Stu­den­ten sind fau­le Lang­schlä­fer, die we­nig ar­bei­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Wer an ei­ner Uni­ver­si­tät oder Hoch­schu­le ein­ge­schrie­ben ist, hat ein ge­müt­li­ches Le­ben: Lan­ge schla­fen, nach­mit­tags kurz in der Uni vor­bei­sch­len­dern, und abends geht’ s auf ei­ne Par­ty. Die­ses Bild vom fau­len Stu­den­ten ist wohl ei­nes der hart­nä­ckigs­ten Vor­ur­tei­le, mit de­nen Stu­die­ren­de kon­fron­tiert wer­den. Doch was ist dran an der Be­haup­tung? Tat­säch­lich ist spä­tes­tens mit der Bo­lo­gna-Re­form, al­so der Um­stel­lung der meis­ten Stu­di­en­gän­ge auf Ba­che­lor- und Mas­ter­ab­schlüs­se, die Zeit des fau­len Stu­den­ten of­fi­zi­ell vor­bei. Gleich meh­re­re Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass die Neu­struk­tu­rie­rung sich auch dar­in nie­der­schlägt, dass Stu­den­ten im Schnitt et­wa 30 Wo­chen­stun­den di­rekt an ih­rem Stu­di­um ar­bei­ten. Da­mit sind nicht nur Prä­senz­zei­ten an der Uni­ver­si­tät selbst ge­meint, son­dern auch die Vor- und Nach­be­rei­tung des Stof­fes, Lern­grup­pen oder die in den Se­mes­ter­fe­ri­en an­fal­len­den Haus­ar­bei­ten. Be­zieht man in die Ge­samt­rech­nung ein, dass ak­tu­ell fast 70 Pro­zent al­ler Stu­die­ren­den ne­ben dem Stu­di­um ar­bei­ten, wird klar: Die meis­ten Stu­den­ten ar­bei­ten min­des­tens 40 Wo­chen­stun­den, vie­le so­gar deut­lich mehr. Der fau­le Stu­dent hat aus­ge­dient. Die Be­las­tung hat ih­re Schat­ten­sei­ten. So ha­ben bei ei­ner Um­fra­ge der AOK-Stu­die im Jahr 2016 im­mer­hin 53 Pro­zent der Stu­den­ten an­ge­ge­ben, ei­nen ho­hen Stress­le­vel zu ha­ben.

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