al­les dreh­te sich um Wa­ren und na­tür­lich Ruhm, den man sich an­schei­nend schon da­mals mit Wa­ren kau­fen konn­te.

Je­der Spie­ler star­tet mit der­sel­ben acht­köp­fi­gen Trup­pe, vom Ad­mi­ral bis zum Bett­ler ist in dem Kar­ten­satz je­de Be­völ­ke­rungs­schicht ver­tre­ten. Je­der Ein­zel­ne hat sei­ne Auf­ga­be. Das Ziel ist, durch ge­schick­tes Aus­spie­len der Kar­ten der Ruhm­reichs­te zu wer­den. Hier wird als Maß 30 Sie­gel­punk­te (nicht et­wa Sieg­punk­te!) vor­ge­ge­ben. Das Pro­blem: Ruhm ist, ähn­lich wie Ka­pi­tal, ein scheu­es Reh. Wenn er leicht zu ha­ben wä­re, wä­re ja je­der be­rühmt.

Des­halb gibt es pro Run­de nur ei­ne be­grenz­te An­zahl Wie in je­der Han­dels­zen­tra­le geht es auch im karibischen „San­to Do­m­in­go“um ir­di­sche Ver­lo­ckun­gen. von Sie­gel­punk­ten, um die sich die Spie­ler be­mü­hen. Ent­we­der di­rekt, mit Ka­pi­tän oder Ad­mi­ral, oder auf Um­we­gen mit sei­nen bei­den Schif­fen. Die­se brin­gen ei­nem näm­lich Wa­ren, die man dann, in ei­nem zwei­ten Schritt, mit sei­nem Kauf­mann in Sie­gel­punk­te um­tau­schen kann. Der Bett­ler bringt ei­nem die ab­ge­leg­ten Kar­ten wie­der auf die Hand, mit Gou­ver­neur und Zöll­ner wet­tet man auf Ak­tio­nen der Mit­spie­ler.

Fern­weh­fak­tor: Son­ne, Hit­ze, Sand – all die­se Sehn­suchts­fak­to­ren klam­mert das Spiel aus. Der kor­pu­len­te Kauf­mann auf dem Co­ver dürf­te sich in Pe­rü­cke, Man­tel und Stie­feln um den Ver­stand ge­schwitzt ha­ben. Doch er hat so­wie­so nur Au­gen für den Edel­stein in sei­ner Hand. Ur­laubs­fee­ling zu er­zeu­gen hat­te Il­lus­tra­tor Kle­mens Franz au­gen­schein­lich nicht im Sinn. Trotz­dem dürf­te die­se net­te Mi­schung aus Tak­tie­ren, Pla­nen und Bluf­fen ei­ni­ger­ma­ßen spiel­af­fi­nen Fa­mi­li­en die Fe­ri­en­aben­de ver­sü­ßen.

„San­to Do­m­in­go“(Pe­ga­sus) von Ste­fan Rist­haus ist für 2 bis 6 Spie­ler ab acht Jah­ren und kos­tet et­wa 10 Eu­ro.

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