„Ei­ne Me­dail­le wä­re schön“

Ju­do­ka Ja­na Gus­sen­berg fährt zur U-18-WM nach Chi­le

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Von Chris­toph Schil­ling­mann

Ju­do­ka Ja­na Gus­sen­berg von den Ju­do Cro­co­di­les Os­na­brück fährt zur U-18-Welt­meis­ter­schaft nach Chi­le (vom 9. bis 13. Au­gust). Aus Süd­ame­ri­ka möch­te die 17-jäh­ri­ge Os­na­brü­cke­rin ger­ne ei­ne Me­dail­le mit­brin­gen.

Von ih­rer No­mi­nie­rung hat die jun­ge Ju­do-Kämp­fe­rin bei der U-18-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft im li­taui­schen Kau­nas An­fang Ju­li er­fah­ren. Dort hat­te sie im Ein­zel die bron­ze­ne Me­dail­le und Gold mit der deut­schen Mann­schaft ge­won­nen. Nach den Kämp­fen hat der Bun­des­trai­ner nach An­ga­ben von Gus­sen­berg die No­mi­nie­rung be­kannt ge­ge­ben. „Nach dem Ge­winn der Me­dail­len ha­be ich ein biss­chen da­mit ge­rech­net“, sagt sie. „Ich ha­be mich aber sehr ge­freut und bin sehr glück­lich dar­über.“

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat die Os­na­brü­cke­rin viel Zeit beim Trai­ning ver­bracht. Nach der U-18-EM ha­be sie an drei Trai­nings­camps in Saar­brü­cken, Ber­lin und Prag teil­ge­nom­men. Dort ge­wann sie beim U-21Eu­ro­pean-Cup in der Ge­wichts­klas­se bis 48 Ki­lo­gramm zu­dem die gol­de­ne Me­dail­le. Da­ne­ben trai­nier­te sie zur Vor­be­rei­tung auf die U-18-WM fast täg­lich ein­ein­halb St­un­den. „Ich füh­le mich auf je­den Fall fit und gut vor­be­rei­tet für das Tur­nier“, sagt Gus­sen­berg. Das sieht auch ihr Trai­ner Te­ja Ahl­mey­er so. „Wir ha­ben bei ei­ner in­ten­si­ven Vor­be­rei­tung ein paar Ak­zen­te ge­setzt und Stra­te­gi­en er­ar­bei­tet.“

Das Aben­teu­er U-18-WM star­tet heu­te. Von Ham­burg aus fliegt die Os­na­brü­cke­rin nach Chi­le und lan­det am Sonn­tag in der Haupt­stadt San­tia­go de Chi­le. Die U-18WM be­ginnt of­fi­zi­ell am 9. Au­gust. „Dann muss ich auf die Waa­ge, und es fin­det die Aus­lo­sung statt“, sagt die 17Jäh­ri­ge. Bis da­hin müs­se sie noch „Ge­wicht ma­chen“. Das be­deu­tet trai­nie­ren, um das er­for­der­li­che Ge­wicht auf die Waa­ge zu brin­gen. Ei­nen Tag spä­ter wird Gus­sen­berg dann ih­ren ers­ten Kampf be­strei­ten. Wel­che Geg­ne­rin das sein wird, weiß sie jetzt aber noch nicht.

Ja­pan als Wun­der­tü­te

Bei ei­nem Blick auf die Mel­de­lis­te hat sie vie­le be­kann­te Na­men aus Eu­ro­pa ent­de­cken kön­nen. „Vie­le Teil­neh­mer ken­ne ich aber auch nicht“, sagt die Os­na­brü­cke­rin. Den­noch schätzt sie das Teil­neh­mer­feld als ein sehr star­kes ein und hofft am

An­fang ein biss­chen auf das Los­glück. Zu Be­ginn möch­te sie un­gern auf Andrea Sto­ja­di­nov aus Ser­bi­en tref­fen. „Sie ist sehr stark, aber auch schlag­bar“, sagt sie. Man­che Geg­ne­rin­nen sind laut Ahl­mey­er schwer ein­zu­schät­zen, gera­de die Ja­pa­ne­rin­nen. „Ja­pan ist im­mer ei­ne to­ta­le Wun­der­tü­te“, sagt ihr Trai­ner, der sei­nem Schütz­ling „al­les“zu­traut.

Trotz al­ler Un­wäg­bar­kei­ten möch­te Gus­sen­berg Edel­me­tall aus Chi­le mit nach Hau­se brin­gen. „Ei­ne Me­dail­le zu ho­len wä­re schön“, sagt die U-18-Mann­schafts­eu­ro­pa­meis­te­rin. „Na­tür­lich wä­re Gold am schöns­ten. Aber mit Sil­ber oder Bron­ze wä­re ich auch schon über­aus zu­frie­den“, sagt sie. Wirk­lich auf­ge­regt vor dem Tur­nier ist Gus­sen­berg nicht, auch wenn sie ei­ne ge­wis­se An­span­nung schon spürt. „Ich las­se al­les auf mich zu­kom­men. Ich möch­te je­den Kampf so neh­men, wie er kommt.“

Bron­ze, Sil­ber oder Gold: Die Far­be der Me­dail­le spielt für Ju­do­ka Ja­na Gus­sen­berg kei­ne Rol­le. Fo­to: Swa­ant­je Heh­mann

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