„Der VfL ge­hört nicht auf den letz­ten Ta­bel­len­platz …“

Ka­pi­tän Sav­ran wünscht sich Ru­he im Um­feld – Ál­va­rez vor Rück­kehr an die Bre­mer Brü­cke?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Sol­che Aben­de kann je­der Fuß­ball­fan ei­gent­lich nur lie­ben: Ein Sta­di­on, in dem man den Fuß­ball noch riecht, weil der Putz an je­der Ecke von den Wän­den brö­ckelt. Ein Sta­di­on, in dem ein Ver­sor­gungs­ma­na­ger na­mens Kos­ta die Würst­chen grillt. Ein Sta­di­on, in dem auf der Tri­bü­ne Spen­den für die Ju­gend­ab­tei­lung ein­ge­sam­melt wer­den. Ein Sta­di­on, in dem der hei­mi­sche Trai­ner vor dem Spiel und in der Halb­zeit öf­fent­lich State­ments ab­gibt. Herr­lich, die­ses Köl­ner Süd­sta­di­on.

All die­se In­spi­ra­tio­nen ha­ben dem VfL am Mitt­woch­abend nicht wei­ter­ge­hol­fen. Die Spie­ler schli­chen nach dem deut­li­chen 0:3 mit hän­gen­den Köp­fen in die Ka­bi­ne. Kwa­si Okye­re Wriedt woll­te nichts sa­gen, „heu­te nicht mehr“. Der Ka­pi­tän stell­te sich: „Ich las­se uns nicht vor­wer­fen, dass wir nicht lau­fen, nicht kämp­fen und nicht pro­bie­ren. Je­der gibt hier al­les“, stell­te Ha­lil Sav­ran fest. „In den ers­ten 40 Mi­nu­ten wa­ren wir grif­fig, ha­ben im­mer da­ge­gen­ge­hal­ten. Und dann be­kom­men wir wie­der so ein blö­des Tor.“Er wol­le nichts schön­re­den. „Wir sind sehr be­drückt und ent­täuscht. Aber es bringt jetzt über­haupt nichts, sich zu zer­flei­schen. Im Ge­gen­teil: Am Sonn­tag spie­len wir ge­gen Hal­le, die ähn­lich an­ge­knockt sind wie wir. Aber die­se Si­tua­ti­on kön­nen wir nur ge­mein­sam meis­tern, an­sons­ten funk­tio­niert das nicht.“Al­le im Um­feld soll­ten jetzt Ru­he be­wah­ren.

Na­zim San­ga­ré such­te nach den pas­sen­den Wor­ten: „Ei­ne her­be Nie­der­la­ge. Aber es geht wei­ter.“Wenn aus die­sem Spiel ir­gend­wel­che po­si­ti­ven Din­ge mit­ge­nom­men wer­den könn­ten, dann die Tat­sa­che, „dass je­der woll­te“. San­ga­ré: „Wir sind jetzt Letz­ter. Aber dort ge­hört der VfL nicht hin. Und auf die­sem Ta­bel­len­platz wird er nach dem nächs­ten Spiel­tag auch nicht mehr blei­ben.“

Viel­leicht hilft ja in Kür­ze der ehe­ma­li­ge Os­na­brü­cker Mar­cos Ál­va­rez er­neut dem VfL wei­ter. Er ha­be das Spiel für ei­nen Ab­ste­cher aus Frank­furt ge­nutzt. „Ich bin im Mo­ment ver­eins­los und top­fit. Und je­der weiß, dass der VfL ei­ne Her­zens­sa­che für mich ist“, mein­te der Of­fen­siv­mann auf Nach­fra­ge. Was spricht dann noch ge­gen ei­nen Wech­sel nach Os­na­brück? Der VfL hat nach der Ver­let­zung von Chris­ti­an Bi­ckel durch­aus Hand­lungs­be­darf. Er ha­be sei­ne Vor­stel­lun­gen, der VfL ha­be sei­ne Vor­stel­lun­gen, so Ál­va­rez. Al­so: Of­fen­sicht­lich ei­ne Fra­ge der Fi­nan­zen. „Wenn al­les passt, dann ste­he ich so­fort in Os­na­brück auf der Mat­te.“

Dass in der Of­fen­si­ve Hand­lungs­be­darf be­ste­he, be­fand auch Lothar Gans, der nach den 90 Mi­nu­ten erst ein­mal Gift und Gal­le spuck­te: „So kön­nen wir kei­ne Spie­le ge­win­nen.“Der Lei­ter des VfL-Pro­fi­fuß­balls be­stä­tig­te den Kon­takt mit Ál­va­rez. Der Stür­mer sei ei­ne Al­ter­na­ti­ve, aber un­term Strich müss­ten die Vor­stel­lun­gen zu­sam­men­pas­sen.

Kol­lek­tiv ver­sagt: Tor­hü­ter Ma­ri­us Gers­beck schreit sei­nen Frust her­aus. Fo­to: Hel­mut Kem­me

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