Ei­ne Be­las­tung für sein Land und die Part­ner

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de

Washington ver­bie­tet US-Bür­gern Rei­sen in ein an­de­res Land. Selbst die gu­te Ab­sicht, Ame­ri­ka­ner zu schüt­zen, ver­treibt den au­to­ri­tä­ren Bei­ge­schmack der Maß­nah­me ge­gen Nord­ko­rea nicht. Ist das ei­nes Lan­des wür­dig, das doch Frei­heit und Ei­gen­ver­ant­wor­tung sei­ner Bür­ger so hoch schätzt? Der ame­ri­ka­ni­sche Traum ist längst kei­ner mehr. Das gilt auch für die zu­neh­mend auf Aus­gren-

zung set­zen­de Ein­wan­de­rungs­po­li­tik. Wer mit im­mer neu­en Re­strik­tio­nen kommt, schafft kein gu­tes Kli­ma für Men­schen, die das Land mit ih­rer Ar­beits­kraft vor­an­brin­gen wol­len – egal, ob nun schlech­ter oder bes­ser aus­ge­bil­det. Aus­län­di­sche Leis­tungs­trä­ger dür­fen sich ver­un­si­chert füh­len, weil Rechts­si­cher­heit an die sprung­haf­te Po­li­tik ei­nes Do­nald Trump ge­bun­den ist.

Über die be­vor­zug­te Auf­nah­me qua­li­fi­zier­ter Ein­wan­de­rer de­bat­tie­ren die USA schon län­ger. Die Wirt­schaft hält we­nig da­von. Sie braucht auf dem Ar­beits­markt klu­ge Köp­fe eben­so wie star­ke Hän­de. Doch die­se Dif­fe­ren­zie­rung scheint den Prä­si­den­ten wie­der mal zu über­for­dern. Und war­um un­ter­schreibt er ein Sank­ti­ons­ge­setz, das auch eu­ro­päi­sche Part­ner tref­fen könn­te und das er selbst für feh­ler­haft hält? Um vom Ver­dacht ab­zu­len­ken, er trei­be Ge­schäf­te mit Russ­land? Die US-Po­li­tik gibt mehr Fra­gen auf als Ant­wor­ten. Trump wird zu­neh­mend zur ech­ten Be­las­tung für sein Land und die Welt.

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