Nur die Stre­cke war im­mer die glei­che

Berg­ren­nen fei­ert 50. Ju­bi­lä­um: Von der Mo­tor­sport­ver­an­stal­tung für ei­nen Orts­teil zum Event für Zehn­tau­sen­de Fans

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Als vor 49 Jah­ren das ers­te Berg­ren­nen am Up­hö­fe­ner Berg in Hil­ter-Borg­loh aus­ge­tra­gen wur­de, hät­te sich wohl nie­mand träu­men las­sen, was ein­mal dar­aus wird. Fest steht je­den­falls schon jetzt: Die 50. Auf­la­ge an die­sem Wo­che­n­en­de wird neue Maß­stä­be set­zen.

Von Mal­te Schlaack

Es ist wie so oft im Le­ben: Die bes­ten Din­ge las­sen sich ein­fach nicht pla­nen. Im Jahr 1968 fei­er­te der Hil­te­ra­ner Orts­teil Borg­loh sein 900. Ju­bi­lä­um. An­läss­lich der Fei­er­lich­kei­ten soll­te am Up­hö­fe­ner Berg ei­ne Mo­tor­sport­ver­an­stal­tung statt­fin­den. Be­reits zur Pre­mie­re ka­men 144 Fah­rer und rund

7000 Zu­schau­er.

Das Os­na­brü­cker Berg­ren­nen war ur­sprüng­lich für we­ni­ge Auf­la­gen ge­dacht. Was sich aus ei­nem Ren­nen mit ein paar Stroh­bal­len und St­a­chel­draht als Stre­cken­be­gren­zung und Sup­pe als Ver­pfle­gung ein­mal ent­wi­ckeln wür­de, war sei­ner­zeit Uto­pie.

Sei­ne schwär­zes­te St­un­de hat­te das Berg­ren­nen im Jahr 1970, als Fah­rer Heinz Brosch von der Stre­cke ab­kam, ge­gen ei­nen Baum prall­te und töd­lich ver­un­glück­te. In den fol­gen­den Jah­ren wur­den die Si­cher­heits­vor­keh­run­gen im­mer wei­ter ver­bes­sert, seit län­ge­rer Zeit ge­nügt das Ren­nen in die­sem Be­reich höchs­ten An­sprü­chen. Was für die Si­cher­heit gilt, hat sich im­mer mehr auch rund um die Stre­cke be­merk­bar ge­macht. Das Berg­ren­nen ist mitt­ler­wei­le viel mehr als nur Mo­tor­sport. Mit dem Kon­zept „Cars & Fun“hat­ten die Or­ga­ni­sa­to­ren des MSC den rich­ti­gen Rie­cher und ent­wi­ckel­ten so ein fa­mi­li­en­freund­li­ches Event mit au­ßer­ge­wöhn­li­chen Zu­schau­er­zah­len.

So viel sich auch im Lauf der Jahr­zehn­te beim Os­na­brü­cker Berg­ren­nen ver­än­dert hat, eins ist im­mer gleich ge­blie­ben: die Stre­cke. Schon im Pre­mie­ren­jahr 1968 wur­de die Hol­ter Stra­ße von der Ecke Alt Up­hö­fen hin­auf fast bis zur Ecke „Ro­te Stra­ße“ge­fah­ren. 2,03 Ki­lo­me­ter ist die Berg­renn­stre­cke nur lang mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Stei­gung von 3,7 Pro­zent. Trotz der ge­rin­gen Län­ge gilt sie als sehr an­spruchs­voll, was zum Bei­spiel auch Chris­ti­an Mer­li be­tont. Der ita­lie­ni­sche Pro­firenn­fah­rer war 2016 zum ers­ten Mal da­bei, si­cher­te sich gleich den Ge­samt­sieg, stell­te mit 51,232 Se­kun­den ei­nen neu­en Stre­cken­re­kord auf und ge­hört so beim Ju­bi­lä­um zu den ganz gro­ßen Fa­vo­ri­ten. Ins­ge­samt ge­hen 242 Fah­rer in den ver­schie­de­nen Fahr­zeug­klas­sen an den Start. Zu­sam­men mit meh­re­ren 10 000 Be­su­chern wird der Up­hö­fe­ner Berg wie­der be­ben. Für die Ver­an­stal­ter ist das kein Grund für über­trie­be­ne Ner­vo­si­tät. „Ich bin über­haupt nicht auf­ge­regt und ha­be gut ge­schla­fen. Jetzt muss das Puz­zle nur noch fer­tig zu­sam­men­ge­fügt wer­den“, sagt Bernd Steg­mann als Or­ga­ni­sa­ti­ons­lei­ter des MSC. In mo­na­te­lan­ger Ar­beit hat er mit sei­nem en­ga­gier­ten Team al­les vor­be­rei­tet. Ähn­lich ist das Ge­fühl bei Renn­lei­ter Michael Schrey: „Im Mo­ment do­mi­niert ganz klar die Vor­freu­de. Die An­span­nung kommt dann et­was, wenn der Wett­be­werb läuft“, sagt er. Los geht es am Frei­tag ab 16.30 Uhr mit den ers­ten Trai­nings­läu­fen im E-Mo­bilBerg­cup. Am Sams­tag und Sonn­tag star­ten die Läu­fe be­reits um 7.30 Uhr und bil­den den Rah­men für das gol­de­ne Ju­bi­lä­um.

Fo­tos: Mo­ritz Fran­ken­berg (4), NOZ-Archiv/Löck­mann (4), Grafik: Neue OZ/Hen­te

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.