Kel­ler­du­ell mit Ál­va­rez und oh­ne Wriedt

VfL-„Schlüs­sel­spiel“ge­gen Hal­le

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Ein Frei­tag der Ent­schei­dun­gen: Stür­mer Kwa­si Okye­re Wriedt ver­lässt den VfL, Mar­cos Ál­va­rez wech­selt zur Bre­mer Brü­cke – und am Sonn­tag will sich der VfL mit ei­nem Sieg ge­gen den Hal­le­schen FC Luft im Ta­bel­len­kel­ler der 3. Fuß­ball-Li­ga ver­schaf­fen.

Von Ste­fan Al­ber­ti

Die Per­so­na­lie Wriedt: Der 23-Jäh­ri­ge steht ab so­fort beim FC Bay­ern Mün­chen un­ter Ver­trag – und soll die Re­ser­ve des Re­kord­meis­ters in der Re­gio­nal­li­ga ver­stär­ken. „Ot­schi“ha­be am Frei­tag­mor­gen sei­ne Un­ter­schrift un­ter ei­nen Drei­jah­res­kon­trakt ge­setzt, sagt VfL-Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Weh­lend. „Na­tür­lich schla­gen bei die­sem The­ma zwei Her­zen in un­se­rer Brust. Sport­lich hät­ten wir ihn ger­ne ge­hal­ten, aber es gibt auch die wirt­schaft­li­che Kom­po­nen­te. Nach Si­mon Zol­ler ist die­ser Trans­fer eben­falls ein sehr er­folg­rei­cher.“Kon­kre­te Zah­len nennt Weh­lend nicht. Es ist je­doch da­von aus­zu­ge­hen, dass der FC Bay­ern für Wriedt rund 450 000 Eu­ro ge­zahlt hat. Je nach Ent­wick­lung des Spie­lers kann der VfL in der Zu­kunft noch auf wei­te­re Zah­lun­gen hof­fen – wie sei­ner­zeit im Fall Zol­ler, der dem VfL ins­ge­samt rund 650 000 Eu­ro ein­brach­te.

Dass Coach Joe Enochs den Weg­gang sei­nes Stür­mers aus sport­li­cher Sicht be­dau­ert, muss nicht be­tont wer­den, „spä­tes­tens am En­de der Sai­son hät­ten wir ihn aber nicht mehr hal­ten kön­nen“. Üb­ri­gens: Wriedt stand am Frei­tag­abend im Re­gio­nal­li­ga-Du­ell der Bay­ern ge­gen Schwein­furt (2:1) be­reits in der Start­elf. Der Neu­zu­gang er­ziel­te das zwi­schen­zeit­li­che 1:1. Die Per­so­na­lie Ál­va­rez: Der ei­ne Stür­mer geht, der an­de­re kommt. Ál­va­rez er­hält ei­nen Ver­trag bis zum 30. Ju­ni 2019. „Wir ha­ben seit Wo­chen Kon­takt. Er ist ein Spie­ler mit Ecken und Kan­ten, der auf dem Platz nicht ein­fach ist – für die geg­ne­ri­schen Spie­ler und die Schieds­rich­ter. Er ist fit, wir ha­ben ihn am Di­ens­tag und Mitt­woch me­di­zi­nisch durch­leuch­ten las­sen. Wir glau­ben, dass er uns sport­lich so­fort hel­fen wird“, sagt Enochs. Und auch Ka­pi­tän Ha­lil Sav­ran, der mit Ál­va­rez ja auch schon beim VfL zu­sam­men­ge­spielt hat, freut sich über die Rück­kehr des 25-Jäh­ri­gen: „Mit ,Al­va‘ ha­ben wir je­man­den ver­pflich­tet, der Un­ter­schieds­spie­ler sein kann.“Mit ei­nem Lä­cheln er­gänzt der Ka­pi­tän: „Ich ha­be da­mals schon die Lauf­ar­beit für ihn über­nom­men, und er hat­te die krea­ti­ven Mo­men­te.“

Nach An­ga­ben von Lothar Gans (Lei­ter Pro­fi­fuß­ball) lie­gen für Ál­va­rez die ent­spre­chen­den Frei­ga­ben vor. Der Of­fen­siv­spie­ler (von 2014 bis 2016 be­reits beim VfL und zu­letzt ver­eins­los) kann al­so am Sonn­tag ge­gen Hal­le im Ka­der sein.

