Von der Ley­en un­ter Be­schuss

SPD-Au­ßen­ex­per­te: Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin hat „völ­lig ver­sagt“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Von Ma­ri­on Trim­born und Tho­mas Lud­wig

Skan­da­le, Aus­rüs­tungs­pro­ble­me und der Hub­schrau­ber-Ab­sturz in Ma­li – die Bun­des­wehr ist dau­ernd in den Schlag­zei­len. Der SPD-Au­ßen­po­li­ti­ker Niels An­nen macht Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) da­für ver­ant­wort­lich. An­nen for­der­te im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on ei­nen Neu­start im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um: „Ur­su­la von der Ley­en hat bei der Au­f­ar­bei­tung bun­des­weh­rin­ter­ner Skan­da­le völ­lig ver­sagt.“

Von den Ar­beits­be­din­gun­gen bis zur Re­form des Be­schaf­fungs­we­sens ha­be die Mi­nis­te­rin au­ßer Pi­lot­pro­jek­ten nichts ge­schafft. Um von ei­ge­nen Ver­säum­nis­sen ab­zu­len­ken, ha­be von der Ley­en der Trup­pe ins­ge­samt ein „Hal­tungs­pro­blem“at­tes­tiert. „Da­mit hat sie Tau­sen­den Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten, die ih­ren Di­enst ge­wis­sen­haft und auf der Grund­la­ge un­se­rer de­mo­kra­ti­schen Rechts­ord­nung aus­üben, pau­schal das Miss­trau­en aus­ge­spro­chen“, klag­te An­nen. „So et­was darf ei­ner Mi­nis­te­rin oder ei­nem Mi­nis­ter nicht pas­sie­ren.“

Der au­ßen­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on sieht dies nicht nur als Pro­blem der der­zeit am­tie­ren­den Mi­nis­te­rin, son­dern eben­so ih­rer Vor­gän­ger wie et­wa Tho­mas de Mai­ziè­re: „Die CDU-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter der letz­ten Jah­re ha­ben im Grun­de ge­nom­men nichts zu­stan­de ge­bracht.“Dar­un­ter lei­de die Trup­pe bis heu­te. Die Bi­lanz des Ko­ali­ti­ons­part­ners und der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin sei ent­täu­schend: „Es ist ei­ne Bi­lanz der ver­pass­ten Chan­cen, ei­ne Bi­lanz der gro­ßen und nicht er­füll­ten Ver­spre­chun­gen.“

An­nen lehnt die ge­for­der­te deut­li­che Auf­sto­ckung der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben auf zwei Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung ab. „Wir sind nicht be­reit, nur weil US-Prä­si­dent Do­nald Trump es von uns ver­langt, je­des Jahr über 70 Mil­li­ar­den Eu­ro für die Ver­tei­di­gung aus­zu­ge­ben.“Zur Be­grün­dung sag­te An­nen: „Die­ses Geld wür­de ge­ra­de bei wich­ti­gen Zu­kunfts­in­ves­ti­tio­nen feh­len.“

Trump hat­te die Na­to-Län­der er­mahnt, ihr Ver­tei­di­gungs­bud­get auf zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts auf­zu­sto­cken. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hat­te dem zu­ge­stimmt. „So ei­nen Richt­wert kön­nen Re­gie­rungs­chefs aus­han­deln, aber ent­schei­dend ist, was der Deut­sche Bun­des­tag be­schließt“, sag­te An­nen.

For­dert Neu­start: Niels An­nen (SPD). Fo­to: dpa

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