„Ich hö­re pri­vat fast nur Me­tal“

Win­cent Weiss über sei­nen Mu­sik­ge­schmack und sei­ne An­fän­ge als Pop­sän­ger

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Heiß ge­han­delt und mit sei­nem De­büt­al­bum „Ir­gend­was ge­gen die Stil­le“seit 15 Wo­chen in den Ver­kauf­scharts: Win­cent Weiss. Am Frei­tag steht er als Ers­ter auf der Büh­ne des Schloss­gar­ten-OpenAir. Im In­ter­view spricht er über sei­ne Vor­lie­be für Hea­vy Me­tal und Kin­der­wün­sche.

Von Tom Bull­mann

Win­cent Weiss, der Ti­tel Ih­res De­büt­al­bums lau­tet „Ir­gend­was ge­gen die Stil­le“. Was ma­chen Sie denn ge­gen die Stil­le?

Ich set­ze mir mei­nen Kopf­hö­rer auf und hö­re Mu­sik. Da­her ist es bei mir ei­gent­lich nie still: Ich ha­be fast im­mer den Kopf­hö­rer auf, gera­de wenn ich un­ter­wegs bin. Stil­le Mo­men­te brau­che ich nur, wenn ich abends ins Ho­tel­zim­mer kom­me und ab­schal­ten will.

Wie ka­men Sie auf den Al­bum­ti­tel?

Die Plat­te soll­te für je­den et­was ge­gen Stil­le bie­ten. So wie ich dau­er­haft Mu­sik hö­re, soll­te es auch für die Leu­te da drau­ßen ei­nen Song für je­de mög­li­che Si­tua­ti­on auf mei­nem Al­bum ge­ben.

Was kommt denn bei Ihnen aus dem Kopf­hö­rer? Ich hö­re pri­vat fast nur Me­tal. Ei­gent­lich kom­me ich ja von der Me­tal-Schie­ne. Da­her hö­re ich viel lau­te Gi­tar­ren, viel Schlag­zeug und Ge­schrei.

Wie passt das zu dem Pop, den Sie jetzt selbst sin­gen? Das liegt dar­an, dass ich mich mit deut­schen Tex­ten bes­ser aus­drü­cken kann und mei­ne Stim­me bes­ser zu Pop­mu­sik passt. Da kann ich mehr Herz hin­ein­le­gen. Pri­vat mag ich Steht am Frei­tag auf der Büh­ne im Schloss­gar­ten: Win­cent Weiss.

das Kon­trast­pro­gramm für die Oh­ren.

Aber Sie ha­ben nie in ei­ner Me­tal-Band ge­spielt… Rich­tig. Aber in jun­gen Jah­ren ha­be ich Me­tal mit ei­nem Freund ge­tes­tet. Er hat geshou­tet, ich die „cle­an vo­cals“ge­lie­fert. Zu­sam­men ha­ben wir sein Zim­mer voll­ge­schrien.

Spä­ter ha­ben Sie sich mit dem Elek­tro­nik-Duo Ge­stört

aber Geil dem Deep Hou­se ge­wid­met. Wie ist es da­zu ge­kom­men?

Die bei­den ha­ben sich per Face­book gemeldet. Ich hat­te da­mals die­se Ver­si­on von Elif De­mi­re­zers Song „Un­ter mei­ner Haut“auf Youtube hoch­ge­la­den, akus­tisch, nur mit Kla­vier. Die bei­den fan­den das toll und ha­ben an­ge­fragt, ob sie da­von ei­ne Ver­si­on ma­chen könn­ten – die dann ja sehr er­folg­reich ge­wor­den ist.

Me­tal, Pop, Deep Hou­se, passt das denn über­haupt zu­sam­men?

Mit dem Hou­se-Re­mix ha­be ich ja fast nichts zu tun. Es wer­den heu­te von ganz vie­len Songs Re­mi­xe ge­macht, die dann meis­tens noch er­folg­rei­cher als das Ori­gi­nal sind. Aber das ist ei­gent­lich gar nicht mein Ding. Ich blei­be lie­ber beim Pop.

Sie stam­men aus dem schles­wig-hol­stei­ni­schen Städt­chen Eu­tin. Wie kommt man da zur Mu­sik?

