Va­ter der Knol­len­na­sen: Mor­dil­lo wird 85

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

Mor­dil­los ty­pi­sche Car­toon-Fi­gu­ren sind auf ei­nen Blick zu er­ken­nen: An den über­di­men­sio­nier­ten Knol­len­na­sen – und dar­an, dass sie oh­ne Wor­te aus­kom­men. Der Zeich­ner hat ei­ne ein­fa­che Er­klä­rung da­für: „Mei­ne Bil­der ha­ben kei­ne Tex­te, weil ich vie­le Jah­re in Län­dern ver­bracht ha­be, de­ren Spra­che ich an­fangs nicht rich­tig konn­te. Und da ha­be ich mich nicht ge­traut, Bild­un­ter­schrif­ten zu schrei­ben.“Heu­te wird Guil­ler­mo Mor­dil­lo 85 Jah­re alt. Er kam 1932 in der ar­gen­ti­ni­schen Haupt­stadt Bu­e­nos Ai­res zur Welt, ging spä­ter nach New York und Pa­ris, leb­te ei­ne Zeit lang auf Mallor­ca und jetzt in Mo­na­co.

Sei­ne Hel­den schaf­fen es aber auch oh­ne Wor­te, viel zu er­zäh­len: Men­schen mit ih­ren klei­nen Be­son­der­hei­ten setzt er lie­be­voll in Sze­ne. Oft fin­den Tie­re – wie et­wa die kurz­bei­ni­gen Gi­raf­fen – mit mensch­li­chen Ei­gen­schaf­ten Ein­zug in sei­ne mit­un­ter sur­rea­len Wel­ten. Der Durch­bruch in Deutsch­land ge­lang ihm mit dem Car­toon-Buch „Das Pi­ra­ten­schiff“, er­schie­nen 1971 im In­sel-Ver­lag.

Die Knol­len­na­sen sei­en Fi­gu­ren, „die sym­bo­lisch für das mensch­li­che We­sen sind“, so er­klärt der Zeich­ner die schlich­te äu­ße­re Gestalt sei­ner bau­chi­gen Hel­den. „Für mich ist Hu­mor Zärt­lich­keit, die auch da­bei hilft, Angst zu über­win­den“, sag­te der zwei­fa­che Va­ter ein­mal in ei­nem In­ter­view. „Weil ich wie je­des mensch­li­che We­sen Angst ha­be, zeich­ne ich Hu­mor.“

Fo­to:dpa

Klei­ne bau­chi­ge Hel­den sind sein Mar­ken­zei­chen: Guil­ler­mo Mor­dil­lo.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.