Wie geht es wei­ter in Nie­der­sach­sen?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Regierungskrise In Niedersachsen -

Nach bis­he­ri­ger Pla­nung soll der neue Land­tag am 14. Ja­nu­ar ge­wählt wer­den. Kann die Op­po­si­ti­on Re­gie­rungs­chef Ste­phan Weil schon vor­her aus dem Amt be­för­dern? Das ist grund­sätz­lich mög­lich durch ein Miss­trau­ens­vo­trum. Weil könn­te das Ver­trau­en ent­zo­gen wer­den, in­dem der Land­tag ei­nen neu­en Re­gie­rungs­chef wählt. Über ei­nen Miss­trau­ens­an­trag kann aber nicht so­fort ent­schie­den wer­den. In der Ver­fas­sung ist vor­ge­se­hen, dass das Par­la­ment frü­hes­tens 21 Ta­ge nach der ers­ten Be­ra­tung dar­über ab­stim­men kann.

Ist auch ei­ne vor­ge­zo­ge­ne Land­tags­wahl denk­bar? Ja, das ist mög­lich. Da­zu müss­te sich der Land­tag selbst auf­lö­sen. Da­zu müss­ten zwei Drit­tel der an­we­sen­den Mit­glie­der für die Auf­lö­sung stim­men, was in der der­zei­ti­gen Kon­stel­la­ti­on un­wahr­schein­lich ist. Über die Auf­lö­sung kann frü­hes­tens am 11. und muss spä­tes­tens am 30. Tag nach der ers­ten münd­li­chen Be­ra­tung über den Auf­lö­sungs­an­trag ab­ge­stimmt wer­den.

Was pas­siert, wenn Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil und die ge­sam­te Lan­des­re­gie­rung auf­grund der neu­en Ent­wick­lung zu­rück­tre­ten soll­ten? In der Ver­fas­sung ist vor­ge­se­hen, dass der Land­tag in die­sem Fall in­ner­halb von 21 Ta­gen ei­ne neue Re­gie­rung bil­den muss. CDU und FDP hät­ten al­so die Mög­lich­keit, in die­sem Zei­t­raum ei­nen ei­ge­nen Kan­di­da­ten zum Re­gie­rungs­chef zu wäh­len. Soll­te in die­sen drei Wo­chen kei­ne neue Re­gie­rung zu­stan­de­kom­men, müss­te der Land­tag in­ner­halb wei­te­rer 14 Ta­ge über sei­ne Auf­lö­sung be­schlie­ßen. Da­zu reicht ei­ne ein­fa­che Mehr­heit.

Ist es auch mög­lich, dass der Land­tag in sei­ner jet­zi­gen Be­set­zung bis zum Wahl­ter­min am 14. Ja­nu­ar 2018 wei­ter­macht und die Re­gie­rung bis da­hin im Amt bleibt? Auch das ist theo­re­tisch mög­lich. Dann wür­de Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil an der Spit­ze ei­ner Min­der­heits­re­gie­rung ste­hen.

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