„Soft­ware macht Au­tos nicht sau­ber“

Ver­kehrs­ex­per­te warnt nach Die­selgip­fel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

BERLIN. Skep­sis nach dem Die­selgip­fel von Po­li­tik und Au­to­in­dus­trie: Neue Die­sel wer­den nach Ein­schät­zung von Ver­kehrs­ex­per­te Pe­ter Mock auf der Stra­ße auch mit Soft­ware­Up­date die Grenz­wer­te für ge­sund­heits­schäd­li­che Stick­oxi­de um ein Viel­fa­ches über­schrei­ten.

Laut Um­welt­bun­des­amt sto­ßen Eu­ro-6-Die­sel mit 507 Mil­li­gramm auf der Stra­ße mehr als sechs­mal so viel NOx pro Ki­lo­me­ter aus, wie auf dem Prüf­stand im La­bor er­laubt ist – näm­lich 80 Mil­li­gramm. „Wenn man nun an­nimmt, dass das Soft­ware­Up­date tat­säch­lich bei al­len Fahr­zeu­gen 30 Pro­zent brin­gen wür­de, dann wä­ren wir bei 355 Mil­li­gramm pro Ki­lo­me­ter“, sag­te Mock. „Das ist im­mer noch mehr als vier­mal so hoch wie das ge­setz­li­che Eu­ro-6-Li­mit.“

Der Ex­per­te vom For­scher­ver­bund ICCT, der die Die­sel-Af­fä­re bei VW mit ins Rol­len brach­te, be­zwei­felt, dass sich al­lei­ne mit den Up­dates für neue Au­tos Fahr­ver­bo­te we­gen zu ho­her Stick­oxi­dWer­te in der Luft ver­mei­den las­sen. An die Bau­tei­le äl­te­rer Au­tos selbst ran­zu­ge­hen, wie vie­le Um­welt- und Ver­brau­cher­schüt­zer for­dern, sei „auf je­den Fall sehr auf­wen­dig und deut­lich teu­rer“und bei ei­ni­gen Mo­del­len „schlicht nicht mög­lich“. Wo sie ge­län­ge, sei die­se Nach­rüs­tung aber recht ef­fek­tiv, sag­te Mock. „Die­se Fahr­zeu­ge sind dann na­he­zu so sau­ber wie die neu­es­te Ge­ne­ra­ti­on an Die­sel­mo­to­ren.“

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