„Ehe für al­le“hier noch kein gro­ßes The­ma

Bis­her erst ei­ne An­fra­ge zur Um­wand­lung ei­ner ho­mo­se­xu­el­len Part­ner­schaft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Der Bun­des­tag hat En­de Ju­ni die „Ehe für al­le“, al­so die Gleich­stel­lung ho­mo­se­xu­el­ler und he­te­ro­se­xu­el­ler Paa­re, be­schlos­sen. In Kraft tre­ten wird die neue Re­ge­lung vor­aus­sicht­lich im Herbst. Wir ha­ben in den Stan­des­äm­tern der Ge­mein­den Lot­te und Westerkappeln nach­ge­fragt, ob es schon ver­stärk­tes In­ter­es­se an gleich­ge­schlecht­li­chen Ehe­schlie­ßun­gen gibt.

„Wir ha­ben seit der Ver­öf­fent­li­chung der Ent­schei­dung noch kei­ne An­fra­gen“, sagt die Wes­ter­kap­pel­ner Stan­des­be­am­tin An­ja Bitt­ner.

Seit 2001 kön­nen sich Ho­mo­se­xu­el­le ver­part­nern. Dass sie beim Er­brecht, der Un­ter­halts­pflicht und dem Ehe­gat­ten­split­ting glei­che Rech­te und Pflich­ten ha­ben, kam nach und nach – oft auf Druck des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Ein Ad­op­ti­ons­recht ha­ben gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re in Deutsch­land bis­her nicht. Das wird sich mit In­kraft­tre­ten der „Ehe für al­le“än­dern.

Auf die Fra­ge, wie vie­le ein­ge­tra­ge­ne gleich­ge­schlecht­li­che Part­ner­schaf­ten, auch „Ho­mo-Ehen“ge­nannt, es in Westerkappeln gibt, muss Bitt­ner pas­sen: Dar­über füh­re man nicht Buch. Sie schätzt die Zahl die­ser Part­ner­schafts­ein­tra­gun­gen auf „zwei pro Jahr, wenn über­haupt“.

Um­wand­lungs­an­trag

An­ja En­gel vom Stan­des­amt der Ge­mein­de Lot­te hat zwar auch noch kei­ne An­mel­dung für ei­ne gleich­ge­schlecht­li­che Trau­ung er­hal­ten, im­mer­hin aber schon ei­ne An­fra­ge zur Um­wand­lung der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft in die Ehe. Sie schätzt die Zahl der gleich­ge­schlecht­lich Ver­part­ner­ten in Lot­te auf rund 150. Im Schnitt, so gibt sie an, wer­den auf dem Lot­ter Stan­des­amt seit 2001 drei bis vier sol­cher Part­ner­schaf­ten im Jahr ge­schlos­sen und of­fi­zi­ell ein­ge­tra­gen.

Zur Ehe für al­le sagt sie: „Ich er­war­te schon, dass da was kommt. Vor al­lem An­fra­gen zur Um­wand­lung be­ste­hen­der Part­ner­schaf­ten!“Denn die recht­li­che Gleich­stel­lung mit he­te­ro­se­xu­el­len Ehe­paa­ren er­mög­licht es schwu­len und les­bi­schen

Paa­ren künf­tig auch, ein Kind zu ad­op­tie­ren und da­mit ei­ne Fa­mi­lie zu grün­den.

Da­mit Schwu­le und Les­ben künf­tig al­le Rech­te und Pflich­ten ei­ner Ehe zwi­schen Mann und Frau be­kom­men, auch das auf ein Ad­op­tiv­kind, wird das Bür­ger­li­che Ge­setz­buch (BGB) ge­än­dert. Dort heißt es bis­lang: „Die Ehe wird auf Le­bens­zeit ge­schlos­sen.“Künf­tig wird der Satz lau­ten: „Die Ehe wird von zwei Per­so­nen ver­schie­de­nen oder glei­chen Ge­schlechts auf Le­bens­zeit ge­schlos­sen.“

Fo­to: Ju­li­an Stra­ten­schul­te/dpa

Ein ho­mo­se­xu­el­les Paar zeigt sei­ne Rin­ge. Schwu­le und les­bi­sche Paa­re kön­nen ab die­sem Herbst hei­ra­ten.

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