Das ha­be ich mich auch ge­fragt, als ich noch dort ge­wohnt ha­be. Da­her bin ich so­fort nach mei­ner letz­ten Abitur­klau­sur nach Mün­chen ge­zo­gen. Ich woll­te die Groß­stadt aus­pro­bie­ren. Dort ha­be ich ge­jobbt, ha­be ge­kell­nert und als Fi­li­al­lei­ter ei­ner Gastroket­te ge­ar­bei­tet. Dann lern­te ich mei­nen Ma­na­ger ken­nen, bin ins Stu­dio ge­gan­gen und ha­be ver­sucht, so vie­le Songs zu schrei­ben, wie es geht. Jetzt woh­ne ich seit ei­nem Jahr in Ber­lin, da­vor ha­be ich drei Jahre in Mün­chen ge­lebt.

Es heißt, Sie hät­ten mit Max Gie­sin­ger in ei­ner WG ge­wohnt. Ge­rücht oder wahr?

Tat­säch­lich ha­ben wir uns in Ber­lin im Win­ter 2015/16 ei­ne Ein­zim­mer­woh­nung ge­teilt. Wir wa­ren bei­de oft zum Ar­bei­ten in Ber­lin und woll­ten nicht im­mer im Ho­tel über­nach­ten.

Wo­her ken­nen Sie Max? Ich ha­be ihn bei ei­ner Ver­an­stal­tung ken­nen­ge­lernt. Wie das so ist: Man trifft sich, kommt ins Ge­spräch. Wir ha­ben uns gleich gut ver­stan­den. Es ist ei­ne Freund­schaft ent­stan­den. Wir tref­fen uns oft, schrei­ben zu­sam­men Songs.

Beim ESC in Kiew ha­ben Sie in der Ju­ry ge­ses­sen. Wie kam es da­zu?

Ich ha­be schlicht und ein­fach ei­ne An­fra­ge per E-Mail be­kom­men – über die ich mich je­doch sehr ge­freut ha­be. Es war mir ei­ne Eh­re, ne­ben gro­ßen Künst­lern wie Adel Ta­wil oder Ni­co­le und auch be­kann­ten Pro­du­zen­ten als New­co­mer mit­ent­schei­den zu dür­fen. Sie ha­ben ein­mal ei­nen Song für Ih­re Schwes­ter ge­schrie­ben. Wel­cher ist es? Er heißt „Nur ein Herz­schlag ent­fernt“. 2015 ha­be ich ihn ihr zu Weih­nach­ten ge­schenkt.

Sind Sie denn ein Fa­mi­li­en­mensch?

Ja, to­tal. Für mich gibt es nichts Wich­ti­ge­res als mei­ne Fa­mi­lie, zu der mei­ne Schwes­ter ge­hört, die mir sehr am Her­zen liegt. Ehr­lich ge­sagt, kann ich es gar nicht er­war­ten, selbst ei­ne Fa­mi­lie zu grün­den, selbst Kin­der zu ha­ben. Ich war, ich bin und ich wer­de im­mer ein Fa­mi­li­en­mensch sein.

Man sieht Sie sel­ten ein In­stru­ment spie­len. Kön­nen Sie nur sin­gen?

Ich spie­le Kla­vier und Gi­tar­re, aber nur ein­fa­che Ak­kor­de, um mich bei Songs zu be­glei­ten. Bei den Fes­ti­vals jetzt im Som­mer spie­le ich auch mal Gi­tar­re zu ei­nem Lied. Im Grun­de rei­chen mei­ne Fä­hig­kei­ten nur fürs La­ger­feu­er. Zum Glück ha­be ich ei­ne Band, die mich pro­fes­sio­nell be­glei­tet. Aber ich übe flei­ßig, da­mit ich bes­ser wer­de.

Schloss­gar­ten-Open-Air: Frei­tag, 4. Au­gust: Sil­ber­mond, Andre­as Bou­ra­ni, Win­cent Weiss Sams­tag, 5. Au­gust: Be­gin­ner, Sa­my De­lu­xe, Afrob

Das gan­ze In­ter­view le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/kul­tur-re­gio­nal

Fo­to: ima­go/Fu­ture Image

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