Le­sung aus Ro­man über Fe­lix Nuss­baum als Hö­he­punkt

Buch­hand­lung Zur Hei­de stellt Le­sungs­pro­gramm Lit­te­ra für das zwei­te Halb­jahr 2017 vor

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Ste­fan Lüd­de­mann

Das Bes­te zum Schluss? Auch wenn die­se Fra­ge im Hin­blick auf das Lit­te­ra-Pro­gramm der Os­na­brü­cker Buch­hand­lung Zur Hei­de im zwei­ten Halb­jahr 2017 un­ge­recht klin­gen muss – mit Hans-Joachim Schäd­lichs Le­sung aus sei­nem Ro­man „Fe­lix und Fel­ka“am 30. Ja­nu­ar 2018 im Blue No­te bie­tet das Pro­gramm den­noch ganz am En­de ei­nen zu­min­dest aus Os­na­brü­cker Sicht kaum über­biet­ba­ren Hö­he­punkt. Von „Tall­ho­ver“(1985) bis „Nar­ren­le­ben“(2015) reicht der Bo­gen von Schäd­lichs Ro­ma­nen. An­fang 2018 bringt der Au­tor ein Buch über das Schick­sal des Os­na­brü­cker Ma­lers Fe­lix Nuss­baum und sei­ner Frau Fel­ka Pla­tek her­aus. Der Au­tor bringt in sei­nem Ro­man Künst­ler­bio­gra­fie, Lie­bes­ge­schich­te und den Ver­lauf des Ho­lo­causts zu­sam­men. Mit dem Buch „Fe­lix und Fel­ka“wird zum 20-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um des Fe­li­xNuss­baum-Hau­ses ein wohl maß­geb­li­cher Ro­man zum Schick­sal des 1944 mit sei­ner Frau in Au­schwitz er­mor­de­ten Künst­lers vor­lie­gen. Schäd­lichs Sicht auf Nuss­baums Le­ben wird der Be­schäf­ti­gung mit Per­son und Werk des Künst­lers fri­sche Im­pul­se ver­lei­hen. So viel ist si­cher.

Mit Zsuz­sa Bánk, Ro­bert Me­n­as­se und In­go Schul­ze sind wei­te­re Hoch­ka­rä­ter der Li­te­ra­tur im Lit­te­ra-Pro­gramm ver­tre­ten. Wer nach den Som­mer­fe­ri­en wie­der in das li­te­ra­ri­sche Le­ben ein­tau­chen möch­te, hat da­zu am 21. Au­gust Ge­le­gen­heit. Bánk liest dann aus ih­rem stark beachteten Ro­man „Schla­fen wer­den wir spä­ter“, in dem sie von zwei Frau­en An­fang vier­zig er­zählt, die in ei­nem Aus­tausch von E-Mails die Bi­lanz ih­res Le­bens zwi­schen Fest­le­gung und neu­en Op­tio­nen auf­ma­chen. „Die Haupt­stadt“lau­tet der Ti­tel des Ro­mans, aus dem Ro­bert Me­n­as­se am 3. Ok­to­ber le­sen wird. Me­n­as­se ent­wirft in sei­nem Buch das Zeit­pan­ora­ma ei­ner Eu­ro­päi­schen Uni­on im Re­form­stau. In­go Schul­ze lan­de­te 1998 mit sei­nen „Sim­ple Sto­ries“ei­nen sei­ner Best­sel­ler. Am 27. No­vem­ber trägt er aus sei­nem neu­en Ro­man „Pe­ter Holtz“vor. Das Buch er­zählt die Ge­schich­te ei­nes Man­nes, der die Ver­hei­ßun­gen des Ka­pi­ta­lis­mus beim Wort nimmt und da­mit den Wi­der­sinn rea­ler Le­bens­ver­hält­nis­se ent­hüllt. Ob Bánk, Schul­ze oder Me­n­as­se – al­le drei prä­sen­tie­ren sich mit wich­ti­gen Zeit­ro­ma­nen.

Zeit­fra­gen ste­hen auch bei an­de­ren Gäs­ten der Lit­ter­aRei­he im Mit­tel­punkt. Liz­zie Do­ron liest am 14. Au­gust aus ih­rem Ro­man „Sweet Oc­cupa­ti­on“,

der den Kon­flikt zwi­schen Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern be­han­delt. Am 16. Ok­to­ber gas­tiert Yas­sin Mushar­bash im Blue No­te. In sei­nem Ro­man „Jen­seits“er­zählt er von deut­schen Dschi­ha­dis­ten, die sich dem Is­la­mi­schen Staat an­ge­schlos­sen ha­ben. Ei­nen wei­te­ren Schwerpunkt bil­den his­to­risch aus­ge­rich­te­te Ro­ma­ne. Mar­kus Orths stellt am 21. No­vem­ber sein Buch „Max“über den Sur­rea­lis­ten Max Ernst vor. Sa­b­ri­na Ja­nesch prä­sen­tiert mit „Die gol­de­ne Stadt“am 1. No­vem­ber ein Buch über ei­ne For­schungs­rei­se in das Reich der In­ka. Zu „Gip­fel­ge­sprä­chen mit Martin Lu­ther“lädt schließ­lich am 6. De­zem­ber der Os­na­brü­cker Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Vol­ker Neu­haus. Sein Buch be­han­delt das Ver­hält­nis von Goe­the, Tho­mas Mann und Gün­ter Grass zu dem Re­for­ma­tor. Als Grass-Ex­per­te wird Neu­haus vor al­lem über das Werk des Au­tors der „Blech­trom­mel“spre­chen.

Liest aus sei­nem Ro­man „Fe­lix und Fel­ka“: Hans Joachim Schäd­lich. Fo­to: Jür­gen Bau­er

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