Auf di­rek­tem Weg über die Lan­des­gren­ze

Bram­sche lag bis vor 130 Jah­ren noch hin­term Nie­mands­land

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Die Bram­scher Stra­ße ist ei­ne wich­ti­ge Ver­bin­dungs­ach­se in Wes­ter­kap­pelns Nor­den. Sees­te war aber nicht im­mer so gut an­ge­bun­den, schon gar nicht in Rich­tung Bram­sche. Viel­mehr war die frü­he Stra­ße im Win­ter­halb­jahr kaum pas­sier­bar.

Die Be­ein­träch­ti­gung der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts be­reits vor­han­de­nen Stre­cke nach Sees­te be­traf ins­be­son­de­re die Que­rung der sump­fi­gen Düs­ter­die­ker Nie­de­rung. Auch ein Knüp­pel­d­amm half da we­nig. Zwei­mal be­geg­ne­te man dem Pro­blem mit Auf­schüt­tung, der ge­wünsch­te Er­folg al­ler­dings blieb aus.

Ein Mess­tisch­blatt von 1842 be­legt: Nach Nor­den ver­liert sich die Stra­ße im schöns­ten Wort­sinn im San­de, das Land hin­ter Sees­te dürf­te dem­nach lan­ge Nie­mands­land ge­we­sen sein. Re­gel­mä­ßi­ge Han­dels­be­zie­hun­gen in Rich­tung Bram­sche Die Über­win­dung der Düs­ter­die­ker Nie­de­rung zu je­der Jah­res­zeit ist heu­te selbst­ver­ständ­lich.

wa­ren auf­grund der Zöl­le we­nig lu­kra­tiv und oh­ne Stra­ße nicht rea­li­sier­bar.

1847 be­an­trag­ten die Wes­ter­kap­pel­ner Bür­ger den Aus­bau der wich­ti­gen Ver­bin­dung zu ei­ner be­fes­tig­ten Chaus­see, ein­schließ­lich ei­ner kom­for­ta­blen An­bin­dung an Bram­sche. Stra­ßen­bau

war auch da­mals teu­er, das Her­an­zie­hen der Be­völ­ke­rung für den Chaus­see­bau üb­lich. Hand- und Spann­dienst nann­te man die un­ge­lieb­te Bür­ger­pflicht: Mit Schau­feln, Ha­cken und Pfer­den hat­te man auf Auf­for­de­rung Hil­fe zu leis­ten.

Die Sees­ter ha­ben ih­re Sa­che of­fen­bar gut ge­macht, denn ge­gen En­de des 19. Jahr­hun­derts lob­te Bür­ger­meis­ter Jo­hann Hein­rich Kan­del­hardt aus­drück­lich den Zu­stand der Bram­scher Stra­ße. Für die Nut­zung wur­de We­ge­geld er­ho­ben, die Maut war bis 1906 fäl­lig.

Ih­ren Na­men hat die Bram­scher Stra­ße selbst­ver­ständ­lich von der Tuch­ma­cher­stadt an der Ha­se. Die­se wird 1097 erst­mals er­wähnt: „in pa­ro­chia bra­me­ze­che“heißt es da, 1217 „Bra­mets­ce“, 1350 „Bra­mes­sche“. Die frü­hen Er­wäh­nun­gen zei­gen ein­deu­tig sprach­li­che Par­al­le­len zum mit­tel­nie­der­deut­schen Bram in der Be­deu­tung Gins­ter. Ety­mo­lo­gisch schließt es an das ger­ma­ni­sche Bre­mo an, wo­mit ganz all­ge­mein dor­nen­be­wehr­te Sträu­cher be­zeich­net wur­den, sprach­lich her­vor­ge­gan­gen aus dem in­do­ger­ma­ni­schen be­rem – Spit­ze, Kan­te. Für Bram­sche dürf­te al­so ei­ne dor­nen­rei­che Ve­ge­ta­ti­on Pa­te ge­stan­den ha­ben.

Die Ha­se­stadt scheint aber noch äl­ter zu sein als die ers­te ur­kund­li­che Er­wäh­nung. Mög­li­cher­wei­se wur­de die ers­te Ka­pel­le be­reits um 800 er­baut. Noch viel frü­her streif­te das rö­mi­sche Heer durch Bram­scher Ge­fil­de. Man geht da­von aus, das Ger­ma­nen­füh­rer Ar­mi­ni­us die Rö­mer auf ei­nem Feld vor Kal­k­rie­se ge­schla­gen hat.

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