VfL-Tal­fahrt: Nach 0:3 in Köln Letz­ter

VfL Os­na­brück nach dem 0:3 bei Fortu­na Köln im Ta­bel­len­kel­ler – Enochs: Ich su­che nicht nach Aus­re­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Die Tal­fahrt des VfL Os­na­brück geht un­ge­bremst wei­ter. Fünf Ta­ge nach dem 0:4 ge­gen den SV We­hen rutsch­te die Mann­schaft von Trai­ner Joe Enochs durch das 0:3 bei Fortu­na Köln auf den letz­ten Platz der 3. Li­ga. Vor 3223 Zu­schau­ern im Süd­sta­di­on hiel­ten die Li­la-Wei­ßen zwar in der ers­ten Halb­zeit mit und hat­ten durch Bash­kim Ren­ne­ke die gro­ße Chan­ce zur Füh­rung. Doch nach den ers­ten bei­den Fortu­na-To­ren kurz vor und kurz nach der Pau­se war der VfL ge­schla­gen, hat­te nichts mehr zu bie­ten und steht nun am Sonn­tag (14 Uhr) im Heim­spiel ge­gen den Hal­le­schen FC mäch­tig un­ter Druck. Der SV Mep­pen ver­lor zu Hau­se 1:2 ge­gen den 1. FC Mag­de­burg, Preu­ßen Müns­ter ge­wann 1:0 in Würz­burg.

Zwei­te Nie­der­la­ge im drit­ten Spiel – und er­neut ein Auf­tritt mit we­nig Mumm und Durch­schlags­kraft: Der VfL Os­na­brück steu­ert in der 3. Fuß­ball-Li­ga schwe­ren Zei­ten ent­ge­gen und ist nach dem 0:3 bei Fortu­na Köln Ta­bel­len­letz­ter.

Von Ste­fan Al­ber­ti und Ben­ja­min Kraus

KÖLN. Mit ei­ni­gen Än­de­run­gen hat­te VfL-Trai­ner Joe Enochs nach der 0:4-Schlap­pe ge­gen We­hen Wies­ba­den ver­sucht, die Sta­bi­li­tät zu er­hö­hen: Fur­kan Zor­ba und Ah­met Ars­lan blie­ben zu­erst auf der Bank, kom­plett fehl­te Chris­ti­an Bi­ckel (Kreuz­band­riss). Da­für rück­te Chris­ti­an Groß in die In­nen­ver­tei­di­gung, Kon­stan­tin En­gel links in die Ab­wehr. Neu da­bei wa­ren Ka­mer Kras­ni­qi im zen­tra­len Mit­tel­feld und Ha­lil Sav­ran, der in die­ser Sai­son erst­mals von Be­ginn an in der Spit­ze auf­lief.

Der VfL agier­te zu­nächst feld­über­le­gen ge­gen mit über­fall­ar­ti­gen Ge­gen­stö­ßen aus der Tie­fe agie­ren­de Köl­ner – und kam zu ers­ten klei­ne­re Chan­cen. Ju­les Rei­mer­inks Kopf­ball wehr­te Fortu­na-Tor­hü­ter Tim Boss ab (14.), Kwa­si Okye­re Wriedt traf beim Ab­schluss den Ball nicht voll und ver­zog (17.). Chris­ti­an Groß ließ sei­ne Kopf­ball­chan­ce aus Nah­dis­tanz lie­gen – ge­nau wie Ren­ne­ke das Rie­sen­ge­schenk von Kölns In­nen­ver­tei­di­ger Ebe­wa-Yam Mim­ba­la, der dem Os­na­brü­cker un­frei­wil­lig ei­nen miss­glück­ten Qu­er­pass auf­leg­te. Ren­ne­ke lief mit dem Ball völ­lig al­lein auf Boss zu – und traf ihn beim Tun­nel-Ver­such am ver­län­ger­ten Rü­cken. Von dort sprang der Ball auf den Bo­den und dann über das Tor (21.) – die Rie­sen­chan­ce für den VfL, der Par­tie ei­ne po­si­ti­ve Rich­tung zu ge­ben, war da­hin. „Wir müs­sen zur Pau­se ein­fach 2:0 füh­ren“, ha­der­te Enochs nach der Par­tie.