Das Kel­ler­du­ell: Enochs, Sav­ran, Weh­lend und Gans ma­chen kei­nen Hehl dar­aus, dass die Par­tie ge­gen den HFC ein „Schlüs­sel­spiel“sei. Die Hal­len­ser und ihr Trai­ner Ri­co Sch­mitt ha­ben der­zeit eben­falls nur ei­nen Zäh­ler auf dem Kon­to und lie­gen nur dank des bes­se­ren Tor­ver­hält­nis­ses vor dem VfL. Ähn­lich wie der VfL spürt der HFC im­men­sen öf­fent­li­chen Druck.

„Wir ha­ben nach dem 0:3 in Köln stun­den­lang mit­ein­an­der ge­spro­chen. Wir sind ab­so­lut un­zu­frie­den mit dem Sai­son­start. Es hat uns schon er­schüt­tert, wie ein­fach es war, ge­gen uns zu ge­win­nen. Mir ist es viel lie­ber, wenn wir Die ers­te Trai­nings­ein­heit ist ab­sol­viert: Rück­keh­rer Mar­cos Ál­va­rez (am Ball).

we­ni­ger schö­nen Fuß­ball spie­len und da­für am En­de drei Punk­te mit­neh­men“, sagt Weh­lend. Enochs er­klärt die nächs­ten bei­den Par­ti­en ge­gen Hal­le und in Reh­den

zu den „wich­tigs­ten Spie­len der Sai­son“. Der Coach glaubt an sein Team: „Ich traue die­ser Mann­schaft viel zu. Un­ser Fuß­ball ist ein­fach, ehr­lich, hart, kon­se­quent.

Zu­rück zu den Ba­sics. Da­für ha­ben wir ge­nü­gend Ty­pen. Ent­schei­dend sind Ein­stel­lung, Men­ta­li­tät und Cha­rak­ter.“Sav­ran be­schreibt die Si­tua­ti­on vor dem Spiel auf sei­ne Art: „Es gibt kei­nen Spie­ler, der die Si­tua­ti­on klein­re­det. Wir ma­chen uns vie­le Ge­dan­ken. Es wird ein Spiel auf Mes­sers Schnei­de, aber wir sind für Hal­le be­reit.

Der Blick auf den VfL-Ka­der: Wahr­schein­lich muss Alex­an­der Der­cho nach sei­nem Au­ßen­band­riss doch noch wei­ter pau­sie­ren. Der Links­ver­tei­di­ger er­höh­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen die Trai­nings­be­las­tung, klag­te am Frei­tag aber wie­der über Schmerzen. An­sons­ten? Wird Enochs auf­grund der Ent­wick­lun­gen ei­ni­ge Än­de­run­gen vor­neh­men müs­sen: Mög­li­cher­wei­se rückt wie­der Fur­kan Zor­ba in die Start­elf (auf die Der­cho-Po­si­ti­on). Bas­ti­an Schulz könn­te nach lan­ger Zeit wie­der ei­ne Chan­ce von Be­ginn an be­kom­men. Und dann ist da ja noch Ál­va­rez, der aber wohl zu­nächst auf der Bank Platz nimmt.

Und wie geht’s nun aus? Wenn nicht jetzt, wann dann? Ein Spiel auf Mes­sers Schnei­de, wie Sav­ran pro­gnos­ti­ziert – und der VfL ge­winnt 2:1.

Fo­to: Hel­mut Kem­me

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