Über­ra­schen­der Schluss­strich

VfB Stutt­gart trennt sich von Sport­vor­stand Schin­del­mei­ser

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport - VfB-Sport­vor­stand Schin­del­mei­ser. Jan

Von Chris­toph Fi­scher

Wolf­gang Dietrich ist ein Mann der Tat. Das hat der Un­ter­neh­mer im­mer so ge­hal­ten. Und als Prä­si­dent und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der des VfB Stutt­gart ver­hält er sich nicht an­ders. Wenn Wolf­gang Dietrich das Ge­fühl hat, han­deln zu müs­sen, han­delt er. Am Frei­tag­mit­tag be­en­de­te er die Amts­zeit des Sport­vor­stan­des Jan Schin­del­mei­ser über­ra­schend vor­zei­tig. Und kur­ze Zeit spä­ter stand der neue Sport­vor­stand be­reits fest. Micha­el Reschke, ehe­mals Bay­er Le­ver­ku­sen und ak­tu­ell Tech­ni­scher Lei­ter des FC Bay­ern, zieht es nach Stutt­gart.

We­nig über­ra­schend, dass mit der Ver­pflich­tung von Micha­el Reschke auch der Ver­trags­ab­schluss von Ex-Na­tio­nal­spie­ler Hol­ger Bad­stu­ber end­gül­tig un­ter Dach und Fach ist. Er un­ter­schreibt ei­nen Ein­jah­res­ver­trag.

Der Auf­sichts­rat ha­be „nach in­ten­si­ven Ge­sprä­chen be­schlos­sen, die ak­tu­el­len und be­vor­ste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen im sport­li­chen Be­reich zu­künf­tig nicht mehr ge­mein­sam mit Jan Schin­del­mei­ser Muss in Stutt­gart ge­hen: an­zu­ge­hen und die Zu­sam­men­ar­beit zum 30. Sep­tem­ber zu be­en­den“, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­li­ga-Auf­stei­gers. Schin­del­mei­ser ist seit Frei­tag von sei­nen Auf­ga­ben ent­bun­den.

Im Trai­nings­la­ger in Neu­stift hat­te es noch nicht nach of­fen­kun­di­gen Un­stim­mig­kei­ten aus­ge­se­hen. Le­dig­lich Auf­sichts­rat Mar­tin Schä­fer ließ er­ken­nen, dass er mit der Vor­ge­hens­wei­se des Sport­vor­stan­des nicht im­mer ein­ver­stan­den war, vor al­lem als es dar­um ging, am­bi­tio­nier­te Pro­fis an den VfB Stutt­gart zu bin­den. Schin­del­mei­ser zö­ger­te, kap­sel­te sich of­fen­sicht­lich auch ab, und Schä­fer kri­ti­sier­te: „Wir müs­sen in die­ser Fra­ge end­lich vor­an­kom­men.“

Wolf­gang Dietrich er­klär­te am Frei­tag un­miss­ver­ständ­lich: „Wir wa­ren letzt­lich nicht mehr da­von über­zeugt, dass die Um­set­zung un­se­rer Zie­le und der ge­trof­fe­nen Ab­spra­chen in der bis­he­ri­gen Per­so­nal­kon­stel­la­ti­on zu er­rei­chen sind.“

Schon vor Wo­chen hat­te es ers­te Be­rich­te in den Stutt­gar­ter Zei­tun­gen dar­über ge­ge­ben, dass der Sport­vor­stand zu Al­lein­gän­gen nei­ge. Und Schin­del­mei­ser ent­schied sich an der Schwel­le zur Bun­des­li­ga trotz Daim­ler-Mil­lio­nen für Spie­ler, de­nen die Zu­kunft ge­hö­ren kann, die aber ak­tu­ell noch kei­ne Ver­stär­kun­gen in dem Sin­ne sind, wie sie sich Dietrich vor­stell­te. Au­ßer Na­tio­nal­tor­wart Ron-Ro­bert Zie­ler von Leices­ter Ci­ty tat sich da bis zur Ver­pflich­tung von Hol­ger Bad­stu­ber we­nig.

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