For­scher re­pa­rie­ren Gen­de­fekt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

For­scher ha­ben bei mensch­li­chen Em­bryo­nen ei­nen Gen­de­fekt be­ho­ben. Sie kor­ri­gier­ten mit­hil­fe der Gen­sche­re Crispr-Cas9 ei­ne Mu­ta­ti­on, die zu Herz­mus­kel­ver­di­ckung führt. An­de­re Erb­gut­Tei­le wur­den da­durch nicht ge­schä­digt, wie die For­scher im Ma­ga­zin „Na­tu­re“be­to­nen. Mit dem Ver­fah­ren kön­ne man ei­nes Ta­ges Erb­krank­hei­ten ver­hin­dern, schreibt das Team von der Ore­gon He­alth and Sci­ence Uni­ver­si­ty in Port­land. Die Em­bryo­nen wur­den nach we­ni­gen Ta­gen zer­stört.

Bei Mit­glie­dern des Deut­schen Ethik­rats stieß die Ar­beit auf ein ge­teil­tes Echo. Der Vor­sit­zen­de Pe­ter Da­b­rock spricht von „un­se­riö­sen Heils­ver­spre­chun­gen“. Da­ge­gen sagt Me­di­zi­nethi­ke­rin Clau­dia Wie­se­mann von der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen, die Stu­die zei­ge, dass die Tech­nik un­ter Um­stän­den prak­ti­ka­bel sein kön­ne. Ob dies wün­schens­wert sei, hän­ge vom Ein­zel­fall ab. In Deutsch­land sind sol­che Ver­su­che ver­bo­ten.

„Die Ver­fah­ren zur Ge­nom-Edi­tie­rung müs­sen op­ti­miert wer­den, be­vor kli­ni­sche An­wen­dun­gen er­wo­gen wer­den“, schreibt das Au­to­ren­Team. Ge­ne­rell ent­wi­ckel­ten sich die Em­bryo­nen je­doch nor­mal. „Den­noch gibt es ei­ne Not­wen­dig­keit si­cher­zu­stel­len, dass sol­che Stra­te­gi­en kei­ne an­de­ren schä­di­gen­den Wir­kun­gen ha­ben“, schrei­ben Wis­sen­schaft­ler vom Stock­hol­mer Ka­ro­lins­ka In­sti­tut in ei­nem „Na­tu­re“-Kom­men­tar.

Ei­ne Ei­zel­le un­ter dem Mi­kro­skop. Fo­to: dpa

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