Ant­wor­ten zum Fi­pro­nil-Skan­dal

Wie gif­tig sind die ver­seuch­ten Eier?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Der Skan­dal um ver­seuch­te Eier ver­un­si­chert die Ver­brau­cher. Vie­le fra­gen sich: Kann ich jetzt noch be­den­ken­los Eier es­sen? Ant­wor­ten auf fünf Fra­gen rund um Fi­pro­nil.

Mil­lio­nen Eier sind mit dem gif­ti­gen In­sek­ti­zid Fi­pro­nil be­las­tet. Ver­brau­cher soll­ten be­trof­fe­ne Eier vor­sichts­hal­ber ent­sor­gen oder zum Händ­ler zu­rück­brin­gen. Fünf Fra­gen zur Ge­sund­heits­be­las­tung durch das In­sek­ti­zid.

Ist Fi­pro­nil für den Men­schen ge­fähr­lich? Wie ge­nau Fi­pro­nil auf Men­schen wirkt, ist nicht be­kannt. In Tier­ex­pe­ri­men­ten mit Rat­ten schä­dig­te der Stoff das Ner­ven­sys­tem und die Le­ber, er­klärt das Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung (BfR). Es reizt dem­nach nicht die Au­gen oder Haut, löst kei­ne all­er­gi­schen Hau­t­re­ak­tio­nen aus und ist nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand des In­sti­tuts we­der erb­gut­schä­di­gend noch krebs­er­re­gend.

Wie wird be­rech­net, wie viel Fi­pro­nil für den Men­schen even­tu­ell schäd­lich ist? Auf Grund­la­ge von Tier­ex­pe­ri­men­ten wur­de im Rah­men der EU-Wirk­stoff­prü­fung für Pflan­zen­schutz­mit­tel ei­ne Re­fe­renz­do­sis – kurz ARfD – be­rech­net. Sie gibt die Men­ge ei­nes Stoffs pro Ki­lo­gramm Kör­per­ge­wicht an, die man in­ner­halb von 24 St­un­den oh­ne er­kenn­ba­res ge­sund­heit­li­ches Ri­si­ko ver­zeh­ren kann. Für die Be­rech­nung wur­de der Wert, der im Tier­ex­pe­ri­ment noch kei­ne ge­sund­heit­li­chen Fol­gen hat­te, durch 100 ge­teilt. Die er­rech­ne­te Do­sis liegt bei 0,009 Mil­li­gramm Fi­pro­nil pro Ki­lo­gramm Kör­per­ge­wicht.

Wie vie­le be­las­te­te Eier müss­te ein Er­wach­se­ner es­sen, um die Do­sis zu über­schrei­ten? In bel­gi­schen Ei­ern wur­den bis­her die höchs­ten Wer­te ge­mes­sen: 1,2 Mil­li­gramm pro Ki­lo­gramm. Legt man die­sen Wert zu­grun­de, kann ein Er­wach­se­ner mit 65 Ki­lo Kör­per­ge­wicht 7 Eier in­ner­halb von 24 St­un­den es­sen, oh­ne den Wert zu über­schrei­ten. „Ei­ne Über­schrei­tung der ARfD be­deu­tet aber nicht zwangs­läu­fig ei­ne kon­kre­te Ge­sund­heits­ge­fähr­dung“, er­klärt das BfR. Es be­deu­tet, dass ei­ne Ge­fähr­dung mög­lich ist. Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung emp­fiehlt, nicht mehr als drei Eier pro Wo­che zu es­sen.

Sind Kin­der an­ders ge­fähr­det als Er­wach­se­ne? Für Kin­der gilt der­sel­be Richt­wert wie für Er­wach­se­ne. Sie müs­sen auf­grund ih­res ge­rin­ge­ren Kör­per­ge­wichts aber na­tür­lich deut­lich we­ni­ger Eier es­sen, um die Do­sis zu er­rei­chen. Die BfR gibt ein Re­chen­bei­spiel: Bei ei­nem Kind mit ei­nem Ge­wicht von 16,15 Ki­lo wä­ren es 1,7 Eier mit der höchs­ten Fi­pro­nil-Be­las­tung in­ner­halb von 24 St­un­den.

Ent­hal­ten auch Le­bens­mit­tel, in de­nen Eier ver­ar­bei­tet wur­den, das In­sek­ti­zid? Laut BfR wird Fi­pro­nil nicht ab­ge­baut, wenn die Eier ge­kocht oder ge­ba­cken wer­den. Das BfR nimmt da­her an, dass Le­bens­mit­tel, in de­nen be­las­te­te Eier ste­cken, ge­nau­so viel Fi­pro­nil ent­hal­ten wie die ver­ar­bei­te­ten Eier selbst. Wie viel Fi­pro­nil et­wa in ei­ner Por­ti­on Ei­er­nu­deln steckt, hängt von der Men­ge Eier ab, die in den Nu­deln ver­ar­bei­tet wur­den. Wo­her ver­ar­bei­te­te Eier in Le­bens­mit­teln stam­men, ist für Ver­brau­cher al­ler­dings in der Re­gel nicht nach­voll­zieh­bar.

Ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen im Fi­pro­nil-Skan­dal auf noz.de/agrar

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