Gift-Eier in Ku­chen und Nu­deln?

Un­ter­su­chun­gen lau­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Dirk Fis­ser

Fi­pro­nil und kein En­de: Der Skan­dal um das In­sek­ti­zid wei­tet sich aus. Im­mer mehr Bun­des­län­der und Be­trie­be in der Re­gi­on sind be­trof­fen. Aber sind ver­gif­te­te Eier mög­li­cher­wei­se auch wei­ter­ver­ar­bei­tet wor­den? Un­ter­su­chun­gen lau­fen.

OSNABRÜCK. Nach den Nie­der­lan­den lässt nun auch Nie­der­sach­sen Le­bens­mit­tel mit Ei-An­teil auf Fi­pro­nilRück­stän­de un­ter­su­chen. Das kün­dig­te Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er (Grü­ne) an. „Wir kön­nen nicht aus­schlie­ßen, dass ver­gif­te­te Eier auch in Ku­chen oder Nu­deln ge­lan­det sind“, sag­te der Mi­nis­ter. Er kri­ti­sier­te in die­sem Zu­sam­men­hang, dass kei­ne Kenn­zeich­nungs­pflicht bei ver­ar­bei­te­ten Ei­ern be­steht. „Das ist nicht nur aus Ver­brau­cher­sicht in­trans­pa­rent. Das er­schwert auch die Auf­klä­rung von Le­bens­mit­tel­skan­da­len.“Mey­er rief die Bun­des­re­gie­rung auf, den Weg für ei­ne Kenn­zeich­nungs­pflicht ana­log zum Stem­pel auf fri­schen Ei­ern frei zu ma­chen. „Selbst die Wirt­schaft ist da­für. Nur der Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter blo­ckiert mal wie­der“, so Mey­er.

Auch die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, Git­ta Con­ne­mann, sprach sich an­ge­sichts der Fi­pro­nil­de­bat­te für ei­ne Kenn­zeich­nungs­pflicht bei ver­ar­bei­te­ten Ei­ern aus. Sie wol­le ei­ne ent­spre­chen­de Initia­ti­ve auf na­tio­na­ler Ebe­ne vor­an­brin­gen, sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin. „Wir brau­chen schnellst­mög­lich ei­ne ver­nünf­ti­ge Kenn­zeich­nung – auch wenn es weh­tut.“

Un­ter­des­sen ver­such­te die EU-Kom­mis­si­on zu be­ru­hi­gen. „Die Hö­fe sind iden­ti­fi­ziert, die Eier ge­blockt, ver­seuch­te Eier sind vom Markt ge­nom­men, und die Si­tua­ti­on ist un­ter Kon­trol­le“, sag­te ei­ne Spre­che­rin. Ei­ne wei­te­re Spre­che­rin si­cher­te zu: „Sie kön­nen al­so un­be­scha­det Eier es­sen, hof­fent­lich.“

Ems­land be­trof­fen

Dem stan­den Mel­dun­gen aus der Re­gi­on We­ser-Ems ent­ge­gen: Bei den bis­lang be­kann­ten fünf Ri­si­ko­be­trie­ben be­stä­tig­te sich bis­lang in vier Fäl­len der Ver­dacht – drei Eier­far­men aus der Graf­schaft Bent­heim so­wie ei­ne Jung­hen­nen­auf­zucht­farm im Land­kreis Ems­land. Die Kreis­ver­wal­tung teil­te mit, die Tie­re dürf­ten bis auf Wei­te­res nicht aus­ge­lie­fert wer­den.

Was mit den Hen­nen pas­siert, ist un­klar. In den Nie­der­lan­den wird ge­mel­det, dass be­trof­fe­ne Hal­ter ih­re Her­den vor­zei­tig tö­ten las­sen. Das kün­dig­te bei­spiels­wei­se ein Land­wirt aus der Pro­vinz Dren­the mit 60000 Le­ge­hen­nen an. Be­trof­fe­ne Be­trie­be wa­ren al­le­samt Kun­de ei­nes Rei­ni­gungs­un­ter­neh­mens aus den Nie­der­lan­den. Das soll ein Mit­tel ein­ge­setzt ha­ben, das un­zu­läs­si­ger­wei­se mit Fi­pro­nil ver­setzt war. Wer das Gift bei­ge­mischt hat, ist un­klar.

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