Der Un­ter­schied: Die Fortu­na ver­wer­te­te ih­re Chan­cen, kon­se­quent und di­rekt. Ab­schlag vom ei­ge­nen Tor, Qu­er­pass von Ro­bin Scheu auf Ma­nu­el Far­ro­na Pul­i­do, ein schö­ner Schlen­zer ins lan­ge Eck – 1:0 für die Köl­ner Süd­städ­ter. Ein ein­fa­ches Tor, be­güns­tigt durch VfLFeh­ler, weil Tim Dan­ne­berg und Kon­stan­tin En­gel per

Kopf schlecht klär­ten und Na­zim San­ga­ré sich aus­drib­beln ließ. „Ich ha­be das Spiel in den ers­ten 30 Mi­nu­ten ge­nau so er­war­tet. Wir hat­ten et­was Glück, ha­ben aber auch mit ab­so­lu­ter Über­zeu­gung ge­spielt“, freu­te sich Köln-Trai­ner Uwe Ko­schi­nat.

Das 2:0 voll­ende­te den Dop­pel­schlag der Fortu­na mit To­ren di­rekt vor und di­rekt nach der Pau­se. Der auf­ge­rück­te Chris­ti­an Groß spiel­te ei­nen Fehl­pass, Fortu­na kon­ter­te über Da­ni­el Kei­ta-Ru­el, der aus vol­lem Tem­po her­aus die Her­ein­ga­be schlug – die Ro­bin Scheu per

Di­rekt­ab­nah­me ver­wer­te­te. „Das ist der Un­ter­schied: Köln wirft sich de­fen­siv voll rein, knallt al­les weg und geht im Vollsprint in die An­grif­fe. Wir ma­chen Feh­ler, wenn wir hin­ten raus­spie­len und tra­ben oft bei aus­sichts­rei­chen Si­tua­tio­nen nur nach vorn“, ana­ly­sier­te Enochs.

So fan­den die Köl­ner ih­re Freu­de an Os­na­brü­cker Ball­ver­lus­ten und spiel­ten sich in ei­nen Rausch: Far­ro­na Pul­i­do und Kei­ta-Ru­el schnup­per­ten bei ih­ren 20-Me­terSchüs­sen am 3:0. Das köpf­te dann un­ge­stört Mar­kus Pat­zu­rek nach ei­ner Frei­stoß­flan­ke,

nach­dem Kon­stan­tin En­gel un­mo­ti­viert an der Eck­fah­ne ei­nen Köl­ner ge­foult hat­te (70.) – er­neut ein Kopf­ball-Ge­gen­tor wie ge­gen We­hen. „Wir ha­ben ge­nug Spie­ler, die Kopf­ball kön­nen“, sieht Enochs hier kein Grund­satz­pro­blem, mahn­te aber an, dass man „na­tür­lich beim Mann sein“müs­se.

Sai­son­über­grei­fend hat der VfL Os­na­brück aus 20 Spie­len nun 19 Punk­te ge­holt – ex­akt je­ne Bi­lanz, mit der Ex-Trai­ner Ma­ik Wal­pur­gis vor zwei Jah­ren nach dem vier­ten Spiel­tag ge­hen muss­te. Nun steht der vier­te Spiel­tag der Sai­son am Sonn­tag an, wenn der Hal­le­sche FC an der Bre­mer Brü­cke gas­tiert (14 Uhr). „Ich su­che nicht nach Aus­re­den und wer­de al­les da­für tun, dass wir die nächs­ten zwei Spie­le ge­gen Hal­le und in Reh­den im Lan­des­po­kal ge­win­nen. Die Par­ti­en sind für uns un­glaub­lich wich­tig“, sag­te Enochs. Sie dürf­ten in der Tat rich­tungs­wei­send wer­den für die sport­li­che Zu­kunft des VfL.

Re­ak­tio­nen, Fo­tos und der Li­ve­ti­cker zum Nach­le­sen fin­den Sie auf www.noz.de/vfl

Der Ge­nick­schlag: Mar­cel Pa­zu­rek köpft völ­lig frei­ste­hend das 3:0. Fo­to: ima­go/Re­vier­fo­to

Rat­los: Die Os­na­brü­cker im Kreis nach dem Spiel. Fo­tos: Kem­me (3)

Fas­sungs­los: Ka­mer Kras­ni­qi.

Ent­täuscht: Ju­les Rei­mer­ink.

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