25 Mil­lio­nen Eu­ro für Flut­schä­den

Land be­schließt Fi­nanz­hil­fen für Be­trof­fe­ne und Geld für Schutz­maß­nah­men

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Tau­sen­de Kel­ler lie­fen in Nie­der­sach­sen wäh­rend des Hoch­was­sers voll. In ei­ni­gen Or­ten war die La­ge noch dra­ma­ti­scher: Vie­le Men­schen ste­hen vor den Trüm­mern ih­rer Exis­tenz. Jetzt soll es Hil­fen ge­ben.

Für die Schä­den des Hoch­was­sers in Nie­der­sach­sen will die Lan­des­re­gie­rung 25 Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung stel­len. Das sag­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) am Don­ners­tag in Han­no­ver. Zu­vor hat­te die Lan­des­re­gie­rung den Ent­wurf für den Nach­trags­haus­halt 2017 auf den Weg ge­bracht. Der Haus­halts­aus­schuss könn­te die­sen in der kom­men­den Wo­che be­ra­ten und der Land­tag da­nach be­schlie­ßen. Da­durch wä­re es mög­lich, zü­gig Mit­tel aus der So­fort­hil­fe an Hoch­was­ser­op­fer aus­zu­zah­len. „Bei Be­darf des täg­li­chen Le­bens soll es schnell und un­bü­ro­kra­tisch Hil­fe ge­ben“, sag­te Weil.

Ge­plant ist, dass die Ge­schä­dig­ten die So­fort­hil­fe über ein For­mu­lar be­an­tra­gen kön­nen. Ei­ne Vor­la­ge wird der­zeit er­stellt. Das For­mu­lar sol­le dem­nächst über die In­ter­net­sei­te des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums ab­ruf­bar sein, sag­te Nie­der­sach­sens Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wen­zel (Grü­ne). Die So­fort­hil­fe macht 9 der 25 Mil­lio­nen aus.

Nach An­ga­ben des Um­welt­mi­nis­ters kön­nen Er­wach­se­ne ei­ne Pau­scha­le von bis zu 500 Eu­ro er­hal­ten, Kin­der von bis zu 250 Eu­ro. Ma­xi­mal kön­nen 2500 Eu­ro je Haus­halt ge­zahlt wer­den, bei be­son­de­ren so­zia­len Not­la­gen kön­nen auch bis zu 20 000 Eu­ro be­an­tragt wer­den. Das Geld kann zum Bei­spiel da­für ge­nutzt wer­den, um neue Mö­bel und Klei­dung zu kau­fen oder ka­putt ge­gan­ge­ne Ge­rä­te zu er­set­zen.

Mit ei­ner Mil­li­on Eu­ro sol­len Zah­lun­gen aus dem Ka­ta­stro­phen­fall ge­deckt wer­den. Zwei Land­krei­se – Gos­lar und Wol­fen­büt­tel – hat­ten we­gen des Hoch­was­sers in der ver­gan­ge­nen Wo­che Ka­ta­stro­phen­alarm aus­ge­ru­fen. Der ein­ge­setz­te Ka­ta­stro­phen­schutz­stab über­nahm da­mit dort die Ge­samt­ver­ant­wor­tung und ko­or­di­nier­te al­le Ein­sät­ze für die bei­den Kri­sen­ge­bie­te. Das Land trägt nun die Kos­ten für das, was ein­satz­be­dingt von die­sem Gre­mi­um of­fi­zi­ell an­ge­for­dert wur­de.

Die rest­li­che Sum­me von 15 Mil­lio­nen soll ge­nutzt wer­den, um in den Hoch­was­ser­schutz zu in­ves­tie­ren. Das Geld kommt den Kom­mu­nen zu­gu­te. Ei­ni­ge Kom­mu­nen hat­ten schon vor­her Geld vom Land ge­for­dert: „Wir be­nö­ti­gen un­be­dingt ganz kon­kre­te Hil­fen des Lan­des“, hat­te Gos­lars Ober­bür­ger­meis­ter Oli­ver Junk (CDU) zu­vor ge­sagt. Auch der Land­kreis Hil­des­heim hat­te an das Land ap­pel­liert, So­fort­hil­fe zu leis­ten. Die im Kreis­ge­biet ent­stan­de­nen Schä­den schätz­te das Um­welt­de­zer­nat auf ei­nen ho­hen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag. Auch in der Stadt Gos­lar sind Junk zu­fol­ge an Stra­ßen, We­gen, Brü­cken und im Stadt­wald Schä­den in Hö­he von rund 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro ent­stan­den.

Ein res­sort­über­grei­fen­der Stab un­ter Lei­tung des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums er­fasst der­zeit al­le Schä­den. Ei­ne Ge­samt­sum­me steht noch nicht fest. Für ge­schä­dig­te Pri­vat­per­so­nen und Fir­men hat­te das Land schon am Mitt­woch zu­sätz­lich Steu­er­er­leich­te­run­gen be­schlos­sen.

Die Kom­mu­nen for­dern vom Land al­ler­dings mehr An­stren­gun­gen: Hil­des­heims Kreisum­welt­de­zer­nent Hel­fried Bas­se for­der­te, es müss­te auch di­rek­te Mit­tel für den Wie­der­auf­bau von Wohn­ge­bäu­den und die In­stand­set­zung zer­stör­ter öf­fent­li­cher In­fra­struk­tur ge­ben. Al­lei­ne in den vom Hoch­was­ser be­son­ders heim­ge­such­ten Ge­mein­den Hol­le und Bad Salz­detfurth sei­en meh­re­re Tau­send Haus­hal­te be­trof­fen, sag­te Bas­se. Ver­mut­lich müss­ten zahl­rei­che Ge­bäu­de ab­ge­ris­sen wer­den.

Die Lan­des­re­gie­rung hat sich bei der Pla­nung an den Kos­ten ori­en­tiert, die durch das Hoch­was­ser 2013 an der El­be ent­stan­den wa­ren. Weil zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, mit der ver­an­schlag­ten Sum­me aus­zu­kom­men.

Stadt un­ter: Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he hat das Hoch­was­ser et­wa in Gos­lar ver­ur­sacht. Jetzt ver­spricht die Lan­des­re­gie­rung Hil­fe. Fo­to: dpa

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