Gra­zi­les Tänz­chen der Qual­le

Letsah zeigt Sa­bi­ne Nas­kos fan­ta­sie­vol­le Tief­see­we­sen aus Ke­ra­mik – Aus­stel­lung er­öff­net heu­te um 18 Uhr

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tom Bull­mann

Aus Bre­menStuhr stammt die Ke­ra­mi­kKünst­le­rin Sa­bi­ne Nas­ko, die in der Ga­le­rie Letsah die Aus­stel­lung „Tief­see“er­öff­net. Ei­ne spe­zi­el­le ja­pa­ni­sche Brenn­tech­nik sorgt da­für, dass ih­re skur­ri­len We­sen aus der Mee­res­un­ter­welt ei­nen be­son­de­ren Reiz ent­wi­ckeln.

Es sieht aus, als wol­le es im nächs­ten Mo­ment da­von­lau­fen: Das fünf­bei­ni­ge Ge­schöpf, das über­all mit bun­ten Se­epo­cken be­deckt ist. Da­bei soll­te es schwim­men. Denn es ist ja ein Tief­see­le­be­we­sen, das hier im Schau­fens­ter der Ga­le­rie Letsah zu se­hen ist. Tat­säch­lich hat­te Sa­bi­ne Nas­ko schon ein­mal er­wo­gen, ih­re Skulp­tu­ren in Aqua­ri­en mit Was­ser aus­zu­stel­len. Doch der Auf­wand er­wies sich als zu groß, da­her sind die skur­ri­len Ob­jek­te jetzt im Ele­ment Luft zu be­gut­ach­ten.

„Tief­see“heißt die Aus­stel­lung, die am Samstag bei Letsah er­öff­net wird. Dies­mal sind die sur­rea­lis­ti­schen Sze­ne­ri­en, auf die sich die Ga­le­rie spe­zia­li­siert hat, nicht ge­malt, son­dern ste­hen als ke­ra­mi­sche Ob­jek­te vor dem Be­su­cher. Wie der Shrimps, der im wirk­li­chen Tief­see­le­ben „Fang­schre­cken­krebs“oder „Pe­a­cock Man­tis“, der „Shrimps mit dem töd­li­chen Ham­mer“, ge­nannt wird. Die Spe­zi­es geht auf Fut­ter­fang, in­dem sie Tei­le ih­res Ske­letts

in ei­ner ex­plo­si­ons­ar­ti­gen Be­we­gung auf ih­re Beu­te vor­schnel­len lässt. Der Krebs aus Ke­ra­mik, der jetzt in der Ga­le­rie lau­ert, ist da harm­lo­ser. Die bun­ten Häm­mer mit

den fünf Au­gen ver­har­ren ru­hig, es scheint kei­ne Ge­fahr von ihm aus­zu­ge­hen.

Und wie sieht es mit der Nackt­schne­cke aus, die an ei­nem St­ein hoch­klet­tert, oder mit der Mi­schung aus Spi­ral­schne­cke und Qual­le, die auf ei­nem Po­dest in gra­zi­ler Po­se ein Tänz­chen zu wa­gen scheint? Sie sind ent­spannt, ver­har­ren sie in ih­rer Be­we­gung. Kei­ner ver­lässt den Saal.

„Ich ha­be mal ei­nen Tauch­kurs ge­macht und konn­te mich seit­her nicht mehr von der Idee lö­sen, dass es wei­ter un­ten, in Tie­fen, die man als ein­fa­cher Tau­cher nicht er­reicht, ei­ne un­glaub­li­che Viel­falt an rät­sel­haf­ten Le­be­we­sen ge­ben müss­te“, er­zählt Nas­ko. In ih­rer Fan­ta­sie malt die Künst­le­rin sie aus, dann lässt sie sie in Ra­ku-Tech­nik re­al wer­den. Da­bei han­delt es sich um ei­ne in Ja­pan für die Her­stel­lung von Tee­tas­sen ent­wi­ckel­te Ke­ra­mik-Brenn­tech­nik. Da Nas­ko im frü­he­ren Le­ben che­misch-tech­ni­sche As­sis­ten­tin war, kann­te sie sich bald mit den kom­pli­zier­ten Vor­gän­gen des Ra­kuB­ren­nens und -Gla­sie­rens gut aus. Die fan­ta­sie­voll ge­stal­te­ten Kra­ken, „Meer­lin­ge“, Qual­len, Al­gen und Un­ter­was­ser­rau­pen be­kom­men durch die Tech­nik ei­nen ganz be­son­de­ren Reiz. Ga­le­rie Letsah: „Tief­see“. Ke­ra­mi­sche Skulp­tu­ren von Sa­bi­ne Nas­ko. Samstag, 5. Au­gust, Sün­tel­stra­ße 49 (Er­öff­nung um 18 Uhr), bis 27. Au­gust, Sa. und So. 14–19 Uhr und nach te­le­fo­ni­scher Ver­ein­ba­rung un­ter Tel. 05 41/6 00 12 55 oder 4 99 11.

Wie un­ent­deck­te Un­ter­was­ser-Le­be­we­sen zeigt Sa­bi­ne Nas­ko in „Tief­see“. aus­se­hen könn­ten, Fo­to: Gert West­dörp

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