Kran­ke Zoo-Bäu­me wer­den ge­fällt

Tier­park will den Ge­samt­be­stand Schritt für Schritt in Baum­ka­tas­ter do­ku­men­tie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Nut­zen.

Wenn in den kom­men­den Wo­chen der ers­te Teil­be­reich der neu­en Nord­ame­ri­ka-Land­schaft im Os­na­brü­cker Zoo öff­net, wird es an ei­ni­gen Stel­len et­was lich­ter sein. Hin­ter­grund: Vor al­lem aus Si­cher­heits­grün­den wur­den be­reits rund 70 Bäu­me ge­fällt, wei­te­re sol­len fol­gen.

Von Se­bas­ti­an Phil­ipp

OS­NA­BRÜCK. Mo­men­tan lau­fen im ers­ten Bau­ab­schnitt der et­wa vier Hekt­ar gro­ßen Flä­che im öst­li­chen Teil des Zoos die letz­ten Ar­bei­ten, da­mit noch im Spät­som­mer Wolf, Schwarz­bär und Bi­son von oben be­staunt wer­den kön­nen: In der „Ma­ni­to­ba“ge­tauf­ten Tier­welt führt ein Holz­pfad auf Stel­zen über die Frei­ge­he­ge der Tie­re hin­weg. Ge­säumt wird der Weg von ei­nem dich­ten Baum­be­stand vor­nehm­lich aus Bu­chen.

Die Ar­bei­ten für die neue Land­schaft hat der Zoo in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­nutzt, um in der Flä­che „auf­zu­räu­men“, wie es An­ge­li­ka Mö­sche vom Bau­bü­ro Dre­cker aus­drückt, das die Nord­ame­ri­ka-Land­schaft plant. Die ur­sprüng­lich mehr als 500 Bäu­me im öst­li­chen Be­reich des Zoos sei­en über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum nicht kon­trol­liert wor­den, nicht we­ni­ge droh­ten we­gen Pilz- und Krank­heits­be­fall um­zu­fal­len. Nach ei­ner ers­ten Kon­trol­le durch ei­nen Baum­sach­ver­stän­di­gen sei­en im Früh­jahr rund 70 Bäu­me ge­fällt wor­den, die meis­ten aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit, wie ZooSpre­che­rin Li­sa Jo­sef be­tont.

Für die ver­blie­be­nen Bäu­me des „Ma­ni­to­ba“-Ge­län­des hat­te der Zoo ein Baum­ka­tas­ter in Auf­trag ge­ge­ben. Je­der Baum be­kam in den ver­gan­ge­nen Die­sen Ast Pilz­be­fall Die We­ge­ver­bin­dung in der neu­en Nord­ame­ri­ka-Land­schaft des Zoos ver­läuft auf ei­nem Hoch­pfad in­mit­ten des al­ten Baum­be­stands.

Wo­chen ei­ne ei­ge­ne Num­mer und ist nun mit ver­schie­de­nen Da­ten, Krank­hei­ten und Be­son­der­hei­ten er­fasst.

Baum­ex­per­te Jan-To­bi­as Wel­zel nahm da­für je­des ein­zel­ne der mehr als 300 Ex­em­pla­re im ers­ten „Ma­ni­to­ba“Bau­ab­schnitt un­ter die Lu­pe,

pro­to­kol­lier­te die Baum­grö­ße, den Stamm­durch­mes­ser und ak­tu­el­len Zu­stand des Bau­mes. Da­bei wur­de klar: 17 wei­te­re Bäu­me müs­sen wei­chen, weil ih­re Stand­si­cher­heit nicht mehr ge­ge­ben ist be­zie­hungs­wei­se sie als Aus­bruchs­mög­lich­keit für Tie­re gel­ten. So ra­gen zwei Vo­gel­kir­schen über den Zaun der künf­ti­gen Wolfs­an­la­ge hin­aus – das Hin­auf­klet­tern ist kein Pro­blem für die Tie­re.

Da die Fäl­lung der kran­ken Bäu­me aus Si­cher­heits­grün­den kei­nen Auf­schub mehr dul­det, muss­te der Zoo ei­ne ge­son­der­te Ge­neh­mi­gung bei der Un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­de be­an­tra­gen: Grund da­für ist das so­ge­nann­te Schnitt­ver­bot, das laut Na­tur­schutz­ge­setz Baum­ar­bei­ten in der Brut­zeit von Vö­geln un­ter­sagt. Schon in der kom­men­den Wo­che fal­len die ers­ten Bäu­me, da­zu wird am 8. und 9. Au­gust der An­ge­li­ka Mö­sche vom Bau­bü­ro Dre­cker plant die Nord­ame­ri­ka-Land­schaft. Da­bei sind die Zoo-Bäu­me ein wich­ti­ger Aspekt.

Weg au­ßer­halb des Zoos an der Ost­sei­te ge­sperrt.

Zu schaf­fen ma­chen vie­len Bäu­men vor al­lem holz­zer­set­zen­de Pil­ze wie der Brand­krus­ten­pilz, der sich über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum in den Stamm des Bau­mes frisst und schließ­lich an der Stand­fes­tig­keit nagt. In die Nach­pflan­zung von 40 bis 60 neu­en Bäu­men will der Zoo in Zu­kunft rund 60 000 Eu­ro in­ves­tie­ren. „Die Bäu­me und der Wald­cha­rak­ter ma­chen die be­son­de­re At­mo­sphä­re des Os­na­brü­cker Zoos aus“, sagt des­sen Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Bu­se­mann. „Oh­ne den Wald wä­re der Zoo nur halb so at­trak­tiv. Die Bäu­me sind zu­dem Le­bens­raum für vie­le Tie­re, wes­halb das The­ma für uns ganz wich­tig ist.“Das in der „Ma­ni­to­ba“-Land­schaft be­gon­ne­ne Baum­ka­tas­ter soll in den kom­men­den Jah­ren auf den ge­sam­ten Be­reich des Zoos aus­ge­dehnt

wer­den, sagt Bu­se­mann. Ziel sei es, den Baum­be­stand noch bes­ser zu pfle­gen und wei­ter­ent­wi­ckeln zu kön­nen.

Ne­ben den Fäll­ar­bei­ten lässt der Zoo noch wei­te­re Maß­nah­men am Baum­be­stand vor­neh­men. So wer­den 31 Bäu­me vor­nehm­lich an den Kro­nen be­schnit­ten, um sie we­ni­ger an­greif­bar für Wind­bö­en zu ma­chen. Au­ßer­dem wer­den ent­lang der Bäu­me Wur­zel­schutz­plat­ten ver­legt, um die Ba­sis der Pflan­zen zu er­hal­ten. Der ers­te Ab­schnitt der Nord­ame­ri­ka-Land­schaft soll noch im Spät­som­mer er­öff­net wer­den. Zu se­hen sind dann un­ter an­de­rem Bä­ren, Wöl­fe und Bi­sons. Der zwei­te Bau­ab­schnitt soll im Früh­jahr 2018 fer­tig sein.

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könn­ten Zoo­be­woh­ner als Aus­bruchs­mög­lich­keit

mach­te ei­ni­gen Bäu­men im Zoo zu schaf­fen. Er höhlt die Pflan­zen aus und ver­rin­gert ih­re Stand­fes­tig­keit. Schlimms­ten­falls müs­sen die Bäu­me ge­fällt wer­den. Fo­tos: Her­mann Pen­ter­mann

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