Trump will le­ga­le Ein­wan­de­rung be­gren­zen

US-Prä­si­dent möch­te künf­tig we­ni­ger Green­cards ver­ge­ben – Eu­ro­pa könn­te pro­fi­tie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Green­card-Re­strik­tio­nen, neue Stra­fen ge­gen Russ­land und ein Rei­se­ver­bot von US-Bür­gern nach Nord­ko­rea – Trumps Au­ßen­po­li­tik irr­lich­tert. Wäh­rend US-Prä­si­dent Do­nald Trump mit der ver­schärf­ten Sank­ti­ons­po­li­tik ge­gen Russ­land auch eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men im Ener­gie­sek­tor schä­di­gen könn­te, er­öff­net er an­de­ren un­ge­wollt mög­li­cher­wei­se neue Chan­cen.

„Die von Prä­si­dent Trump an­ge­kün­dig­te re­strik­ti­ve­re Green­card-Po­li­tik könn­te sich für Eu­ro­pa im Kampf um klu­ge Köp­fe als gut er­wei­sen“, sag­te der Eu­ro­pa­po­li­ti­ker Alex­an­der Graf Lambs­dorff (FDP) im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. „Wis­sen­schaft­ler und Fach­kräf­te könn­ten sich stär­ker Eu­ro­pa zu­wen­den, wenn sie in den USA nicht ge­wollt sind“, sag­te der EU-Par­la­ments­vi­ze.

SAP statt Face­book, Wall­dorf statt Ka­li­for­ni­en? „Die Kom­mu­nen soll­ten da­für sor­gen, dass es eng­lisch­spra­chi­ge An­lauf­stel­len für je­ne Hoch­qua­li­fi­zier­ten

gibt, die in Deutsch­land ar­bei­ten wol­len“, be­ton­te Lambs­dorff.

Trump hat­te sich für ein Ge­setz stark ge­macht, das die Ver­ga­be von dau­er­haf­ten Auf­ent­halts- und Ar­beits­ge­neh­mi­gun­gen (Green­cards) bin­nen ei­nes Jahr­zehnts auf rund 500 000 jähr­lich hal­bie­ren soll. Zu­dem warb er für ei­ne leis­tungs­ori­en­tier­te Re­form des Ein­wan­de­rungs­rechts. Der­zeit lit­ten Ar­bei­ter

und Steu­er­zah­ler un­ter der Ein­wan­de­rung nied­rig qua­li­fi­zier­ter Per­so­nen.

Künf­tig soll­ten Men­schen be­vor­zugt be­han­delt wer­den, die „Eng­lisch spre­chen, sich sel­ber und ih­re Fa­mi­li­en fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen kön­nen und de­mons­trie­ren, dass sie zu un­se­rer Wirt­schaft bei­tra­gen“, er­klär­te Trump. Der Ge­set­zes­ent­wurf sieht auch die Ab­schaf­fung der „Vi­saLot­te­rie“vor, bei der jähr­lich

50 000 Men­schen welt­weit die be­gehr­te Green­card er­hal­ten. Ma­xi­mal 50 000 Flücht­lin­ge be­kä­men Auf­ent­halts­und Ar­beits­ge­neh­mi­gun­gen. Be­sit­zer der Green­card kön­nen die Staats­bür­ger­schaft be­an­tra­gen.

Mos­kau: Han­dels­krieg

Mit Blick auf die von Prä­si­dent Trump am Mitt­woch un­ter­zeich­ne­te Ver­schär­fung der Sank­tio­nen ge­gen­über Russ­land sprach Mi­nis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew in Mos­kau von ei­nem „Han­dels­krieg“. Die Sank­tio­nen hät­ten die Hoff­nung auf ei­ne Ver­bes­se­rung der Be­zie­hun­gen mit der neu­en US-Re­gie­rung be­en­det. „Die Trum­pRe­gie­rung hat ih­re völ­li­ge Schwä­che of­fen­bart, in­dem sie die Exe­ku­tiv­ge­walt in be­schä­men­der Wei­se an den Kon­gress aus­ge­hän­digt hat“, kri­ti­sier­te Med­we­dew. Das Ge­setz ent­hält Klau­seln, die die Voll­macht des Prä­si­den­ten zur mög­li­chen spä­te­ren Lo­cke­rung der Straf­maß­nah­men ein­schrän­ken. Dies kommt ei­nem Miss­trau­ens­vo­tum des von Trumps Re­pu­bli­ka­nern do­mi­nier­ten Kon­gres­ses gleich.

Der Kreml setzt nun auch auf den Wi­der­stand vie­ler be­trof­fe­ner Län­der ge­gen die ver­schärf­ten Sank­tio­nen der USA. So könn­ten bei­spiels­wei­se eu­ro­päi­sche Fir­men auf dem Ener­gie­sek­tor be­trof­fen sein, wenn sie mit Russ­land Ge­schäf­te ma­chen. Die EU-Kom­mis­si­on prüft der­zeit mög­li­che Ge­gen­maß­nah­men. Auch Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) hat­te Wa­shing­tons Vor­ge­hen kri­ti­siert. Die Sank­tio­nen rich­ten sich di­rekt ge­gen Staa­ten wie Russ­land, Iran und Nord­ko­rea.

Die USA ha­ben ein Rei­se­ver­bot für US-Bür­ger nach Nord­ko­rea er­las­sen. Ab 1. Sep­tem­ber sind US-Päs­se für Rei­sen in das Land un­gül­tig, so das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um.

Neu­es aus Washington er­fah­ren Sie im In­ter­net auf noz.de/po­li­tik

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.